Roland Asch auf wilder Fahrt durch die eigene Karriere
Die 75-jährige DTM-Legende Roland Asch startet beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring gleich in zwei Fahrzeugen, welche seine Karriere prägten.
Drei Rennwagen führen beim BELMOT Oldtimer-Grand-Prix durch mehrere Jahrzehnte der Karriere von Roland Asch. Zwei davon fährt der 75-Jährige Schwabe an diesem Wochenende selbst: Gemeinsam mit seinem Sohn Sebastian startet er im Ford Sierra RS500 der Tourenwagen Golden Ära. Im Class One Revival teilt er sich außerdem einen V8STAR mit Michael Sadurski. Eigentlich sollte noch ein Mercedes 190 E hinzukommen. Doch drei Fahrzeuge in unterschiedlichen Programmpunkten wollte sich Asch dann doch nicht zumuten: «Das ist mir zu viel», begründet er seinen Verzicht.
Der Mercedes gehört dennoch zu dieser persönlichen Zeitreise. Asch bezeichnet den 190 E 2.5-16 Evolution II als sein Lieblingsrennfahrzeug und sagt, er sei mit diesem Auto geradezu «verwachsen». Bei Veranstaltungen der Tourenwagen Golden Ära startet er immer wieder mit dem Fahrzeug. Das passt zu seiner Laufbahn: Mit Mercedes feierte Asch in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft zahlreiche Erfolge. Zweimal wurde er mit dem 190er Vizemeister – 1988 mit dem urpsrünglichen Modell (190 E 2.3-16), 1993 dann in der legendären Evo-II-Version.
Gemeinsam mit Sohn Sebastian im Ford Sierra RS500
Im Ford Sierra RS500 #2 teilt sich Asch das Cockpit erneut mit seinem Sohn Sebastian. Vater und Sohn sind schon häufig gemeinsam mit diesem Auto angetreten. Auch beim BELMOT Oldtimer-Grand-Prix gehören sie seit Jahren zu den bekannten und beliebten Teams im Starterfeld.
Die Gestaltung des Sierra spielt augenzwinkernd auf die historische Bastos-Lackierung an. Weil der Name der Zigarettenmarke heute nicht mehr für Werbezwecke verwendet werden soll, wurde aus «Bastos» kurzerhand «Bastis» – passend zu Sebastian Asch.
Doch so charmant die äußere Anspielung ist, so viel Respekt verlangt der Rennwagen hinter dem Lenkrad. Bis etwa 5.000 Touren passiere wenig, beschreibt Roland Asch die Leistungsentfaltung. Dann setze die Leistung «gewaltig» ein. «Der Sierra entspricht weitgehend dem damaligen technischen Stand: mit H-Schaltung, Glasscheiben und ohne nachgerüstetes ABS», zählt er auf. Das schmale nutzbare Drehzahlband stellt hohe Anforderungen an den Fahrer. Sohnemann Sebastian könne diese Charakteristik besser überspielen, sagt der Vater anerkennend.
Rückkehr in den V8STAR
Ganz anders ist der V8STAR #11, den Roland Asch kurzfristig beim Class One Revival fährt. Mit dem konkreten OGP-Fahrzeug ist er zwar bislang nicht angetreten, das Konzept kennt er jedoch bestens. In der V8STAR wurden seinerzeit technisch weitgehend einheitliche Rennwagen mit verschiedenen Silhouetten eingesetzt. Der großvolumige V8-Motor stellte schon bei niedrigen Drehzahlen reichlich Drehmoment bereit – ein deutlicher Gegensatz zum plötzlich einsetzenden Turboschub des Sierra.
Asch fuhr von 2001 bis 2003 in der V8STAR. In der Premierensaison 2001 trat er für PoleVision Racing mit einer Jaguar-S-Type-Silhouette an. Mit zwei Siegen wurde er Meisterschaftsdritter – punktgleich mit dem Zweitplatzierten Marcel Tiemann. Beide Erfolge feierte Asch auf dem Nürburgring. 2002 folgte mit einer Ford-Mondeo-Silhouette der fünfte Gesamtrang. Im darauffolgenden Jahr kehrte er für einige Läufe mit einer Opel-Omega-Silhouette von Irmscher Motorsport zurück und gewann – erneut auf dem Nürburgring.
Der Einsatz beim Class One Revival ist deshalb mehr als ein spontaner Zusatzstart. Mit Asch, einem V8STAR und dem Nürburgring findet eine Verbindung wieder zusammen, die bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten ausgesprochen erfolgreich war.
Bei aller Freude über die verschiedenen Rennwagen ist für Roland Asch heute jedoch etwas anderes entscheidend. Der Motorsport ist für ihn inzwischen auch ein gemeinsames Erlebnis mit Sebastian: «Dass ich heute gemeinsam mit meinem Sohn Rennen fahren kann, ist für mich das Schönste. Das ist ein Geschenk.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach






