Philipp Öttl: «Die Erwartungen waren sehr hoch»

Von Sharleena Wirsing
Moto3

2013 feierte Philipp Öttl große Erfolge, doch die Saison 2014 startete mit großen Problemen. Mit SPEEDWEEK.com sprach er über die aktuelle Situation, Druck und seine Zukunft.

Im letzten Jahr platzierte sich Philipp Öttl ab dem Misano-GP viermal unter den ersten Zehn der Moto3-Klasse. Das Highlight war Rang 6 in Aragón. 2014 kam der Bayer jedoch nicht in Schwung. Die ersten drei Rennen beendete er außerhalb der Punkteränge. Erst in Jerez und Le Mans konnte mit dem 15. Platz jeweils einen WM-Punkt sichern.

Im Interview mit SPEEDWEEK.com verriet der Kalex-KTM-Pilot, was ihn unter Druck setzt, wie er sich verbessern kann und was er für seine Zukunft plant.

Wie sieht dein Fazit nach ersten fünf Saisonrennen aus?

Die ersten drei Rennen waren sehr schwierig, aber seit Jerez geht es wieder bergauf. Die Rennen in Jerez und Le Mans waren in Ordnung und ich denke, wir können uns weiter steigern. Nach den ersten drei Rennen haben wir uns wieder gut hochgearbeitet, denn zuvor war es wirklich hart. In Argentinien waren wir überhaupt nicht konkurrenzfähig. Nun bin ich wieder besser aufgestellt und kann daraus noch einiges machen.

Warum läuft es seit Jerez besser?

Ich denke, das ist eine Einstellungssache. Im letzten Jahr war ich ziemlich weit vorne dabei und die Erwartungen waren hoch. In den ersten Rennen habe ich sie nicht erfüllen können. Das hat mich natürlich frustriert und ich habe nicht mehr so gut gearbeitet. In Jerez war dann mein Trainier bei mir und wir haben es ruhig und konzentriert angepackt. Nur so kommt man voran.

Du hast in deiner Kolumne für SPEEDWEEK.com erklärt, dass ihr ab dem Freitag in Le Mans eine neue Arbeitsweise eingeführt habt. Wie sieht diese aus?

Eigentlich ist damit das normale und ruhige Arbeiten gemeint. Dazu gehört, dass man gute oder schlechte Ergebnisse ausblendet und die Probleme mit der Maschine ganz nüchtern betrachtet. Es zählt dabei nicht, ob man auf Platz 5 oder 22 liegt, alle konzentrieren sich auf die Arbeit.

Vor der Saison 2014 waren die Top-10 dein Ziel. Das gestaltete sich in den ersten Rennen schwierig. Hast du dir nun ein neues Ziel gesetzt?

Ich konzentriere mich von Wochenende zu Wochenende auf jedes Rennen einzeln. Mein Ziel sind jetzt gute Einzelresultate und dann wird am Ende des Jahres zusammengezählt. Dann sehen wir, wo wir stehen. Die Top-10 sind schwer zu erreichen, aber wenn man gute Rennen fährt, kann man auch so zufrieden sein.

Dein Vertrag mit dem Interwetten-Team läuft in diesem Jahr aus. Übt es zusätzlichen Druck auf dich aus, das noch nicht klar ist, für welches Team du 2015 fahren wirst?

Ja, mein Vertrag läuft aus, aber ich hoffe, dass es weiter geht. Aber im Hinblick darauf will ich mir noch keinen Stress machen. Ich will einfach meine Saison fahren und mich ganz auf mich konzentrieren. Wenn ich so gut wie es geht fahre, dann wird schon alles klappen.

In Le Mans hast du erwähnt, dass du beim Fahren zu viel nachdenkst. Was kommt dir dabei in den Sinn?

Ich kann es auch nicht richtig beschreiben. Manchmal denke ich über Dinge nach, die nicht direkt etwas mit dem Rennen zu tun haben, aber irgendwie trotzdem etwas damit zu tun haben könnten. Das ist schwierig zu erklären. Ich kann mich einfach nicht richtig konzentrieren, aber es wird besser. Speziell in den Rennen kann ich mich meistens fangen und mich wieder auf das Rennen konzentrieren. Das erfordert im Moment noch sehr viel Energie. Es wird aber besser. Am Ende der letzten Saison hatte ich das meiner Meinung nach sehr gut im Griff. Ich bin in den Rennen öfter mal zurückgereicht worden, konnte mich aber wieder fangen. Das muss man lernen und es ist nicht so einfach.

In welchen Punkten musst du dich für die nächsten Rennen verbessern?

Ich muss im Qualifying zulegen. Das war auch im letzten Jahr schon eine Schwäche. Zum Ende der letzten Saison war es besser, aber ich war im Rennen noch immer zwei Zehntel schneller. In Mugello muss ich sehen, dass ich vorne dabei bin. Im Rennen waren meine Zeiten bisher eigentlich immer sehr schnell. Ich denke, es fehlt nicht mehr viel, aber ich muss mich im Qualifying verbessern.

Gefällt dir die Strecke von Mugello?

Ich mag Mugello. Der neue Asphalt, den es seit zwei, drei Jahren auf der Strecke gibt, macht das Fahren schöner. Es ist eine flüssige Strecke und auch das gefällt mir.

Reist du, wie in Le Mans, immer bereits am Dienstag zu den Rennen? Stefan Bradl oder Jorge Lorenzo kommen beispielsweise erst am Donnerstag an die Strecke.

Das sind ja auch MotoGP-Fahrer. Mir gefällt es, wenn ich etwas früher an der Strecke bin. Meistens fahre ich mit meinen Mechanikern zur Rennstrecke und baue mit ihnen das Equipment auf. Das habe ich nicht anders gelernt und es war schon immer so, dass ich beim Aufbau etwas geholfen habe. Das macht mir Spaß und wir haben keinen Zeitdruck. Es läuft immer sehr locker und lustig. Ich kann dabei beispielsweise meinen Helm selbst abkleben. Das gibt mir alles Ruhe.

Was sind deine Hobbies?

Mein Training macht mir sehr viel Spaß. Rennrad und Mountainbike fahren sind meine größten Hobbies. Ich sehe das nicht als Training, sondern als Spaß und Hobby. Außerdem lenke ich gern mein ferngesteuertes Auto. Dabei kann ich super abschalten.

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