Lewis Hamilton/Ferrari gnadenlos: «Ich lasse mir nicht den Mund verbieten»
Lewis Hamilton hat nach dem Ferrari-Knatsch in Mexiko seinen Standpunkt erhärtet, Charles Leclerc war am Medientag nicht anwesend (wie praktisch). Die Probleme von Ferrari sind nicht gelöst.
Anfang November sind Alexandra und Charles Leclerc zum ersten Mal Eltern geworden, eine sehr schöne Nachricht. Praktischer Nebenaspekt – der Monegasse blieb noch etwas bei Frau und Kind und liess den Medientag von Brasilien aus. Er hat dazu eine Sondergenehmigung erhalten, denn Schwänzen bedeutet normalerweise beim Autosport-Weltverband eine Strafe.
Auf diese Weise ist der neunfache GP-Sieger unbequemen Fragen vorerst aus dem Weg gegangen. Mit seiner knallharten Fahrweise hat Leclerc in Mexiko seinen Teamgefährten Hamilton verärgert und den Rennstall vielleicht einen Doppelsieg gekostet. Ferrari hatte in Mexiko das schnellste Auto, gewonnen hat aber Max Verstappen.
Lewis Hamilton ist kompromisslos: Er hat nach dem turbulenten WM-Lauf im Autódromo Hermanos Rodríguez gejammert, und er jammert auch in Brasilien. Der englischen Superstar fühlt sich ungerecht behandelt, auf und neben der Strecke.
Er bleibt der Ansicht, dass Leclerc gegen ihn die Ellenbogen weiter ausfährt als gegen andere Gegner. «Guckt euch Singapur an, da war er auf gleicher Höhe neben einem Gegner (es war Max Verstappen, M.B.) und er ist vom Gas gegangen. Also ist das schon anders. Und es war das Gleiche mit Vettel und mit Sainz.»
Besonders in Italien wird kontrovers darüber diskutiert, ob Lewis Hamilton das Team auf seine Seite ziehen wolle und hinter vielen seiner Taten Berechnung stehe.
Das macht den Briten erst recht wütend: Was ich hingegen nicht billige, das ist, wenn man mir Berechnung unterstellt. Sorry, aber wir fahren da draussen Rennen mit Puls 170 und 300 Sachen, da hast du keine Zeit, darüber nachzudenken, was du nachher gegenüber den Medien sagst. Es liegt auf der Hand, dass nach einem Vorfall auf der Strecke Frust hochkommt und man sich entsprechend äussert. Klar sagt man auch Dinge, die man später bereut, aber ich werde mich nie entschuldigen dafür, dass ich echt bin. Und ich lasse mir nicht den Mund verbieten.»
Der Eindruck von aussen: Es hat Gespräche gegeben, es wird weitere Gespräche am Freitag in Brasilien geben, die Beteiligten werden anschliessend beteuern, man werde versuchen, das beim nächsten Mal mannschaftsdienlicher zu machen.
Ich behaupte: Und wenn dann Lewis Hamilton und Charles Leclerc erneut das gleiche Stücke Asphalt für sich beanspruchen, wenn es vielleicht 2027 nicht nur um einen Sieg, sondern um den Fahrer-WM-Titel geht, dann wird es wieder krachen.
Diese Probleme bei Ferrari sind ungelöst.
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