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Max Neukirchner (YART): «Wichtig, dass man auch mal einen Schock bekommt!»

YART präsentierte sich in Spa lange Zeit stark, wurde im Qualifying aber durch den Sturz von Marvin Fritz zurückgeworfen. Crewchief Max Neukirchner spricht über den Schockmoment und die Lehren daraus.

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Die Weltmeister-Mannschaft von YART zählt auch bei den 8 Stunden von Spa zu den Favoriten. Doch das Wochenende in den Ardennen verlief bislang nicht ohne Rückschläge. Vor allem der Sturz von Marvin Fritz im zweiten Qualifying sorgte für jede Menge Arbeit und brachte die Titelverteidiger kurzzeitig aus dem Konzept.

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Dabei hatte das Wochenende für die Mannschaft aus Österreich durchaus vielversprechend begonnen. Trotz des typisch belgischen Wetters mit ständig wechselnden Bedingungen fühlte sich YART gut aufgestellt.

«Wir erleben hier seit langem mal wieder ein schwieriges Wochenende», gestand Crewchief Max Neukirchner beim exklusiven Treffen mit SPEEDWEEK.com in Spa. «Am Donnerstag konnten wir mit zwei Motorrädern fahren. Es war ein sehr langer Tag. Wir hatten immer wieder wechselhafte Bedingungen.»

Die schwierigen Verhältnisse forderten das gesamte Team. «Das zehrt am gesamten Team. Man spürte, dass hier und dort die Konzentration nicht mehr bei 100 Prozent lag. In solchen Momenten kommt es zu kleinen Fehlern.»

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Sportlich lief es für den amtierenden Weltmeister dennoch zunächst nach Plan. «Für uns lief es dennoch gut, wir waren sehr gut aufgestellt. Wir konnten konstant schnell fahren und waren happy.»

Fehler im Q2: YART wollte zu viel

Kurz vor dem Ende des zweiten Qualifyings folgte jedoch der Schock. Marvin Fritz stürzte und beschädigte seine Yamaha R1 schwer. «Im Qualifying hatte Marvin dann einen Sturz kurz vor Ende. Wir mussten das Motorrad komplett neu aufbauen. Es war sehr stark beschädigt», berichtete Neukirchner.

Rückblickend ärgert sich der mehrfache Superbike-WM-Laufsieger darüber, dass sein Team in dieser Situation zu viel wollte. Angesichts der bekannten Defizite der Yamaha auf den langen Geraden wäre aus seiner Sicht etwas mehr Zurückhaltung die bessere Strategie gewesen. «Auf der langen Geraden verlieren wir mit unserem Qualifying-Motor 0,7 Sekunden auf die BMW», erklärte Neukirchner. «Wir hätten deshalb entspannter bleiben und uns mit Platz 2 zufrieden geben sollen.»

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Doch die Ausgangslage verleitete YART dazu, noch einmal alles zu riskieren. «Wir hatten aber noch zwei Qualifying-Reifen übrig und bei Marvin war es wieder trocken. Wir hatten zu viel Selbstbewusstsein und dachten, dass wir es noch schaffen können. Wir haben es einfach übertrieben.»

Für Neukirchner gehört es jedoch zum Langstreckensport, aus solchen Situationen die richtigen Schlüsse zu ziehen. «Das kann passieren. Wir haben wieder dazugelernt und das ist ganz wichtig.» Während die Fahrer den Sturz schnell abhaken konnten, wartete auf die Mechaniker eine Mammutaufgabe. Die beschädigte Yamaha musste innerhalb kürzester Zeit praktisch komplett neu aufgebaut werden.

«Die Mechaniker mussten das Motorrad komplett neu aufbauen. In der Box stand nur noch der Rahmen mit der Schwinge», schilderte Neukirchner. Der Zwischenfall hatte aber auch eine positive Seite. Nach dem erfolgreichen Saisonauftakt in Le Mans und den starken Trainingsleistungen in Spa sei eine kleine Erinnerung an die Realität vielleicht gar nicht verkehrt gewesen.

Warum der Schockmoment wichtig für das Team war

«Es hat uns ein bisschen heruntergeholt», meinte der YART-Teammanager. «Es ist wichtig, dass man auch mal einen Schock bekommt und die Realität spürt.» Vor dem Rennen richtet der amtierende Weltmeister den Blick deshalb nicht ausschließlich auf den Tagessieg, sondern auch auf die Gesamtwertung. Mit dem Erfolg bei den 24 Stunden von Le Mans hat YART bereits wichtige Punkte gesammelt.

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«Wir müssen nicht gewinnen», betonte Neukirchner. «Natürlich ist es immer das Ziel, zu gewinnen. Aber wir müssen schon jetzt an die Meisterschaft denken.» Die Ausgangslage bewertet der Sachse realistisch. «Mit dem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans haben wir den Grundstein bereits gesetzt. Wir wissen, dass wir hier nicht die Stärksten sind.»

Dass am Ende trotzdem alles möglich ist, hat YART erst vor wenigen Wochen eindrucksvoll bewiesen. «Wir haben bereits in Le Mans bewiesen, dass man nicht der Stärkste sein muss, um zu gewinnen.»

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