Rally Raid-WM-Argentinien: Quintero (Toyota) gewinnt das Desafio Ruta 40
Der erst 23-jährige US-Amerikaner Seth Quintero siegt nach einem tollen Endspurt beim dritten Rally Raid-WM-Lauf des Jahres in Argentinien.
Das Rallye-Allround-Talent sicherte sich mit seiner Triumphfahrt erstmals einen Sieg in einem Rally Raid-WM-Rennen. Der Toyota Gazoo Racing-Pilot war mit einem Vorsprung von nur sieben Sekunden in die fünfte und letzte Etappe gegangen. Der Kalifornier behielt die Nerven und konnte sich gegen die etablierten Wüstenrallyestars durchsetzen und sicherte sich den Sieg. Nachdem sich Quintero bereits den W2RC Challenger-Titel 2023 gesichert hatte, ist er mit dem Sieg in der Ultimate-Klasse nun endgültig als einer der ganz großen Fahrer etabliert.
Seth Quintero verband seinen Erfolg mit großem Dankschön an seine Wegbegleiter:«Ich habe bereits bei mehreren Ultimate-Rennen einen Platz auf dem Gesamtpodium erreicht, aber mir hat immer das Quäntchen Glück gefehlt, das man zum Sieg braucht. Es gibt so viele Menschen, denen ich danken muss. Toyota Gazoo Racing hat mir dieses fantastische Auto und die Möglichkeit gegeben, ganz vorne mitzukämpfen. Red Bull arbeitet schon seit meinem 12. Lebensjahr mit mir zusammen, um mich an diesen Punkt zu bringen. Mein Beifahrer Shorty (Andrew Short) hat es absolut gerockt. Meine Mama, mein Papa und alle Jungs zu Hause … ich liebe euch, danke».
Die Spannung des Desafio Ruta 40 mit Start und Ziel im Westen vor Argentinien gelegenen San Juan hielt in allen Rennklassen auf den fünf extrem anspruchsvollen Rallye-Etappen permanent an. Brisante Duelle wurden ausgefochten. Die 3.000 Kilometer lange Strecke forderte dem rasenden Konvoi der Rallye-Raid-WM alles ab, als er über Berge, durch Dünen, entlang von Flüssen und durch dichte Vegetation fahren musste. Es gab überraschende Erstsieger und Triumphe für einige etablierte Offroad-Piloten, für die Siege längst zur Gewohnheit geworden sind.
Der Südafrikaner Henk Lategan sorgte für einen Doppelsieg von Toyota, als er mit weniger als zwei Minuten Rückstand auf Quintero die Ziellinie überquerte…
Der Sieger des südafrikanischen WM-Laufs im Vorjahr kommentierte: «Wir wurden in den ersten beiden Tagen ein wenig überrascht. Aber wir waren dann wieder schnell genug, um wieder nach vorne zu kommen und schließlich den zweiten Platz zu belegen. Ich freue mich sehr für Seth, dass er seinen ersten großen Sieg errungen hat. Zudem freue mich für das Team, dass wir ein so großartiges 1-2-Ergebnis erzielt haben».
Dacia-Pilot Nasser Al-Attiyah startete mit weniger als 10 Sekunden Rückstand auf Quintero in die letzte Etappe. Der Katarer gab alles, um den Sieg einzufahren. Unglücklicherweise für den aktuellen Rallye Dakar-Sieger ließ ein Reifenschaden die die Luft aus seinem Vorhaben entweichen. Al-Attiyah kämpfte sich zurück und sicherte sich den dritten Platz in der Gesamtwertung einen Podiumsplatz.
Nasser Al-Attiyah erläuterte: «Wir hatten auf der letzten Etappe diesen Reifenschaden, der uns ins Hintertreffen brachte - aber so ist der Motorsport nun einmal. Wir sind Dritter geworden, und das bringt uns weitere wertvolle Punkte für die Meisterschaft. Die Voraussetzungen für den nächste WM-Runde in Marokko sind gut».
