Zuerst war kein Platz bei Yamaha – jetzt ist das Schweizer Team Gold wert!
Nach vielen Jahren mit MV Agusta steuert das AS-Team von Andrea Quadranti in der ersten Saison mit Yamaha auf den Gewinn der Supersport-WM 2026 zu. Das war nicht zu erwarten und wäre ein Paukenschlag!
Zwölf Jahre organisierte Andrea Quadranti in der Supersport-WM den Werksauftritt von MV Agusta. Tatsächlich engagierte sich der italienische Hersteller nur minimal und der Tessiner setzte viel eigenes Kapital ein. Es war eine Überraschung, als Quadranti im Winter zu Yamaha wechselte und seitdem als AS Racing operiert – das Kürzel ist der Name seines Hundes.
Es waren turbulente Wochen, bevor der Wechsel vollzogen werden konnte. Yamaha hatte keinen Platz für ein weiteres Team, und erst als die ehemalige Weltmeistertruppe Evan Bros zu ZX Moto wechselte, war der Weg für Quadranti frei. Was seither folgt, ist eine Erfolgsgeschichte und könnte mit dem ersten WM-Titel des Teams enden.
Aushängeschild Albert Arenas gewann bereits beim Saisonstart auf Phillip Island und nach sieben Meetings führt der Spanier die Gesamtwertung mit drei Siegen und elf Podestplätzen mit 251 Punkten komfortabel vor Valentin Debise (ZX Moto) mit 195 Zählern an.
So einen Auftakt hatte niemand erwartet
Hat Quadranti mit einem solchen Yamaha-Debüt gerechnet? «Das vielleicht nicht, was ich aber wirklich nicht erwartet hatte, waren die Ergebnisse in Australien. Das erste Rennwochenende mit Yamaha haben wir als Test angesehen, weil wir und auch Albert das Motorrad nicht kannten. Wir fühlten uns nicht bereit und wollten den Schaden begrenzen», erzählte der Schweizer SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Dann lief aber das erste Rennen schon nicht schlecht und das zweite noch besser. Danach Portimão: Es lief nicht überragend, aber grundsätzlich haben wir stetig Fortschritte gemacht – das müssen wir auch, weil die Konkurrenz unglaublich groß ist. Und nur ein Rennen kann alles ändern, so wie bei dem Unfall in Most. Da gehen einem viele Punkte verloren und andere machen viel Boden gut. Die Meisterschaft ist lang und es ist noch etwas früh, um an den Titel zu denken.»
Schon jetzt hat sich der Herstellerwechsel als richtige Entscheidung erwiesen. «Viele meinten, ich hätte früher wechseln sollen, allerdings hatte sich zuvor keine interessante Gelegenheit ergeben», erklärte Quadranti. «Yamaha hatte seine fixen Teams und wir kamen erst zum Zug, als der Platz von Evan Bros frei wurde. Hätte Evan Bros weitergemacht, wäre ein Markenwechsel sehr schwierig geworden. Wenn es mal eine Chance gegeben hat, dann vielleicht vor einigen Jahren.»
Ich schreibe die Erfolge nicht nur dem Team zu.andrea quadranti
Quadranti weiter: «Einen solchen Wechsel zu stemmen, ist nicht einfach. In Australien haben uns andere Yamaha-Teams geholfen, weil uns Teile fehlten. Jetzt schauen sie auf uns, weil wir meistens die beste Yamaha ins Ziel bringen. Es ist zu spüren, dass der Respekt unserem Team gegenüber gewachsen ist», schmunzelte der Teamchef. «Für mich ist das schön, aber ich schreibe die Erfolge nicht nur dem Team zu. Einen großen Anteil daran hat immer auch der Fahrer. Can Öncü ist zum Beispiel ein sehr guter Fahrer, Arenas ist aber noch ein wenig besser. Der Unterschied in den Rundenzeiten ist oft nur minimal, fast gar nichts. Insofern glaube ich nicht, dass wir als Team einen besseren Job machen als Ten Kate, die so viel Erfahrung und hervorragende Leute haben.»
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