Eugene Laverty: Neben Bradl bei Forward Yamaha?

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Eugene Laverty steht im Schatten anderer Fahrer – zu Unrecht?

Eugene Laverty steht im Schatten anderer Fahrer – zu Unrecht?

Superbike-Vizeweltmeister Eugene Laverty verhandelt mit Ducati, Aprilia und Forward Yamaha über einen MotoGP-Platz für 2015. Doch nach und nach fallen die Türen zu.

2013 wurde Eugene Laverty auf Aprilia Vizeweltmeister in der Superbike-WM. Trotzdem verlor der Nordire seinen Werksvertrag Ende letzter Saison, weil ihm bei Aprilia Marco Melandri vorgezogen wurde. Laverty blieb letztlich nur der Gang zu Crescent Suzuki, wo er 2014 nicht das beste Material vorfindet und bislang nur zwei Podestplätze erreichen konnte, darunter der Sieg beim Saisonauftakt in Australien Ende Februar.

Suzuki hat für das MotoGP-Comeback 2015 die Spanier Aleix Espargaró und Maverick Viñales verpflichtet, Laverty, der sich große Hoffnungen gemacht hat, ging leer aus. Seinen MotoGP-Traum hat er aber noch nicht begraben.

Bei Ducati sieht es auch so aus, als wären dort alle Türen für dich zugefallen?

Als ich mit Ducati geredet habe, waren sie sehr freundlich, das war ein nettes Kompliment für mich. Ich habe mit Gigi Dall’Igna und einigen anderen Leuten dort bereits gearbeitet. Obwohl ich eine schlechte Saison habe, sind sie nach wie vor an mir interessiert. Sie würden gerne mit mir, aber es gibt keine Möglichkeit, so lange Crutchlow im Werksteam bleibt.

Avintia will zu Ducati wechseln, ich rede jetzt auch mit ihnen.

Du hast wirklich Interesse daran für Avintia zu fahren?

Das hängt davon ab, wie ihr Paket aussieht. Und welche Möglichkeiten ich sonst in MotoGP und der Superbike-WM habe.

Im besten Fall bekommst du bei Avintia eine Ducati aus diesem Jahr?

So sieht es aus.

Ducati bringt ein neues Motorrad für 2015. Sollte dieses viel besser sein als die GP14, wäre es ein riesiger Nachteil für dich, wenn du das diesjährige Bike bekommst.

Ich muss abwarten. Was ich bei Ducati höre, ist das neue Motorrad eine echte Neuentwicklung, eine ganz andere Maschine.

Bei Aprilia werden du und Bautista hoch gehandelt, aber auch Bradl.

Rennchef Albesiano weiß, was ich für Aprilia geleistet habe, als ich letztes Jahr Vizeweltmister wurde. Aber es lag damals nicht in seiner Hand mit mir weiterzumachen, da bereits alle Verträge unterschrieben waren, als er zu Aprilia kam. Bei Aprilia ist noch nicht sicher, wie genau das MotoGP-Engagement aussehen wird.

Welche Möglichkeiten hast du sonst noch in MotoGP?

Ich rede mit Forward Yamaha. Espargaró geht zu Suzuki, Edwards hört auf. Das ist ein guter Platz.

Stefan Bradl verhandelt auch mit Forward. Oder Alex De Angelis.

Sie haben ja zwei Plätze.

Bist du in einer Jetzt-oder-nie-Situation, was MotoGP betrifft?

Nein. Seit ich 2008 aus der 250er in die Supersport-WM gewechselt habe, schaute ich mich jedes Jahr nach einem Grand-Prix-Platz um. Erst in der Moto2, später in der MotoGP-WM. Aber ich muss meine Möglichkeiten abwiegen, wo ich besser fahre.

Was ist wichtiger für dich: Bei den Superbikes vorne fahren oder in MotoGP Zehnter werden?

Definitiv vorne fahren.

Das wird mit einer Aprilia, Ducati oder der Forward Yamaha aber nicht möglich sein.

Ja, die Top-4 von Honda und Yamaha sind außen vor. Aber mit der Forward Yamaha kann man gute Ergebnisse erzielen, wie Espargaró zeigt.

In der Superbike-WM gibt es außer in den Werksteams von Ducati und Kawasaki lauter freie Plätze für 2015.

Und selbst bei Ducati könnte etwas gehen, einige neue Teams haben Interesse daran 2015 Ducati zu fahren. Ich schätze deren Motorrad für nächstes Jahr sehr stark ein. Was die anderen Hersteller betrifft, habe ich noch kein klares Bild wie sich die neuen technischen Regeln auf die Konkurrenzfähigkeit auswirken werden.

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