Charles Leclerc (Ferrari): «Diese Regeln sind doch ein verdammter Witz!»
Der Monegasse Charles Leclerc (28) gab sich nach dem Qualifying zum Japan-GP vor den Mikrofonen ganz gesittet und handzahm. Am Funk hingegen liess der achtfache GP-Sieger seinem Ärger freien Lauf.
Charles Leclerc schien in der Suzuka-Quali auf dem Weg zu sein Richtung erste Startreihe: Bestzeit im ersten Pistensektor. Dann aber ein übler Quersteher in Spoon, damit vorbei die Chance darauf, dem Mercedes-Duo Antonelli und Russell tüchtig auf den Keks zu gehen. Startplatz 4 für den achtfachen GP-Sieger.
Leclerc widersprach nachher in einem Interview, dass dieser Patzer viel gekostet habe: «Ich weiss nicht, welche Perspektive die Leute haben. In Wahrheit war ich trotz des Querstehers viel schneller, also war das nicht entscheidend.»
«Ich glaube also nicht, dass wir da viel verloren haben. Markanter ist, dass wir noch nicht alles aus der Antriebseinheit holen können, wir verlieren daher sehr viel Zeit auf den Geraden. Will heissen – in den Sektoren 2 und 3.»
«Das ist sehr frustrierend, weil du als Fahrer da nicht viel dagegen tun kannst. Ich weiss, dass die FIA daran arbeitet, dass hier ein wenig Gleichstand hergestellt wird, aber in der Quali ist das derzeit ein grosser Nachteil.»
Will heissen: Mercedes kann aus dem Hybrid-Aggregat mehr Leistung zupfen, vor allem in der Quali.
Leclerc: «Der Vorsprung von Mercedes ist einfach zu gross»
Leclerc weiter: «Wenn mir ein guter Start gelingt, dann kann ich die Mercedes-Fahrer vielleicht ein wenig unter Druck setzen. Aber es wird der Punkt kommen, an dem sie uns in freier Fahrt davonziehen, so wie sie das in Australien und in China auch getan haben. Ihr Vorsprung ist derzeit einfach zu gross.»
Vor den Mikrofonen war Leclerc ganz der wohlerzogene Monegasse, am Ferrari-Funk hingegen war nicht zu überhören, wie zerknirscht der 28-Jährige ist. Grund für den Frust: das Energie-Management.
Die Eigenheiten der Regeln mit diesen Antriebseinheiten führen dazu, dass maximale Attacke in den Kurven die Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden beeinträchtigt. Ein konstanterer Fahrstil bringt mehr als pure Attacke.
Dieses Prinzip geht Instinkt-Fahrern wie Charles Leclerc gegen den Strich. Charles hatte bereits in China seine Unzufriedenheit mit der Situation geäussert, und auch am Funk in Japan musste er Dampf ablassen am Funk.
Leclerc sagte: «Ich halte diese Quali-Regeln ehrlich gesagt nicht mehr aus. Das ist doch ein verdammter Witz! Ich fahre schneller in den Kurven, ich gehe früher aufs Gas – und verliere dann alles auf der Geraden!»
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