Markus Reiterberger: Warum Suzuka für BMW eine große WM-Chance ist
BMW reist als WM-Dritter nach Suzuka. Markus Reiterberger sieht im japanischen Langstreckenklassiker eine große Chance, wichtige Punkte auf die Konkurrenz gutzumachen.
Mit dem Sieg bei den 8 Stunden von Spa hat das BMW-Werksteam rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt in Suzuka ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. In der Gesamtwertung der Langstrecken-WM belegt die Mannschaft nach zwei von vier Rennen mit 68 Punkten den dritten Platz. Titelverteidiger YART reist mit 91 Zählern nach Japan, SERT liegt mit 69 Punkten nur einen Zähler vor BMW. Dahinter folgt Kawasaki Webike Trickstar mit 64 Punkten.
Für BMW-Werkspilot Markus Reiterberger könnte ausgerechnet Suzuka zu einem entscheidenden Wendepunkt im Titelkampf werden. Der Deutsche sieht im traditionsreichen 8-Stunden-Rennen eine besondere Konstellation, von der sein Team profitieren könnte.
Warum Suzuka für BMW eine große Chance ist
Der Grund liegt im außergewöhnlichen Starterfeld. Während Honda und Yamaha neben den permanent eingeschriebenen EWC-Mannschaften jeweils hochkarätig besetzte Werksteams ausschließlich für Suzuka an den Start bringen, konzentriert sich BMW vollständig auf sein reguläres Langstrecken-Team. Dadurch entsteht eine interessante Ausgangslage im Kampf um die Weltmeisterschaft.
«Wir sind ein europäisches Team und das Werksteam», erklärte Reiterberger gegenüber SPEEDWEEK.com. «Wir gehen mit den vollen 100 Prozent rein und können ein Podium oder den Sieg anpeilen.»
Anders als bei Honda und Yamaha verteilt sich die Aufmerksamkeit bei BMW nicht auf mehrere Projekte. Die japanischen Hersteller verfolgen auf ihrer Heimstrecke traditionell andere Prioritäten. Für Honda steht der fünfte Suzuka-Sieg in Folge im Fokus, Yamaha möchte mit seinem prominent besetzten Werksteam den prestigeträchtigen Langstreckenklassiker zurückerobern. Beide Hersteller setzen dafür Einsatzmannschaften ein, die beim Kampf um den Titel keine Rolle spielen, den permanent eingeschriebenen Teams im Rennen aber Spitzenplatzierungen und Punkte streitig machen können.
Genau darin erkennt Reiterberger die Chance für BMW. «Die japanischen Hersteller haben andere Prioritäten, einige haben in Suzuka richtige Werksteams. Vielleicht ist das eine Chance für uns», sagte der Bayer. Sollten Honda oder Yamaha vor den dauerhaft eingeschriebenen WM-Teams ins Ziel kommen, könnten sie den direkten Titelrivalen wertvolle Punkte wegnehmen. Für BMW wäre das eine ideale Ausgangslage, um Boden auf YART und SERT gutzumachen.
BMW beim Testauftakt auf Augenhöhe zu den japanischen Werksteams
Dass die Münchner mit berechtigten Hoffnungen nach Japan reisen,
Entsprechend optimistisch blickt Reiterberger auf das dritte Saisonrennen. «Unsere Formkurve zeigt nach oben. Ich sehe es eher als Chance», betonte der BMW-Werkspilot. Sollte das BMW die starke Pace aus Spa und den Suzuka-Tests in ein Spitzenergebnis ummünzen, könnte das Rennen nicht nur den Kampf um den prestigeträchtigen Gesamtsieg, sondern auch den Titelkampf in der Langstrecken-Weltmeisterschaft nachhaltig beeinflussen.
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