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Rätsel um Hybridsystem des Audi R18 e-tron quattro

Audi verzichtet offenbar auf den Einsatz des neu entwickelten E-Turbolader und damit auf die Nutzung der Abgasenergie beim neuen R18 e-tron quattro.

FIA WEC

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Audi bereitet sich derzeit in den USA auf die Sportwagen-WM-Saison 2014 mit dem neuen R18 e-tron quattro vor. Vor 14 Tagen testete Audi Sport mehrere Tage in Sebring, in dieser Woche drei Tage auf dem "Circuit of the Americas" in Austin. Bei dem Test durfte auch die lokale Zeitung "Austin American Statesman" vorbeischauen und einige Filmaufnahmen des R18 machen sowie ein Interview mit Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich führen. Der gab nach Angaben des "Statesman" preis: Der Audi R18 e-tron quattro startet nur mit einem Hybridsystem, das an der Vorderachse zu Einsatz kommt. Das im Dezember angekündigte neue System an der Hinterachse mit einem neuartigen E-Turbolader kommt gemäss Dr. Ullrich nicht zum Einsatz. Die Technik hätte bei Tests nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, zudem schwebt ein Fragezeichen über der Dauerhaltbarkeit des neuen Systems. Um das Risiko zu vermeiden, nutzt Audi den E-Turbolader nun nicht.

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Audi hat den R18 e-tron quattro im Dezember mit zwei Hybridsystemen vorgestellt. Das ERS-K-System (K für kinetische Energie) treibt die Vorderachse an und arbeitet mit einem Schwungradspeicher. Das System ist identisch mit dem System, das Audi bereits in den beiden vergangenen Jahren verwendet hat, kommt aber in diesem Jahr in einer optimierten und stärkeren Version zum Einsatz.

Beim zweiten Hybridsystem, dem ERS-H (H für Heat, also Hitze), ist am Turbolader des V6-Turbodiesel eine E-Maschine gekoppelt. Durch diese E-Maschine sollte die Hitzeenergie des Abgasstroms in elektrische Energie umgewandelt werden, die im ebenfalls im Schwungsradspeicher gespeichert wird. Die gespeicherte Energie aus beiden Systemen kann dann je nach Wunsch und Strategie beim Beschleunigen an die Vorderachse zurückfliessen oder an den E-Turbolader. Dieses neuartige System kommt jetzt offenbar nicht zum Einsatz, Audi vertraut nur auf das System an der Vorderachse. Das Antriebskonzept ist somit mit dem in den vergangenen zwei Jahren verwendeten identisch. Durfte die Vorderachse bisher nur ab Geschwindigkeiten jenseits 120 km/h genutzt werden, entfällt die Beschränkung ab diesem Jahr.

Ob Audi noch einen Plan B hat und anstelle des E-Turboladers an der Hinterachse ein anderes Hybridsystem einsetzt, ist offen. Toyota verzichtet beim neuen TS040 zum Beispiel auf die Nutzung der Abgasenergie und rekuperiert ausschliesslich die Bremsenergie an Vorder- und Hinterachse. Offen ist auch, in welcher der vier Energieklasse (2, 4, 6 oder 8 Megajoule) Audi mit dem R18 e-tron antritt. Von der Energieklasse hängt ab, wie viel Diesel Audi über eine Runde verbrauchen darf.

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Das Geheimnis um die Technik des Audi dürfte sich am Dienstag lüften, dann verspricht Audi bei einer Präsentation des R18 e-tron quattro in Le Mans die Technik, Innovationen und das Design des LMP1 vorzustellen.

Schnell und zuverlässig ist der Audi R18 e-tron quattro allerdings auch ohne das ERS-H. Nach Informationen von SPEEDWEEK.com legte der R18 bei dem Test in Sebring vor 14 Tagen ohne grössere Probleme rund 6.000 Kilometer zurück. Dabei war der R18 offenbar drei Sekunden schneller als der Porsche 919 Hybrid, der zeitgleich in Sebring testete und nicht nur weniger Kilometer abspulte, sondern sich auch schwerer tat, auf Zeiten zu kommen.

Am Ende der kommenden Woche sehen sich Audi und Porsche beim offiziellen Vortest der Sportwagen-WM FIA WEC in Le Castellet wieder und treffen erstmals auch auf den neuen Toyota TS040.

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