Charles Leclerc (Ferrari) vor Strafe: Harte Kritik nach Hamilton-Wirbel
Charles Leclerc stand in Baku vier Mal in Folge auf Pole-Position, von 2021 bis 2024. Aber er hat in Aserbaidschan noch keinen Grand Prix gewonnen. Und er nimmt die Ferrari-Kritiker in die Pflicht.
Für Charles Leclerc (28) heisst es in den Strassen von Baku jeweils alles oder nichts: Auf dem kniffligen Baku City Circuit hat er vier Poles hintereinander erobert (2021, 2022, 2023, 2024), aber 2019 und 2024 setzte er seinen Ferrari bei der Einfahrt in die Altstadt in die Mauer, an der gleichen Stelle also. Charles damals nach dem zweiten Patzer am Funk: «Ich bin so dumm.»
Natürlich kann der WM-Zweite von 2022 auch in diesem Jahr der Quali-Schnellste sein, aber vom besten Startplatz wird er kaum losfahren. Denn auf den neunfachen GP-Sieger kommt eine Strafe zu, weil er einen neuen Ferrari-Motor braucht.
Leclerc und die Ferrari-Strategen kommen zum Schluss: Von den kommenden WM-Läufen in Baku, Sepang und Singapur bietet der Kurs von Aserbaidschan die beste Möglichkeit, nach einer Strafversetzung Ränge gutzumachen.
Leclerc sagt in Baku: «Unsere Ausgangslage ist nicht so gut, denn was die Leistungsfähigkeit des Autos angeht, haben wir in diesem Jahr in der Quali mehr Mühe als im Rennen. Um an den Baku-Sieg zu denken, müssen wir in der Startaufstellung weit vorne stehen, und das wird aus bekannten Gründen nicht einfach.»
«Ich will hier nicht sagen, wie wir in Sachen Antriebseinheiten weitermachen. Der Unfallmotor von Monza ist weiter verwendbar, aber es ist noch nicht klar, ob wie damit auskommen bis Ende Saison.»
«Was mich persönlich angeht, so macht mir diese Piste einfach Spass, vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich hier oft gute Ergebnisse vorweisen kann.»
Was die F1-Hackordnung angeht, so meint Leclerc: «Mercedes war immer der Massstab, daran hat sich nichts geändert. Was sich hingegen geändert hat, das sind die gewaltigen Fortschritte von McLaren. Was Ferrari angeht – es liegt in unseren Händen, einen besseren Job zu machen. Wir haben uns an den vergangenen GP-Wochenenden aus verschiedenen Gründen schwergetan, das muss sich ändern.»
Noch immer wird über Leclercs Duell mit Lewis Hamilton gesprochen. Charles nimmt die Kritiker in die Pflicht: «Mal schiesse ich ein wenig über Ziel hinaus, wenn wir uns duellieren, mal er. Aber ich finde, was bei Ferrari passiert, wird oft überanalysiert und überdiskutiert.»
«In Monza gab es bei drei der vier Top-Teams Stallduelle, auch mit Autos im Kies, aber ich habe den Eindruck, nur über Ferrari wird noch immer darüber geredet. Das ist überhaupt nicht nötig. Lewis und ich wissen genau, was wir auf der Rennstrecke tun müssen, und wir brauchen dazu auch keine besonderen Verhaltensregeln.»
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