Ferrari-Teamchef Fred Vasseur: Schockierende Aussage, Saison 2026 gelaufen?
Ferrari wollte mit einem verbesserten Motor die Lücke zu Mercedes schliessen. Das ist nicht passiert. Teamchef Fred Vasseur sagt, wieso es mit dem 2026er Reglement so schwierig ist, Boden gutzumachen.
Ferrari-Superstart Lewis Hamilton hat in Monza festgehalten: «Der verbesserte Motor ist ein Fortschritt, aber das reicht nicht, um den Abstand zu Mercedes auszumerzen. Ich bin auf den Geraden einfach nicht schnell genug.»
Monza war für die stolze Scuderia ein Schlag ins Gesicht: zu langsam im Training, Leclerc im Grand Prix durch Unfall out, Hamilton fuhr sich die Seele aus dem Leib, aber zu mehr als Platz 6 reichte es nicht. Danach rauschte es gewaltig im italienischen Blätterwald.
Was Ferrari-Teamchef Fred Vasseur zum verbesserten Motor sagt, klingt für die Tifosi wenig ermutigend. Der Franzose hält fest: «Wenn es an reiner Leistung mangelt, dann beginnst du im Zweikampf, mit dem Energie-Freisetzen zu spielen, um das auf der Geraden zu kompensieren. Aber wenn du an bestimmten Stellen der Bahn mehr freigibst, kannst du das woanders nicht. Dann gerätst du in eine Spirale.»
«Letztlich ist aber nicht die Energie-Freisetzung das grosse Problem, es mangelt uns schlicht an roher Leistung.»
«Was oft vergessen wird – die Vorlaufzeiten bei den Antriebseinheiten sind sehr lang. Beim Chassis kannst du von einem Tag auf den anderen ein Upgrade machen, sehr schnell, und findest sofort Tempo. Beim Motor jedoch erzwingt der Bau neuer Teile eine lange Vorlaufzeit, dazu macht es die Kostenobergrenze auch nicht einfach.»
«Und wenn du entwickeln willst, so musst du gleich eine neue Kleinserie von Motoren produzieren. Wir hatten ehrlich gesagt nicht erwartet, dass wir mit ADUO 1 oder ADUO 2 alles aufholen. Wir machen kleine Schritte.
Zur Erinnerung: ADUO steht für «Additional Development and Upgrade Opportunities», also zusätzliche Entwicklungs- und Upgrade-Möglichkeiten. ADUO soll dafür sorgen, dass Motorenhersteller, die im Hintertreffen sind, eine Chance erhalten, ihren Rückstand während der Saison aufzuholen. Ab einem Rückstand von mindestens zwei Prozent beim Verbrenner wird Herstellern Entwicklungsspielraum gewährt.
Die FIA hat Ende August die Ergebnisse für die zweite ADUO-Phase veröffentlicht (die WM-Läufe vom Start in Australien bis einschliesslich Ungarn vor der Sommerpause umfassend). Sie kommt dabei zum Schluss, dass Mercedes in Sachen Leistung zwischen 2 und 4 Prozent hinter dem Klassenbesten liege; Ferrari, Audi und Honda liegen um mehr als 4 Prozent hinten.
Fred Vasseur weiter: «Es geht in der Quali of nur um Hundertstelsekunden. Selbst wenn du ein paar PS mehr hast, ist das ein guter Schritt in der Startaufstellung. Nächstes Jahr werden wir einen neuen Motor haben. Das Ziel ist ganz klar, so schnell wie möglich aufzuholen.»
Vasseur spricht im Zusammenhang mit Monza von «einem gescheiterten Wochenende, wir wollen uns auf dem Madring stärker zurückmelden. Ich weiss, die Tifosi hatten von uns mehr erwartet.»
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