Bezzecchi wieder von Martin torpediert: Sportchef mit Entschuldigung
Für den MotoGP-WM-Leader endete die Ungarn-Reise in einer sportlichen Katastrophe. Bezzecchi wurde nach dem Start vom Teamkollegen abgeräumt. Während «Bez» schwieg, versuchte der Chef zu schlichten.
Trotz Startplatz 6 hatte sich Marco Bezzecchi für den Großen Preis von Ungarn einiges ausgerechnet. Auch Platz 3 im Warm-up noch vor Marc Marquez hatte den WM-Spitzenreiter zuversichtlich gestimmt. Mit den Erkenntnissen traute sich Bezzecchi die mutige Entscheidung für einen Medium-Hinterreifen zu. Über die lange Distanz wollte der Italiener die Stärken seines Pakets ausspielen.
Die Konkurrenzfähigkeit hatte der Aprilia-Frontmann bereits mit Platz 3 im Sprint unter Beweis gestellt. Doch es sollte anders kommen. Wie in einem MotoGP-Horrorfilm wiederholte sich die Startsequenz vom Sprint in Japan im vergangenen Oktober. Teamkollege Jorge Martin, der am Start eine Reihe hinter Bezzecchi stand, verpasste wieder den Bremspunkt. Bezzecchi wie Di Giannantonio und Fernandez wurden torpediert.
Unglaublich, aber wahr: Martin war es gelungen, die WM-Ränge 1, 2, 3 und 5 auszuradieren. Ein Manöver, das auch auf die WM-Tabelle massive Auswirkungen hatte. Denn die Konkurrenten mit den Namen Marquez und Acosta holten am Balaton volle Punkte. In Ungarn verlor Aprilia-Pilot Bezzecchi 30 Zähler auf den Weltmeister.
Alle drei niedergegangenen Aprilia-Piloten standen nach dem GP-Drama aus Sicht der Tabellenführer nicht mehr für Interviews zur Verfügung. Den Job erledigte der Chef des Projekts aus Noale. Aprilia-Racing-CEO Massimo Rivola versuchte, Ruhe ins System zu bringen: «Wir müssen in erster Instanz froh sein, dass sich kein Pilot ernsthaft verletzt hat. Ich möchte mich aber dennoch bei allen entschuldigen, die in diesen Crash involviert waren, auch bei Fermin und Diggia. Mit Marco konnte ich noch nicht ausführlich reden, für ihn ist es aber ebenfalls sehr wichtig, dass es keine Verletzungen gab.»
Rivola ließ sich von der sportlichen Sonntags-Katastrophe nicht in eine Depression reißen: «So schlecht dieser Tag auch war, er überwiegt nicht unsere Erfolgserlebnisse in der vergangenen Woche in Italien.» In Mugello hatte Aprilia Rivale Ducati eine schmerzhafte Niederlage zugefügt. Tage später schoss sich das Erfolgsteam selbst aus dem Rennen. Zwar liegen Bezzecchi und Martin in der WM weiter vorne, bei den Herstellern sprang Ducati am Balaton aber heran. Nun liegen nur noch 13 Punkte zwischen den Werken aus Italien. Runde 8 zeigte einmal mehr, wie schnell sich das Blatt in der Königsklasse wenden kann.
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