Dacia Sandriders-Teamkollege Sebastien Loeb beendete das Desafio Ruta 40 auf dem vierten Gesamtrang. Mit diesem Ergebnis bleibt der Franzose an der Spitze der Gesamtwertung der Rally Raid-WM und der W2RC Ultimate-Klasse. Zwei Rennen stehen im Saisonverlauf noch aus. Der neunfache Rallye-Weltmeister führt mit 114 Punkten, gefolgt von Al-Attiyah mit 111 und Quintero mit 101 Punkten die nun WM an, während sich die Saison auf ein spannendes Finale zu bewegt.
Der dritte Dacia, gefahren von Lucas Moraes, erlitt auf der dritten Etappe einen schweren Unfall in den Dünen. Der amtierende Rally Raid-Weltmeister konnte den Wettbewerb wieder aufnehmen und erreichte das Ziel.
Auch für den Argentinier Kevin Benavides verlief das Desafio Ruta 40 ereignisreich, als er in einem Toyota Hilux sein Debüt in der Top-Klasse gab. Der zweifache Dakar-Sieger bei den Motorrädern sicherte sich auf der zweiten Etappe einen Podiumsplatz. Beim Heimspiel bewies er damit, dass er das Tempo hat, um in der Meisterschaft mit den Allerbesten mitzufahren.
Kevin Benavides erläuterte: «Ich bin superglücklich das Rennen beendet zu haben, denn das war mein größtes Ziel für diese erste Rallye in der Ultimate-Klasse. Wir haben diese Woche einige großartige Ergebnisse erzielt. Auf derzweiten Etappe auf das Podium zu kommen war unglaublich».
Ford Racing brachte drei Raptor T1+-Fahrzeuge nach Argentinien. Am Steuer saßen die schnellen Routiniers Carlos Sainz, Nani Roma und Mitch Guthrie Jr.. Ein Etappensieg für Sainz auf der vierten Etappe war das Highlight für das Team während einer gesamten harten Woche. Roma war der bestplatzierte Fahrer des Teams: Der ehemalige Dakar-Sieger sowohl in der Motorrad- als auch in der Autoklasse belegte den achten Gesamtrang.
Nani Roma erläuterte den Event: «Das war eine wirklich schöne Rallye, hart, aber wunderschön. Wir hatten einige technische Probleme, die die Sache erschwert haben. Ich kenne diesen Sport schon lange und weiß, dass manchmal alles perfekt läuft und man manchmal eben mit Problemen zu kämpfen hat».
Vier von Stephane Peterhansels insgesamt 14 Dakar-Siegen errang der Franzose, als die härteste Rallye der Welt in Südamerika ausgetragen wurde. Der Haudegen feierte diese Woche mit seinem Defender ein triumphales Comeback auf dem Kontinent, als er den Sieg in der seriennahen Stock-Kategorie einfuhr. Peterhansel wurde von seinem Teamkollegen Rokas Baciuska bis zum Schluss der Rallye hart gefordert.
Peterhansel meinte: «Wir freuen uns riesig, hier in Argentinien zu gewinnen. Das Wichtigste für mich ist, Spaß am Rennen zu haben, und es war super schön, mit meinem Defender durch diese Landschaften zu fahren. Es war toll, wieder hier zu sein».
Auch Matthias Walkner war bereits Dakar-Sieger in Südamerika gewesen. Dieser Sieg gelang dem Österreicher 2018 auf zwei Rädern, als die Dakar damals in Cordoba endete. Jetzt feiert er den Sieg beim Desafío Ruta 40 auf vier Rädern, nachdem er in der Challenger-Kategorie triumphierte. Mit seinem BBR-Taurus Buggy konnte er sich mit einem knappen Vorsprung von 29 Sekunden Vorsprung durchsetzen. Es gibt mittlerweile eine lange Tradition, dass hochkarätige Rallye-Raid-Motorradfahrer erfolgreich auf vier Räder umsteigen können. Nun reiht sich Walkner in diese Riege ein.
Matthias Walkner kommentierte: «Ich bin überglücklich, dass ich meinen ersten Sieg bei einem Weltmeisterschaftsrennen auf vier Rädern erringen konnte. Mein erstes Rennen mit Pablo (Moreno, Beifahrer) und mit BBR. Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Ich bin froh, dass wir die ganze Woche über ein wirklich gutes Tempo vorlegen konnten».
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