Red Bull Rookies Mugello: Doppel für Ogiwara, erneut Podium für Kratochwil
Das Rennen der Teenager war am frühen Morgen absolut nichts für schwache Nerven. Wie üblich ging es bis auf über die Ziellinie heftig zur Sache. Für den einzigen Deutschen im Feld wurde es Platz 2.
Beim ersten Lauf der Red Bull Rookies am späten Samstagnachmittag konnte man als Zuschauer schon mal den Überblick verlieren. Über die komplette Distanz von 13 Runden tobte ein 15 Mann starke Meute um die Strecke. Im Ziel landeten die ersten 12 KTM-Piloten innerhalb einer Sekunde. Ryota Ogiwara überquerte als Erster die Ziellinie, gefolgt von Benat Fernandez. Aus deutscher Sicht beeindruckte der 15-jährge Fynn Kratochwil, der sich mit Rang 3 sein erstes Podium eroberte.
«Mein Plan war es, nach vorne zu kommen und, ja, ein paar Runden zu führen oder zu versuchen, vorne zu bleiben, um zu sehen, was die anderen machen, und genau das habe ich getan», so die einfache Erklärung des Teenagers aus Thüringen nach seinem fulminanten Erfolg. «Die ersten Runden waren, ehrlich gesagt, ziemlich hart. Ich habe mich nicht so richtig wohlgefühlt. Aber dann habe ich meinen Rhythmus gefunden, und am Ende habe ich mich gut positioniert und bin auf das Podium gefahren.» Der zweite Lauf sollte für ihn wie eine Blaupause werden.
Rangeleien am frühen Morgen
Am Sonntag ging es für die Nachwuchsschüler des Red Bull Rookies Cup schon kurz nach dem Frühstück wieder zurück auf die Strecke und auch schon zahlreiche Fans hatten sich auf den Hängen rund um Mugello eingefunden und fieberten der nächsten Verfolgungsjagd entgegen. David Gonzalez ging erneut von der Pole Position ins Rennen. Jurrie van Crugten schaffte nur die Einführungsrunde, dann streikte seine KTM und er wurde in die Boxengsasse geschoben. Der Start wurde daraufhin abgebrochen und das Prozedere ging von vorne los. Inklusive van Crugten und seinem wiederbelebten Motorrad.
Beim zweiten Anlauf ging alles glatt und Ryota Ogiwara übernahm die Führung, der Polesetter war nach wenigen Metern schon auf Platz 14 gestrandet, Kratochwil reihte sich nach der ersten Kurve auf Platz 7 ein. Und wieder ging die wilde Hatz von vorne los. Mit unterschiedlichen Spitzenreitern und dem einen oder anderen Bodycheck bei den Verfolgern, gerne auch mal zu dritt oder viert nebeneinander. Durch die Startverzögerung war das zweite Mugello-Rennen auf 12 Runden gekürzt worden.
Entscheidung auf den letzten Drücker
Noch kürzer war das Rennen für Alfonso Almeida, der im Kies landete. An der Spitze formierte sich ein Führungs-Trio mit Kristian Daniels, Gonzalez und Kindra Ramadhipa. Der Gesamtführende Fernandez gestellte sich ebenfalls dazu und es bildete sich eine kleine Lücke, doch die war nach wenigen Kurven schon wieder Geschichte. Gonzalez hatte sich nach fünf Runden von seinem verschlafenen Start erholt und übernahm erstmals das Kommando. Von hinten näherte sich Kratochwil dem Führungs-Quartett. Und weil es ihm da gut gefiel, setzte er sich bei noch fünf zu fahrenden Runden erstmals an die Spitze. Doch das letzte Wort noch lange nicht gesprochen und Kratochwil tauchte kurz später wieder auf Platz 4 auf. Von da aus ging es erst auf Rang 2 und anschließend zurück auf Platz 6.
Wie immer lief es auf die Schlussattacke raus. Lotterie war wohl das richtige Wort für die letzten Metern. Während es in der Verfolgergruppe rappelte, Ramadhipa landete im Medical Center, bewiesen drei Piloten Nerven aus Stahl. Der Japaner Ryota Ogiwara machte das Doppel komplett. Jubel aus deutscher Sicht war auf Rang 2 angesagt. Fynn Kratochwil sicherte im Windschatten-Spiel den zweiten Platz. Guillem Planques aus Frankreich überraschte mit Rang 3.
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