Danilo Petrucci: «Ducati hat sehr viel investiert»

Von Frank Aday
MotoGP
Pramac-Pilot Danilo Petrucci

Pramac-Pilot Danilo Petrucci

Der erste MotoGP-Test 2016 in Sepang hätte für Danilo Petrucci kaum besser laufen können. Der Italiener legte am zweiten Tag die Bestzeit vor. Nun erklärte er, wie gut die Ducati GP15 ist und was er 2016 erwartet.

Danilo Petrucci, der 2015 in Silverstone auf dem Podest stand, wird 2016 in den Farben des Octo Pramac Yakhnich Teams ausrücken und hat schon beim Test in Sepang aufhorchen lassen. Am zweiten Testtag stand «Petrux» ganz oben in der Zeitenliste – für Team und Fahrer eine großartige Leistung. Natürlich erreichte Petrucci diese Zeit noch auf dem weichen Hinterreifen, der nach dem Reifenplatzer von Loris Baz nicht mehr zur Verfügung stand.

Der Italiener aus Terni sprach mit «motogp.com» über seine Vorbereitung und die technischen Veränderungen für die Saison 2016.

Wie laufen deine Vorbereitungen auf die Saison 2016? Konzentrierst du dich mehr auf das Training auf der Strecke, mit anderen Bikes oder auf das im Fitnessstudio?

Im Moment bin ich zuhause, es war etwas schwierig, alles zu organisieren, denn ich musste bei unzähligen Events dabei sein und dazwischen hast du nur wenig Zeit. Das ist aber trotzdem eine nützliche Zeit, denn wir müssen als Sportler die Intensität des Trainings aufrechterhalten. Ich persönlich trainiere sehr viel mit dem Offroad-Bike, viel im Fitnessstudio, laufen, und, wenn es wärmer wird, fahre ich auch viel mit meiner Straßenmaschine.

In Sepang hat die Vorsaison für dich sehr gut begonnen, wie fühlst du dich damit?

Stimmt, das war ein guter Test für uns. Aber es muss gesagt werden, dass diese Ergebnisse im Moment nicht viel bedeuten. Derzeit sehen wir uns Rundenzeiten an, die nicht viel bedeuten, alle machen Vorbereitungsarbeiten und konzentrieren sich auf das Paket für 2016. Die Bedingungen und Umstände haben geholfen, aber es ist schon besser, auf einem guten Level anzufangen, als Probleme zu haben. Das Motorrad, die Ducati Desmosedici GP15, wurde bereits intensiv getestet, denn es war letztes Jahr der Prototyp für das Werksteam. Darum war es für uns etwas einfacher, denn wir mussten das bewährte Motorrad nur mit den neuen Michelin-Reifen und der neuen Elektronik verheiraten.
Die technischen Änderungen für versprechen viel Spannung.

Glaubst du, dass sie das Feld durcheinanderwürfeln werden? Was kannst du erreichen?

Diese Änderungen sind sehr wichtig und wirken sich maßgeblich aus. Von außen ist das vielleicht schwer zu verstehen. Die Reifen haben sich im Vergleich zu jenen von Bridgestone sehr verändert. Sie sind ganz anders. Das richtige Gefühl mit ihnen zu finden, ist das, was jetzt alle Fahrer machen müssen. Reifen sind fundamental, sie sind der einzige Kontakt, der zwischen Motorrad und Asphalt besteht. Das ist ein subjektives Gefühl für jeden Fahrer, man muss sie verstehen lernen, das Team und die Techniker können dir nur ein paar Anhaltspunkte geben, wie man mit ihnen umgehen muss. Die Elektronik-Arbeit kann jedoch fast ausschließlich durch die Ingenieure gemacht werden. Die Einheits-ECU ist anders, aber Ducati hat den ganzen Winter hart gearbeitet, damit die ähnlich sie das System von 2015 funktioniert. Mit der neuen Software haben wir ein bisschen mehr Arbeit. Im Moment scheint sie auf einem niedrigeren Level als die frühere zu sein. Wir stehen aber erst am Anfang und müssen alle verstehen, wie man damit umgeht und wie man dann das Verhalten des Motorrads im Rennen in den Griff bekommt. Wir müssen mit den Ingenieuren intensiv arbeiten, damit wir ein Motorrad haben, das vom Start bis ins Ziel gut funktioniert, aber auch in den Qualifyings und den freien Trainings.

Manche behaupten, dass Ducati mit acht Fahrern einen kleinen Vorteil hat, weil man mehr Daten für die Maschinen sammeln kann. Stimmt das deiner Meinung nach?

Nein, ich glaube nicht, dass das stimmt. Eigentlich wird Ducati ja im Vergleich zum letzten Jahr bestraft, aufgrund der Erfolge, die sie 2015 hatten. Jetzt sind wir alle ohne Vorteile gleich, darum glaube ich nicht, dass diese Behauptung stimmt. Ducati hat definitiv einiges in die Einheitssoftware investiert, die Satelliten-Teams genutzt, um mehr zu entwickeln und jetzt gibt es da einen ganz kleinen Vorteil, aber nur in diesem Punkt. Ducati wusste, dass diese Einheitssoftware kommen würde, sie haben schon vor allen anderen darüber nachgedacht und sowohl finanzielle, als auch personelle Ressourcen investiert, um vorbereitet zu sein. In dieser Hinsicht haben sie einen großartigen Job gemacht, das ist nicht einfach von alleine gekommen.

Wie lautet deine Prognose für die Saison 2016?

Ich glaube, der WM-Titel wird unter denselben Fahrern ausgemacht, die Jungs an der Spitze können ihre Maschinen immer maximal ausquetschen. Aber ich denke auch, dass mit den ganzen Regeländerungen alles passieren kann, gerade im ersten Rennen könnten manche Fahrer fitter und manche Motorräder weiter sein, aber ich persönlich will nichts erwarten. Ich weiß, wie ich arbeite und ich weiß, was wir schaffen können, wenn ich meinen Job gut mache. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, es ist mein zweites Jahr mit dem Pramac-Team. Ich hoffe, dass wir diese Erfahrung nutzen können.

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