Marco Melandri: Wechsel in die USA ist vom Tisch

Von Ivo Schützbach
Marco Melandri mit seinem Manager Alberto Vergani

Marco Melandri mit seinem Manager Alberto Vergani

«Wenn ich kein gutes Motorrad finde, muss ich aufhören», sagt Marco Melandri, einer der erfolgreichsten Superbike-WM-Piloten der letzten acht Jahre. Sein Manager Alberto Vergani tüftelt an der Zukunft des 36-Jährigen.

Nur wenige Superbike-Fahrer können seit 2011 eine bessere Bilanz vorweisen als Marco Melandri. In 150 Rennen stand der Ausnahmekönner aus Ravenna beachtliche 70 Mal auf dem Podium, für Yamaha, BMW, Aprilia und Ducati eroberte er 22 Siege und fuhr 21 Mal die schnellste Rennrunde.

Dennoch muss Melandri seinen Platz im Ducati-Werksteam nach dieser Saison räumen, 2019 fährt der Spanier Alvaro Bautista an der Seite von Chaz Davies.

Die Enttäuschung beim 36-Jährigen wog so schwer, dass er sogar davon sprach, in die US-Serie MotoAmerica zu wechseln und dort noch zwei oder drei Jahre zu fahren.

Dieses Thema ist inzwischen vom Tisch, wie sein Manager Alberto Vergani SPEEDWEEK.com verriet: «Marco wird nicht in den USA fahren.»

Bleiben vier Topteams in der Superbike-WM, an denen Melandri Interesse zeigt.

Bei GRT Yamaha kommt der 36-Jährige nicht mehr in Frage, die zwei Plätze dort werden unter Supersport-Weltmeister Lucas Mahias, WM-Leader Sandro Cortese und Youngster Federico Caricasulo vergeben.

Red Bull Honda sucht einen zweiten Weltklassefahrer für den Platz neben Leon Camier, Melandri steht aber weder bei Honda Motor Europe noch bei Partner Ten Kate Racing oben auf der Wunschliste. Allerdings hat der Italiener beste Verbindungen zur Honda Racing Corporation in Japan.

Auch im Team von Shaun Muir (SMR), dieses Jahr unter dem Namen Milwaukee Aprilia unterwegs, ist Melandri nicht der Favorit. Der Engländer verhandelt mit dem potenziellen zukünftigen Hauptsponsor Gulf Oil sowie Hersteller BMW über einen Drei-Jahres-Vertrag. Bei SMR haben reihenweise Topfahrer angeklopft, unter ihnen die wahrscheinlichste Fahrerpaarung Eugene Laverty und Markus Reiterberger.

Bleibt für Melandri nur noch das Althea-Team von Genesio Bevilacqua. Einigt sich Shaun Muir Racing mit BMW, wird Althea aller Voraussicht nach zu Ducati zurückkehren. 2011 war man bereits mit Fahrer Carlos Checa gemeinsam Weltmeister.

«Bislang haben wir nicht darüber gesprochen, aber ich kenne Genesio sehr gut», meinte Vergani zum möglichen Wechsel von Melandri zu Althea. «Er wird den letzten Moment abwarten, bis er den Deal mit Ducati eingefädelt hat. Sicher ist, dass Milwaukee nächstes Jahr keine Ducati einsetzt. Althea könnte für Marco eine gute Möglichkeit werden.»

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