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Schreckmoment in Spa: Team Bolliger holt nach Horrorsturz noch Punkte

Das Team Bolliger Switzerland lag in Spa auf Top-6-Kurs, ehe Nico Thöni spektakulär stürzte. Dank einer starken Teamleistung holte die Kawasaki-Mannschaft dennoch wichtige WM-Punkte.

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Für das Team Bolliger Switzerland endeten die 8 Stunden von Spa mit gemischten Gefühlen. Einerseits freute sich die Schweizer Mannschaft über wichtige WM-Punkte, andererseits kostete ein spektakulärer Sturz von Nico Thöni in der Schlussphase ein mögliches Top-Ergebnis.

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Bis knapp eine Stunde vor Rennende lief für die Kawasaki-Mannschaft alles nach Plan. Das Team bewegte sich mit seinen Fahrern Nico Thöni, Alex Toledo und Xavi Artigas konstant in den Top-10 und fuhr einem starken sechsten Platz entgegen. Doch die Bedingungen waren tückisch. Auf abtrocknender Strecke sah man einige Zwischenfälle, meist auf den extrem rutschigen weißen Linien und den Randsteinen.

«Das gesamte Team hat super gearbeitet. Bis eine Stunde vor Rennende sah es für uns richtig gut aus. Dann hatten wir leider den Sturz», erklärte Teamchef Kevin Bolliger im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Nico kam auf den Randstein, der noch feucht war. Es war ein Fahrfehler, doch so etwas kann den besten Fahrern passieren», erklärte Bolliger. «Ich mache Nico keinen Vorwurf.»

Heftiger Abflug und ein weiterer Sturz in der Box

Der Sturz sorgte dennoch für einen Schreckmoment. Thöni verlor bei hohem Tempo die Kontrolle über die Kawasaki und schlug hart auf dem Asphalt auf. Er rutschte über die Strecke und auch die Kawasaki schlitterte über den Kurs. Die folgenden Fahrer konnten glücklicherweise ausweichen. «Ich bin sehr froh, dass Nico soweit heile geblieben ist. Der Sturz sah sehr heftig aus. Er ist bei hohem Tempo gestürzt. Ich bin wirklich nur dankbar, dass er in Ordnung ist.»

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Besonders bemerkenswert: Trotz des heftigen Einschlags gelang es Thöni, die beschädigte Kawasaki zurück an die Box zu bringen. Bei der Rückkehr in die Box hatte das Team erneut Glück im Unglück, denn auf Grund der Beschädigungen an der Maschine verlor Thöni in der Box die Kontrolle und rutschte in eine Boxenbegrenzung.

Nach dem Zwischenfall legte die Crew eine beeindruckende Reparaturleistung hin. «Das Motorrad konnten wir reparieren. Nach zwölf Minuten waren wir wieder auf der Strecke. Die Crew hat richtig gut gearbeitet. Ich bin sehr stolz auf meine Leute. Was sie hier in Spa vollbracht haben, ist großartig.»

Dank der schnellen Reparatur rettete Bolliger Switzerland noch den 15. Platz in der Gesamtwertung sowie Rang 10 in der EWC-Kategorie. In der Meisterschaft waren diese Punkte besonders wertvoll. «Ich bin dankbar, dass wir noch ein paar Punkte holen konnten. Platz 10 ist nach dem Sturz ein versöhnlicher Abschluss.»

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Der Blick auf den Rennverlauf zeigt jedoch, was ohne den Zwischenfall möglich gewesen wäre. «Die Top-5 sind immer unser Ziel. In Spa fuhren wir auf dem sechsten Platz. Das wäre ein gutes Ergebnis gewesen.»

Trotzdem reist die Mannschaft nicht mit leeren Händen aus Belgien ab. Nach zwei von vier Saisonläufen liegt Bolliger Switzerland auf dem siebten Rang der Weltmeisterschaft und ist damit das bestplatzierte Team auf Pirelli-Reifen.

Bolliger lobt die Unterstützung von Reifenlieferant Pirelli

Eine Besonderheit: Pirelli ist aktuell der einzige Reifenhersteller im EWC-Feld, der zusätzlich einen Intermediate-Reifen anbietet. Angesichts der wechselhaften Bedingungen in Spa hätte dessen großer Moment kommen können, letztlich blieb er jedoch ungenutzt.

«Nein, der Intermediate kam bei uns nicht zum Einsatz», verriet Bolliger. «Der Kurs in Spa trocknet sehr schnell ab. Das Wetter war dieses Mal sehr schwierig für alle.» Umso größer fiel das Lob für den italienischen Reifenhersteller und das Betreuungsteam um Racing Manager Johannes Grosse aus. «Mit Pirelli haben wir einen sauguten Partner. Sie liefern uns sehr gute Reifen. Ich bin froh, dass ich auf sie zählen kann. Wir erhalten einen sehr guten Service, auch von Johannes. Chapeau, was die Jungs geleistet haben.»

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An der Reifenstrategie für das Saisonhighlight in Suzuka wird sich deshalb nichts ändern, auch wenn der Sieg auf der Kultstrecke in den zurückliegenden Jahren immer an Bridgestone ging. «Wir werden auch in Suzuka auf Pirelli setzen. Wir fahren keine anderen Reifen. Wir sind ein loyales und ein treues Team. Wir wollen in Suzuka mit Pirelli um Punkte kämpfen», so Bolliger.

Zum Abschluss richtete Bolliger noch einen Dank an die Fans. «Ich freue mich, viele Schweizer hier gesehen zu haben. Auch das Public Viewing in der Heimat war gut besucht», freute sich der sympathische Schweizer. Nach dem Schockmoment um Thöni überwog am Ende jedoch vor allem ein Gedanke: «Schlussendlich bin ich wirklich dankbar, dass Nico heil geblieben ist.»

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