13'000 Morddrohungen gegen Formel-1-Star: FIA-Präsident will durchgreifen
Weil Tausende von Online-Morddrohungen Formel-1-Star Pierre Gasly erreicht haben, will FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem tätig werden. Er droht, mit Sperren gegen Online-Trolle vorzugehen.
Nachdem Pierre Gasly im September im Rennen von Madrid seinem Teamkollegen Franco Colapinto im Weg gewesen war, wurde der Franzose mit Online-Hassnachrichten bombardiert. Auch seine Familie und seine Freundin bekamen die Wut der argentinischen Fans zu spüren, wie der 30-Jährige kurz darauf verriet.
Das Ganze hatten ein Nachspiel für Colapinto, denn Alpine-Oberhaupt Flavio Briatore drohte, den Argentinier nicht mehr mit den heimischen TV-Journalisten sprechen zu lassen, wenn das so weitergehe. Und Colapinto wandte sich danach auch selbst in den sozialen Medien mit einem Video-Appell an seine Fans, um die Wogen zu glätten.
Das ist ganz im Sinne von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem, der im Gespräch mit «thedrive.com» auch die Fahrer zum Handeln auffordert: «Es geht nicht nur um die Teamchefs. Die Fahrer haben Fans, und sie können ihnen sagen: 'Hört auf, ich will nicht, dass ihr meine Fans seid, wenn ihr euch nicht benehmen wollt und Morddrohungen ausspricht.' Die Fahrer haben auch eine Verantwortung, denn sie sind die Botschafter und Vorbilder. Wenn sie einen anderen Fahrer schützen, dann schützen sie sich damit auch selbst. Die FIA trägt auch eine Verantwortung, genauso wie die Teams und auch ihr, die Medien.»
«Wir laufen Gefahr, den Sport durch Online-Hass zu verlieren, und genau hier brauchen wir euch», sprach Ben Sulayem die Medien und Fans an. «Wir haben die Initiative 'United Against Online Abuse' ins Leben gerufen und müssen umfangreiche KI-Technologie einsetzen, um diese Online-Trolle zu entlarven. Für sie gibt es keinen Platz, denn wenn wir nichts unternehmen, nimmt unser Sport einen irreparablen Schaden», fährt er fort, und betont: «Pierre Gasly wurde 13'000 Mal mit Morddrohungen bombardiert! Wir müssen das zusammen angehen, sonst werden wir dieses Problem nicht in den Griff bekommen.»
«Die Mission besteht darin, aufzuklären und zu sensibilisieren. Wir müssen auch unsere Macht nutzen. Wenn der Hass von einem Zuschauer ausgeht, dann wird er gesperrt. Wenn er Teil der Medien ist, dann haben wir die Macht, auch hier Sperren auszusprechen. Und wenn er sich online versteckt, dann wird die KI ihn entlarven. Wenn man einen entlarvt, kann ich garantieren, dass sie alle Angst bekommen werden», stellt der FIA-Präsident unmissverständlich klar.
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