Max Verstappen «wie im Würgegriff»: 2026er Autos taub, V8-Motor viel besser
Der vierfache Weltmeister Max Verstappen sehnt sich nach leichteren, agileren Rennwagen, mit dem passenden Saugmotor-Sound. Er fühlt sich als Rennfahrer von dieser Fahrzeug-Generation eingeschränkt.
Max Verstappen macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, er sagt offen und ehrlich, was er denkt, auch wenn er damit aneckt. So auch jetzt in einem Gespräch mit meinem Kollegen Andrew Benson von der BBC. Es geht unter Anderem um das Reizthema Rennwagen 2026.
Vom ersten Saisonrennen an hat sich der 28-jährige Niederländer sehr kritisch über die neue Fahrzeug-Generation geäussert. Wieso hat er dennoch einen neuen Vertrag bis Ende 2030 unterzeichnet? Max: «Weil ich hoffe, dass es in Zukunft wieder besser wird. Ich liebe den Sport ja noch immer, auch wenn ich das Fahren derzeit nicht sehr prickelnd finde.»
«Wenn wir auf die Geschichte des Sports gucken, dann war das immer so – der Fahrer, der sich am meisten reinhängt, der am spätesten bremst, der am frühesten wieder auf dem Gas ist, der in den schnellen Kurven sein Herz in die Hand nimmt, sie wurden belohnt, denn so hast du in den Kurven Zeit gewinnen können.»
«Heute aber denkst du ständig nur: ‘In dieser Kurve muss ich mich ein wenig zurückhalten, ich muss später bremsen, ich muss später aufs Gas, ich muss lupfen, nur so habe ich später auf der Geraden genügend Saft für Top-Speed.’ An solche Sachen denkst du. Das ist einfach nicht natürlich für einen Racer. So sollte es nicht sein.»
«Ich will jetzt nicht respektlos wirken, und ich hoffe wirklich, was ich nun sage, das wird mir nicht falsch ausgelegt. Aber schau dir an, wie Yuki Tsunoda in Zandvoort bei den Racing Bulls eingesprungen ist. Er hat den Wagen nie zuvor bewegt. Und ist gleich auf Tempo. Schau dir Liam Lawson an, wie er von den Racing Bulls zu unserem Auto bei Red Bull Racing wechselt – sofort konkurrenzfähig. Das liegt einfach auch daran, dass diese Autos wie taub dafür sind, was der Fahrer einbringen kann.»
«Klar musst du noch immer schnell sein. Klar musst du dich noch immer reinhängen. Unterm Strich werden die schnellsten Fahrer immer ganz vorne mitmischen. Aber das ist alles recht begrenzt, als Fahrer fühlst du dich wie im Würgegriff. Du fühlst dich zurückgehalten.»
Und da ist noch der Sound. Max weiter: «Wir müssen zurück zum V8-Saugmotor, nicht nur wegen der Fahrbarkeit. Wenn du in einem früheren Auto sitzt, dann haut es dich glatt aus den Socken, wie enorm der Unterschied ist – wie spontan der Sauger am Gas hängt, wie fahrbar solch ein Motor ist. Ein V8 ist so viel besser, so frei, so leicht. Unsere heutigen Autos sind viel zu schwer. Ich sage ja nicht, dass wir ganz auf elektrische Energie verzichten sollten, aber sie sollte einfach nicht diesen gewaltigen Einfluss haben wie heute. Warum nicht Elektrik nur in Form eines Knopfs, mit dem du ein Plus an elektrischer Leistung zum Überholen abrufen kannst?»
«Ein V8 oder noch früher die V10 und V12, das schürt Emotionen! Das sind die Motoren, die ich als Kind geliebt habe. Alleine schon wenn du einen solchen Motor hörst, bekommst du Gänsehaut. Gut, vielleicht sind damit vor Jahren in Anführungszeichen nur 300 km/h erreicht worden. Nun fahren wir 350 oder 360, aber das spielt keine Rolle, weil der heutige Sound keine Emotionen erzeugt. Die alten Motoren, was war das für ein Getöse! Und du hast jede Vibration gemerkt. Das will ich in einem Formel-1-Rennwagen wieder spüren.»
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