Carlos Sainz gibt zu: «Ich habe unter den extremsten Leclerc-Fans gelitten»
Lewis Hamilton steht in Brasilien zu seiner Kritik an Charles Leclerc, dies nach dem siedend heissen Duell der zwei Ferrari-Stars in Mexiko. Wie sieht das Ex-Leclerc-Stallgefährte Carlos Sainz?
Lewis Hamilton lässt nach dem heissen Ferrari-Duell von Mexiko kein gutes Haar an Charles Leclerc. Wir hätten einen Doppelsieg erringen können in Mexiko, und wir müssen sicherstellen, dass dies nicht mehr vorkommt. Ich weiss, wie gut vernetzt und verankert Charles in diesem Team ist. Ich habe das immer respektiert. Es ist sicher nicht einfach für ihn, dass einer wie ich kommt, der dann so viele Änderungen fordert. Aber daran wird sich nichts ändern. Ich bin hier, um Rennen zu gewinnen, und dazu müssen sich halt auch Dinge ändern. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nächstes Jahr um den WM-Titel mitreden werden, und das wäre nicht möglich, wenn wir uns nicht alle steigern, das schliesst mich selber ein.»
Noch in Mexiko hatte der Engländer gesagt: «Der Kerl ist jetzt 28 Jahre alt, also hat das nichts mit dem Alter zu tun. Es geht vielmehr um die Mentalität. Es ist wie – entweder ich gewinne oder keiner von uns gewinnt. Und so sollte es nicht sein.»
Hamilton wird in Brasilien gefragt, ob er den Eindruck habe, dass Charles Leclerc gegen ihn härter fahre als gegen die anderen 20 Piloten. Lewis: «Ja.» Der Journalist hakt nach: «Kannst du mehr dazu sagen?» – Hamilton: «Nein, es ist so, wie ihr da seht.»
«Guckt euch Singapur an, da war er auf gleicher Höhe neben einem Gegner (es war Max Verstappen, M.B.) und er ist vom Gas gegangen. Also ist das schon anders. Und es war das Gleiche mit Vettel und mit Sainz.»
Dieser Carlos Sainz fuhr von 2021 bis 2024 an der Seite von Leclerc bei Ferrari. Sainz wurde drei Mal WM-Fünfter und gewann vier Grands Prix.
Der Spanier sagt gegenüber der Sportzeitung Marca: «Hätte ich so ein Manöver wie Leclerc in Mexiko gemacht, hätte ich eine Erklärung abgegeben. Ich habe Charles immer respektiert und er hat mich respektiert. Wir hatten intensive Kämpfe, wie in Monza und Las Vegas, und Momente grösser Anspannung im Laufe der Jahre.»
«Das Schwierigste bei meiner Zeit mit Ferrari war, das Umfeld, die Beziehung zu den Medien und vor allem zu den Fans zu managen. Die Situation zwischen Charles und mir war sehr polarisiert. Ich erinnere mich, dass ich wegen seiner extremsten Fans gelitten habe, die mich beleidigten oder mir Schlechtes wünschten. Sogar einige italienische Medien kritisierten mich dafür, dass ich mich nicht genug wie ein zweiter Fahrer verhalten habe.»
«Das wahre Problem drehte sich mehr um den Druck, der Ferrari umgibt, weniger um echte Schwierigkeiten zwischen mir und Charles. Jeder Konflikt wurde am selben Abend gelöst. Wir sprachen immer ruhig und schafften es, eine Lösung zu finden, um weiterzumachen. Und auch heute sind die Beziehungen zwischen uns beiden gut.»
Zur Problematik von zwei Hähnen im Hühnerstall sagt Carlos: «Ich kann mich nicht an ein Team erinnern, das zwei gute Fahrer hatte, die um die ersten Plätze kämpften, ohne dass dabei Probleme auftraten. Man kann entweder gleich einen Piloten als Nummer 2 bestimmen oder eben zwei wettbewerbsfähige Fahrer haben. Aber das ist auch bei Mercedes und McLaren, nicht nur bei Ferrari passiert. Man kann nicht von Spitzenpiloten erwarten, dass sie darauf verzichten, ein Rennen zu gewinnen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach






