Garrett Gerloff und das Superpole-Desaster: «Ich kriege es nicht hin»
In der heutigen Superbike-WM ist ein gutes Qualifying essenziell, um ansprechende Ergebnisse einzufahren. Für Kawasaki-Pilot Garrett ist das Qualifying das größte Problem überhaupt.
Als Garrett Gerloff 2020 mit GRT Yamaha in der Superbike-WM debütierte, gab es viele Skeptiker. Der Texaner war zwar Dritter der MotoAmerica, der herausragende US-Pilot war jedoch Cameron Beaubier. Aber Gerloff überzeugte als Rookie im letzten Saisondrittel mit drei Podestplätzen und wurde WM-Dritter.
Mittlerweile gehört der 30-Jährige zum festen Inventar der Superbike-WM und fährt nach BMW (2023/2024) seit 2025 die einzige Kawasaki ZX-10RR im Teilnehmerfeld. In diesem Jahr erreichte Gerloff vierte und fünfte Plätze und war gelegentlich bester Nicht-Ducati-Pilot.
Gerloff weiß: Er könnte erfolgreicher sein, wenn er endlich seine Schwäche in der Superpole ausmerzen könnte. Nur selten qualifiziert sich der Kawasaki-Pilot in den ersten drei Reihen, die für vordere Positionen in der umkämpften Superbike-WM essenziell ist.
«Es ist ja nicht so, als hätte ich noch nichts probiert – seit sechs Jahren tue ich das», sagte nach Startplatz 11 am vergangenen Wochenende im MotorLand Aragon. «2021 habe ich einfach die Augen geschlossen und mir gesagt ‹quetsch einfach eine gute Zeit heraus›. Das Ergebnis war, dass ich mehrmals in der ersten Runde gestürzt bin und ohne gezeitete Runde als Letzter starten musste, weil das Motorrad zerstört war. Es ist ein schmaler Grat. Es geht darum, an der richtigen Stelle zu pushen, und das versuchte ich ständig.»
In den Rennen steigert sich Gerloff dagegen immer wieder zu Höchstleistungen. «Ich bin sehr gut darin, konstant zu fahren und jede Runde etwas auf dieselbe Art und Weise zu tun. Über die Renndistanz solide Rundenzeiten zu fahren, das ist meine Stärke», betonte der WM-Zehnte. «Aber für eine Runde eine halbe Sekunde schneller zu sein, so wie Alex Lowes das hervorragend macht, das kriege ich nicht hin. Bei Axel Bassani habe ich wiederum das Gefühl, dass er damit auch so seine Probleme hat – er ist dann aber immer noch ein wenig schneller als ich und qualifiziert sich in den Top-10.»
Alex Lowes und Axel Bassani sind für Gerloff die Referenz, da die KB998 vom Motor der ZX-10RR angetrieben wird.
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