Formel-1-Champion Lando Norris: Ist der McLaren-Star besser als sein Ruf?
Obwohl Lando Norris im vergangenen Jahr den Kampf um den WM-Titel für sich entschieden hat, wird der McLaren-Star oft kritisiert. Zu Unrecht, findet der frühere Ferrari-Ingenieur Rob Smedley.
Lando Norris hat im vergangenen Jahr geschafft, wovon viele GP-Piloten nur träumen können: Er hat sich zum Weltmeister gekürt. Dabei sah es zeitweise so gar nicht nach einem Gesamtsieg des Briten aus, denn sein McLaren-Teamkollege Oscar Piastri führte die WM lange an und verfügte zwischenzeitlich auch über einen stattlichen Vorsprung auf seinen Stallgefährten.
Norris biss sich durch und zeigte in der Schlussphase ein starkes Rennen nach dem anderen. Gleichzeitig durchlief sein Teamkollege eine Leistungskrise. Dennoch hatte Norris kein leichtes Spiel, denn Red Bull Racing-Star Max Verstappen legte in den letzten Rennen derart zu, dass sich der WM-Fight bis zum Saisonfinale in Abu Dhabi hinzog. Norris setzte sich schliesslich durch, zwei Punkte machten am Ende den Unterschied.
Lando Norris im Fokus der Kritiker
Die grosse Anerkennung bleibt aber bei einigen Fahrerlager-Dauergästen aus. Sie verweisen auf die Privilegien, die Norris als Spross einer wohlhabenden Familie geniessen konnte. Dabei wird missachtet, dass dies auf einige Fahrer im Feld zutrifft. Auch deshalb ärgert sich Rob Smedley über den Ruf, den Norris bei einigen Experten geniesst.
Der frühere Ferrari-Ingenieur sagt im «High Performance Racing»-Podcast: «Wenn man sich im Fahrerlager umhört und mit den Leuten redet, dann merkt man, dass er einen etwas schlechten Ruf hat. Es heisst immer: ‚Oh, Lando hatte diese fantastische Nachwuchskarriere.‘ Und das stimmt auch. Fantastisch insofern, als seine Einsätze finanziell sehr gut abgesichert waren. Ich glaube, er hatte einfach alles. Aber er ist jetzt hier angekommen, und er muss sich trotzdem beweisen.»
Nicht der einzige privilegierte Fahrer
Der Umstand, dass die nötigen finanziellen Mittel vorhanden waren, trüben die Leistungen des McLaren-Stars nicht, betont Smedley: «Es gibt genug andere Fahrer, für die in den Nachwuchskategorien mehr Geld ausgegeben wurde, und die es dennoch nicht geschafft haben, in der Formel 1 zu glänzen.» Die Kritiker sieht er deshalb nicht als Insider an. «Diejenigen, die dem Team nahestehen, wissen wie hart der Sport ist und was Norris jede Woche leistet. Er bekommt da nur lobende Worte.»
Hinter den Kulissen sei klar, wie hart Norris arbeitet, fährt der 52-jährige Brite fort: «Er ist superschnell, und mittlerweile auch sehr konstant. Und eigentlich denke ich, dass er trotz seiner Social-Media-Aktivitäten ein zäher Kerl ist. Er hat eine enorme mentale Stärke, und das hat sich auch schon im vergangenen Jahr gezeigt. Er ist sehr hart im Nehmen. Da spielt es keine Rolle, wie seine Kindheit war und was sein Vater Adam alles für ihn getan hat. Er hat es wirklich drauf und ist ein zäher Kerl.»
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