Enea Bastianini (3.) zur RC16: «Top-Speed ist keines unserer Probleme!»
Enea Bastianini schaffte es am MotoGP-Freitag in Mugello als einziger RC16-Pilot direkt ins Q2. Danach verriet er, welche Schwäche KTM beheben müsse und wie es um seine Zukunft bestellt ist.
Das MotoGP-Zeittraining in Mugello beendete Enea Bastianini auf Rang 3. Damit konnte er souverän direkt ins Q2 einziehen – und zwar als einziger Pilot auf einer KTM. Der Unterschied zwischen dem Lokalhelden und den restlichen drei RC16-Piloten war am Freitag in der Toskana so groß, dass Markenkollege Pedro Acosta ankündigte, beim Tech3-Piloten zu spicken: «Wir müssen Eneas Daten studieren. Es scheint, als hätte er uns gegenüber Vorteile auf Kursen mit flüssigerer Kurvenführung!»
Geheimnisse hat der Riminese nicht – er versteht sein Arbeitsgerät inzwischen besser: «Bei den Testfahrten am Montag nach dem Barcelona-Wochenende haben wir etwas ausprobiert, das mir geholfen hat. Ich hoffe, dass das auch in Mugello klappt.» Ähnlich wichtig sein dürfte für den Italiener der Vorteil, in der Toskana Heimrennen bestreiten zu können: «Ich liebe Mugello!» Auf dem Autodromo Internazionale kämpft der 28-Jährige jedoch mit einer aktuellen Schwäche seiner RC16 – der Traktion: «Dabei haben sich die Kräfteverhältnisse im Laufe der aktuellen Saison stark verschoben. Und wie schnell wir auf den Geraden wirklich sind, liegt auch am Grip.»
Zwar sei die hohe Endgeschwindigkeit über jeden Zweifel erhaben, doch diese müssen die Piloten aus langsameren Ecken heraus erst erreichen: «In Barcelona waren wir beim Top-Speed sehr konkurrenzfähig, denn der Grip war für alle gleich schlecht. In Mugello hat die Strecke mehr Haftung, was uns bei der Beschleunigung weniger entgegenkommt.» Die Konkurrenz könnte die Haftung der Reifen besser nutzen und so ihre Motorkraft besser auf den Boden bringen: «Der Top-Speed ist keines unserer Probleme, so viel ist sicher. Vom vierten bis zum sechsten Gang haben wir sehr viel Power!» Die KTM könne mit etwas Feintuning zur Allzweckwaffe werden: «Wenn wir am Kurvenausgang noch eine Kleinigkeit zulegen können, dann sind wir auf allen Strecken bei der Musik.»
Auf dem Toskana-Kurs zementierte sich Bastianini am Freitag als schnellster KTM-Chauffeur, obwohl die RC16 noch nicht perfekt balanciert ist: «Besonders in den schnellen Kurven gerät mein Hinterrad etwas ins Schwimmen und mir fehlt Grip am Vorderrad. Nachmittags und wenn die Reifen abbauen ist es wahrscheinlicher, ebenso wenn ich hinter mehreren Piloten fahren muss. Wenn ich allein unterwegs bin, ist es weniger akut.»
Bis zum Sprintrennen wolle der ehemalige Moto2-Weltmeister das Problem ausräumen, denn: «Ich hoffe von weit vorne starten zu können. Wir müssen das also in den Griff bekommen. Und wenn wir das schaffen, dann können wir ein erfolgreiches Wochenende haben.» Die Lösung sei in der Aerodynamik zu verorten: «Der Abtrieb ist eines unserer Problemfelder. Wir haben etwas für diese Strecke verändert, aber nur Kleinigkeiten.» Größter Vorteil der KTM gegenüber der Konkurrenz sei die Anbremsphase. Ein Vorteil, besonders am Ende der Zielgeraden des Kurses in Mugello: «Wir sind auf der Bremse wirklich stark, das ist unsere größte Stärke und ich will unsere Stärken ausspielen.»
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