Lando Norris (McLaren): Ist das Oscar Piastri-Formtief endlich ergründet?
Formel-1-Champion Lando Norris über die Fähigkeiten des modernen GP-Piloten, sich seinem Auto anzupassen. Er widerspricht Aussagen von George Russell und erklärt, was mit Oscar Piastri passiert ist.
Viel ist davon die Rede gewesen, dass erfahrene, überdurchschnittlich intelligente und anpassungsfähige Formel-1-Rennfahrer mit der 2026er Fahrzeug-Generation besser zurechtkommen werden als ihre Gegner. Und dass die modernen Renner besser zum Fahrstil einiger GP-Asse passe als zur Fahrweise Anderer. Aber das alles ist aus verschiedenen Perspektiven längst widerlegt.
WM-Leader Kimi Antonelli zum Beispiel ist gemessen an Piloten wie Fernando Alonso oder Nico Hülkenberg unerfahren, kommt mit dem 2026er Auto aber ziemlich passabel zugange. Also geht es doch vorrangig um Flexibilität?
Mercedes-Fahrer George Russell hat festgehalten, einige F1-Fahrer würden 2026 deshalb besser abschneiden, weil ihr Fahrstil eben besser zur neuen Rennwagen-Generation passe.
F1-Weltmeister Lando Norris hat vor kurzem über diese Zusammenhänge gesprochen. Der 26-jährige Engländer widerspricht Russell: «Ich würde jetzt nicht behaupten, dass mein Fahrstil zu diesen Autos passt. Ich glaube vielmehr, dass ich gute Ergebnisse einfahre, weil ich mich anpassen kann.»
«Ich glaube, es ist zu einfach zu sagen – es geht nur um den Fahrstil. Ich fahre gewiss nicht gleich wie Kimi Antonelli. Ich hatte nie Russell als Stallgefährten oder Lewis Hamilton, also hat George da vielleicht mehr Vergleichswerte als ich. Aber ich bin davon überzeugt: Es geht nicht um den Fahrstil, es geht um Anpassungsfähigkeit.»
«Zu Beginn des letzten Jahres passte der McLaren ein wenig besser zu Oscar Piastri als zu mir. Meine Stärke war es dann, besser zu verstehen, wie ich mehr aus dem Wagen holen kann. Daher war meine zweite Saisonhälfte besser. Und daher bin ich auch 2026 besser.»
Oscar Piastri gewann vor mehr als einem Jahr seinen vorderhand letzten Grand Prix, das war in Zandvoort. In der restlichen Saison 2025 stand der Australier in neun WM-Läufen nur noch drei Mal auf dem Siegerpodest. In der gleichen Zeitspanne stand Norris sechs Mal auf dem Podest und gewann zwei Mal.
2026 kommt Norris auf zwei Siege und fünf Podestplätze, Piastri ist wie erwähnt sieglos und steht bei zwei Podesträngen.
Nochmals der 13-fache GP-Sieger Norris: «Wenn ich die Autos von 2025 und 2026 vergleiche, so würde ich sagen – nur ein Prozent der Rennwagen fühlt sich gleich an. Alles andere ist verschieden. Du fährst fast komplett anders. Also geht es nicht um die Art, wie du fährst, sondern um Wandlungsfähigkeit.»
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