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Ferrari und Lewis Hamilton: Schweigen ist Gold
​Ferrari, das ist die erfolgreichste Seifenoper der Formel 1, von Himmel hoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Und keiner kann Drama besser als Lewis Hamilton. Mit absehbaren Konsequenzen.
Formel 1
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Eigentlich habe ich das immer gemocht, wie Lewis Hamilton sein Herz auf der Zunge trägt, dass es ihm immer gleich anzusehen und anzuhören ist, wie es ihm gerade geht. Das wirkte ehrlich und glaubwürdig.
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Aber im Rahmen des Ungarn-GP fand ich: Selbst bei Ferrari, der erfolgreichsten Seifenoper der Formel 1, trägt der 40-jährige Engländer in Sachen Theatralik derzeit ein wenig dick auf. Bei allem Respekt, aber Sätze wie "Ich bin nutzlos" oder "Ferrari sollte mich ersetzen", das ist als Selbstgeisselung eines siebenfachen Formel-1-Weltmeisters unwürdig. Wenn Lewis Hamilton tief in sich drinnen überzeugt davon wäre, dass er diesem Sport nichts mehr beizutragen hat, dann soll er gefälligst den Helm an den Nagel hängen und einfach gehen. Ansonsten – Schweigen ist Gold. Das gilt auch für rätselhafte Andeutungen, wonach sich hinter den Kulissen Merkwürdiges abspiele oder dass gewisse Versprechungen gemacht worden seien, die nicht eingehalten wurden. Was soll das? Ein kluger Mann hat einmal gesagt: Wo die Information aufhört, beginnt die Spekulation. Hamilton muss sich nicht wundern, wenn die Journalisten nach solchen Worten nachhaken und Ferrari-Teamchef Fred Vasseur in Erklärungsnot kommt. Es wäre gescheiter, das nicht in die Öffentlichkeit zu tragen. Und keiner soll mir weismachen wollen, Hamilton habe das unbedacht geäussert. Sorry, aber dazu ist der Brite zu lange in diesem Geschäft. Der siebenfache Weltmeister weiss ganz genau, was solche Aussagen anrichten. Viele der heutigen Probleme haben mit der Erwartungshaltung der Menschen zu tun: Lewis Hamilton wurde im Winter 2024/2025 als der grosse Heilsbringer für Maranello hingestellt, der die lokalen Kirchenglocken regelmässig zum Läuten bringen würde, Zeichen eines Ferrari-Sieges. Und jetzt? Nach 14 Formel 1-Wochenenden kein GP-Podestplatz für Lewis Hamilton, geschweige denn ein Sieg, und der erste Fahrer-WM-Titel eines Ferrari-Piloten seit Kimi Räikkönen 2007 ist in weiter Ferne. Charles Leclerc ist in der Regel der schnellere Mann, und Ferrari muss sich die unbequeme Frage gefallen lassen: Ist ein Jahresgehalt von (angeblich) 80 Millionen Euro für Lewis Hamilton noch zu vertreten? Und dann ist da die heikle Altersfrage: Der langjährige Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone steht mit seiner Ansicht nicht alleine da, dass Hamilton vielleicht den Höhepunkt seiner Karriere überschritten habe. Dennoch: den Vorwurf, Hamilton habe seinen Speed verloren, empfinde ich als schon fast als Majestäts-Beleidigung: Wenn der Ferrari wie entworfen funktioniert, dann zeigt der Brite, wieso er 105 Grands Prix gewonnen hat – Sieg von Pole beim China-Sprint, tolle Aufholjagd in Imola. Ex-Ferrari-Chef Luca Montezemolo findet: "Hamilton ist ein Phänomen wie Max Verstappen. Seine Verpflichtung ist kein Marketing-Gag. Lewis will seine Karriere mit einem letzten Höhepunkt beenden, als Weltmeister mit Ferrari. Aber das schafft er nur vorausgesetzt, Ferrari kann die Lücke zur Spitze schliessen und ein Auto auf die Räder stellen, das bei allen Bedingungen und auf allen Pistentypen schnell ist." Und genau hier liegt das grundsätzliche Problem: Ein solches Auto hat Ferrari eben nicht gebaut. Ex-GP-Pilot Martin Brundle: "Dieser Ferrari funktioniert immer dann am besten, wenn er näher am Boden liegt, insbesondere am Heck, und wir sehen oft, dass der Wagen dann stark aufsetzt. Das kann die Unterbodenplatte stark abnutzen und das Auto sogar illegal machen, wie es Anfang des Jahres beim Grossen Preis von China passiert ist. Also ist Ferrari gezwungen, die Bodenfreiheit zu erhöhen, sei dies mit Abstimmung oder mit höherem Reifendruck, aber dann geht der Speed verloren." Die Lösung für die Saison 2025: keine. Hamilton und Leclerc müssen mit den Eigenheiten dieses Autos leben. Der frühere Ferrari-Fahrer Ivan Capelli weiss: "Lewis ist sich mittlerweile bewusst, dass er sich dem SF-25 nicht vollständig anpassen kann, und selbst die Arbeitsmethoden bei Ferrari sind wahrscheinlich weit von dem entfernt, was er in zwölf Jahren bei Mercedes gewohnt war. Zu diesem Zeitpunkt ist 2026 der einzige Joker, den Hamilton noch ausspielen kann: ein komplett neues Auto mit neuen Regeln, bei dem alle Fahrer unter gleichen Voraussetzungen starten." Ich behaupte: Wenn Lewis Hamilton 2026 nicht um Siege und Titel mitfährt, wenn er in der kommenden Saison nicht auf Augenhöhe fährt mit seinem Stallgefährten Charles Leclerc, dann ist es wohl an der Zeit, bei der Seifenoper Ferrari zu rufen: "Vorhang!"
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