Timo Glock in der Japan-Analyse: «Probleme für Russell überraschend»
Der Deutsche Timo Glock (44) hat die Action von Suzuka vor Ort verfolgt. Der WM-Zehnte von 2008 und 2009 spricht über das Mercedes-Duo und die Chancen von Charles Leclerc im Ferrari.
Okay, zwei Mercedes in der ersten Startreihe, das war jetzt in Japan keine Überraschung. Aber Timo Glock, 91-facher GP-Teilnehmer und als F1-Experte unserer deutschen Kollegen von Sky in Japan, sind viele Facetten aufgefallen.
Der 44-jährige Hesse sagt: «Ich bin überrascht von den Problemen bei George Russell. Er hat sich am Funk mehrfach über den Wagen beklagt, er habe zu viel Übersteuern. Der Engländer hat es in der Quali nicht geschafft, mehr Stabilität ins Auto zu bekommen. Als Folge geht er einen Schritt hinter Kimi Antonelli.»
«Bei Kimi Antonelli bestätigt sich etwas, das wir schon oft erlebt haben in der Formel 1: Wenn der erste GP-Sieg geschafft wurde, dann ist der Knoten geplatzt, und alles scheint ein wenig leichter von der Hand zu gehen.»
«Das sah bei Kimi hier in Japan von der ersten Runde an sehr gut aus, er fühlt sich im Rennwagen wohl und ist im Gegensatz zu Russell in der Lage, das Beste aus dem Auto zu holen. Ich finde es eindrucksvoll, wie er seine Leistung im entscheidenden Moment fehlerfrei auf den Punkt bringt.»
Timo Glock: «McLaren ist zweite Kraft vor Ferrari»
Der frühere Toyota-Werksfahrer weiter: «McLaren ist hier in Japan zweite Kraft hinter Mercedes, und Oscar Piastri hat dabei die Nase vor Lando Norris. Weltmeister Norris hatte das ganze Wochenende lang das eine oder andere Problem.»
«Bei McLaren habe ich den Eindruck, sie verstehen allmählich die Antriebseinheit von Mercedes besser und sind daher in der Lage, eine bessere Leistung zu zeigen.»
«Norris hat hier in Japan erneut in den Trainings Zeit verloren, und besonders in diesem ersten Teil der Saison gilt – um mehr über die Details des Energie-Managements zu lernen, zählt jede Runde. Da ist bei Lando ein paar Mal der Rhythmus gebrochen worden.»
Timo Glock: «Ich wette, Leclerc wird führen!»
Zum kommenden GP meint Glock: «Zunächst mal bin ich total gespannt auf den Start. Ich würde mein Geld darauf setzen, dass hier Charles Leclerc von P4 aus die Führung an sich reisst, weil die Ferrari 2026 so überragend losfahren.»
«Zudem dürfen wir bei Ferrari nicht vergessen, dass die schon in Australien und China soliden Renn-Speed gezeigt haben, von daher glaube ich, dass die Italiener hier einen starken Grand Prix zeigen können.»
«Charles Leclerc hat hier bei einigen Querstehern seine überragende Fahrzeugbeherrschung bewiesen. Er hatte aus der Spoon-Kurve heraus einen Fehler, das hat ihn viel Zeit gekostet, dennoch finde ich trotz dieses Patzers, dass er bislang ein starkes Wochenende zeigt.»
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