Einigung erzielt! Das ändert sich ab sofort in der Formel 1
FIA, Teams und Formel 1 haben sich auf Änderungen im Reglement geeinigt. Die müssen zwar formell noch durchgewunken werden, sollen aber bis auf eine Ausnahme schon im nächsten Rennen in Miami gelten.
Weißer Rauch stieg soeben über dem virtuellen F1-Meetingraum auf! Die neuen, leicht angepassten Formel-1-Regeln sind da. An vier Terminen waren Weltverband FIA, Teams und Formel 1 in den vergangenen Wochen zusammengekommen. Am heutigen Montag, 20. April, fand das letzte virtuelle Treffen statt, auf «höchster Ebene», also mit den Teamchefs, bei dem man sich auf «Verfeinerungen» des Reglements einigen konnte.
Offizielles Votum steht noch aus, ist aber Formsache
Das muss jetzt noch bis zum nächsten Rennen in Miami (3. Mai) vom Weltmotorsportrat per Online-Votum durchgewunken werden. Da sich die Parteien aber bereits geeinigt haben, dürfte es sich dabei nur noch um eine Formsache handeln.
In mehreren Phasen waren in den letzten Wochen verschiedene Interessengruppen angehört worden, darunter die Fahrer und Vertreter aus den technischen Abteilungen. Nun die Einigung auf Anpassungen des 2026er-Reglements nach den ersten drei Rennwochenenden in Australien, China und Japan.
Bis auf eine Ausnahme ab Miami geltend
Die meisten Änderungen sollen schon in Miami in Kraft treten (vorbehaltlich Votum). Ein Punkt wird in Miami zunächst nur getestet und soll danach mit mehr Feedback angepasst werden (siehe Details unten).
Die Änderungen lassen sich grob in zwei Bereiche untergliedern: Anpassungen für die Sicherheit, die vor allem Start und die Auswirkungen der Energierückgewinnung betreffen. Und das von den Fahrern gewünschte mehr Vollgas im Qualifying. So sehen die Anpassungen im Detail aus:
Sicherheit: Rennstart
Ein großes Problem waren an den ersten drei Rennwochenenden die Tempounterschiede beim Rennstart. Das hatte bereits zu brenzligen Situationen geführt. Es wird nämlich richtig gefährlich, wenn ein Auto nicht wegkommt, die Autos dahinter aber mit hoher Geschwindigkeit anfahren.
Dieser Gefahrenpunkt Start soll ausgemerzt werden durch einen neu entwickelten Mechanismus mit dem Namen «Low Power Start Detection», der Starts mit niedriger Leistung erkennt und dafür sorgt, dass die MGU-K dann aktiviert wird und beschleunigt und das Auto in Bewegung bringt, um einen Fahrer aus der gefährlichen Standsituation herauszubekommen. Außerdem soll der Energy Counter zu Beginn der Formationsrunde zurückgesetzt werden. Außerdem sollen Warnlichter den Fahrern dahinter ein Signal geben.
Diese neue Startprozedur soll in Miami allerdings erst mal nur getestet und dann angepasst werden.
Sicherheit: Annäherungsgeschwindigkeit im Rennen
Spätestens der Unfall von Oliver Bearman in Suzuka hatte deutlich gezeigt, wie gefährlich die Geschwindigkeitsunterschiede im Rennen sein können. Bei dem schweren Einschlag des Briten kam der Haas-Pilot mit einem Geschwindigkeitsüberschuss im Vergleich zu Colapinto in die Kurve. Bearman wollte Colapinto überholen, verlor dabei aber die Kontrolle, weil er plötzlich durchs Freischalten der Energiereserve rund 50 km/h Tempoüberschuss hatte.
Um Sicherheit besser zu gewährleisten, wird künftig der Boost im Rennen auf +150 kW begrenzt. Die MGU-K wird in Beschleunigungszonen bei 350 kW gehalten, in anderen Bereichen aber auf 250 kW begrenzt. So sollen die teils enormen Leistungs- und Geschwindigkeitsunterschiede ein wenig abgefangen werden, Überholen aber trotzdem noch möglich sein.
Sicherheit: Regenrennen
Regenrennen sind besonders gefährlich. Daher wurde auch hier ein wenig angepasst: So wurde die Temperatur der Reifendecken für die Intermediates (also Reifen für leicht nasse oder trocknende Bedingungen) erhöht, um mehr Grip zu ermöglichen. Dazu wird das Energierückgewinnungssystem begrenzt, wodurch schließlich die Kontrolle übers Auto leichter fallen soll. Und auch hier sollen die Rücklichter eine bessere Orientierung für die hinterherfahrenden Autos geben als bislang.
Performance: Qualifying
Wunsch der Fahrer war es gewesen, das Qualifying mehr Vollgas zu fahren und nicht wegen der Energiemanagementsysteme immer wieder künstlich vom Gas gehen zum müssen.
Das soll nun besser werden: Bei der Energierückgewinnung wird das Maximum von 8 auf 7 Megajoule geschraubt. Damit soll das Superclipping auf eine Dauer von zwei bis vier Sekunden pro Runde reduziert werden. Die maximale Superclipping-Leistung wird auf 350 kW erhöht. Damit soll sich die Ladezeit verkürzen – und so gleichzeitig auch die energiemanagementbezogene Arbeitslast auf den Fahrer reduzieren. Auf einigen Strecken sollen außerdem niedrigere Energielimits gelten. Die Zahl dieser Events wurde von 8 auf 12 erhöht. All das soll bereits ab Miami gelten.
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