Raul Fernandez: Nach Applaus vom Trackhouse-Boss schimpfte er sich selbst
Beide Aprilia von Trackhouse Racing sind in Silverstone in Startreihe 1 zu finden. Nach einem verpatzten Sprint will Raul Fernandez besser starten und seiner Mannschaft den ganz großen Erfolg liefern.
Für Trackhouse-Pilot war der Auftritt auf der britischen Insel lange eine große Erfolgsstory. Schon vor der ersten Session auf der außergewöhnlichen Silverstone-Piste war der Madrilene bester Dinge. Die Finalisierung der Partnerschaft mit Trackhouse Racing bis 2028 sorgte wenig überraschend für Befreiung – nachdem die Zukunft nicht immer klar schien und es auch Gespräche mit anderen Teams gab.
Als die Unterschrift gesetzt war, wuchs Fernandez weiter, glänzte auf der Piste in allen Sessions. Im Q2 lieferte der Spanier auf den Punkt und stellte die RS-GP in die erste Reihe. Für sein Engagement und die Leistung auf der Piste applaudierte der in England anwesende Teaminhaber Justin Marks vor dem offiziellen MotoGP-Mikro: «Wir sind überaus glücklich, ihn zu haben – Raul ist Teil des Trackhouse-Fundaments in der MotoGP –, er ist ein Teil unserer Familie und dass wir weitere gemeinsame Jahre vor uns haben, ist ein großer Gewinn.»
Stunden später war zumindest die Stimmung beim wertgeschätzten Athleten von Gegenwart und Zukunft verflogen. Die Aprilia von «RF25» kreiselte in der ersten engen Linkskurve Village von der Bahn. Fernandez blieb unversehrt, war nach dem kurzen Sprint stinksauer – auf sich selbst. «Ich bin sehr ärgerlich, denn das war 100 Prozent meine Schuld, ganz klar meine Fehler!»
Der Trackhouse-Pilot schilderte die Ursachen: „Ich fuhr hinter Marco, habe ihn studiert, war schneller als er. Ich habe ihn mir dann zurechtgelegt, wollte aus Kurve 4 mehr Schwung mitnehmen, bin aber etwas zu aggressiv eingebogen. Der eigentliche Punkt war aber der sehr schlechte Start. Das hat mich erst in die Lage gebracht.»
In der Tat: Fernandez verlor auf dem ersten Kilometer drei Positionen und musste entsprechend offensiv ans Werk gehen. Fernandez, der sich trotz des Patzers in der WM-Tabelle noch vor Pedro Acosta auf Platz 6 halten konnte, suchte keine Ausreden, sieht aber das schwache Loskommen als größeres Thema. «Ich hatte schon am Morgen kein gutes Gefühl mit der Kupplung und im Sprint gab es am Start einige Vibrationen. Wir arbeiten daran, das genau zu verstehen. Ich selbst versuche, die Ruhe zu bewahren, mich zu konzentrieren und im GP dazu zu sein, wo wir sein können.«
In dem Fall an der Spitze. In Silverstone ist die Aprilia-Welt nach einem Dreifach-Triumph im Q2, der auch über die Ziellinie getragen wurde – übrigens erstmals in einem Sprint – wieder in Ordnung. In Fahrer- und Konstrukteurs-WM schwamm man sich wieder einige Punkte frei. Mit einem fehlerfreien Raul Fernandez könnte aus dem Erfolgs-Trio ein Quartett werden.
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