FP3 Barcelona: George Russell schnell, WM-Leader Kimi Antonelli ärgert sich
Im 3. Training mussten sich die Fans gedulden, bis es richtig spannend wurde. Am Ende wurden sie aber für ihre Geduld belohnt. George Russell durfte jubeln, während Kimi Antonelli Nerven zeigte.
Die GP-Stars kämpften bereits am Trainingsfreitag mit den heissen Temperaturen in Barcelona und am Samstagmorgen war es noch heisser, als sie sich zum dritten freien Training bereit machten. Das Thermometer zeigte 31,8 Grad Aussen- und 47,5 Grad Streckentemperatur an, als die Ampel am Ende der Boxengasse auf Grün sprang.
Auf der Strecke tat sich zunächst nicht viel, die in der Sonne ausharrenden Fans mussten sich in den ersten 10 Minuten mit den ersten Runden der beiden Cadillac-Routiniers Valtteri Bottas und Sergio Pérez begnügen, wobei Ersterer der Schnellere blieb. Pérez sorgte mit einem wilden Ritt über die Randsteine in der zehnten Kurve für Unterhaltung, als sich Nico Hülkenberg im Audi an die Arbeit machte. Der Deutsche schaffte die 4,657 km in 1:18,477 min und übernahm damit die Spitzenposition.
Es war klar, dass er von dieser verdrängt werden würde, denn mit seiner Rundenzeit lag er drei Sekunden über der Tagesbestzeit am Freitag. Allerdings liessen die schnelleren Kollegen noch auf sich warten. 20 Minuten nach dem Start der Session machte sich – sehr zur Freude der anwesenden Fans – Lokalmatador Carlos Sainz auf, auch sein Williams-Teamkollege Alex Albon und das Haas-Duo Ollie Bearman und Esteban Ocon verliess die Boxengasse.
Starker Einstand von George Russell
Mit Gabriel Bortoleto, dem spanischen Superstar Fernando Alonso und Weltmeister Lando Norris füllte sich die Strecke bald, obwohl die Cadillac-Fahrer wieder an die Box abbogen. Franco Colapinto und Charles Leclerc waren die nächsten Fahrer, die ausrückten, und bald setzte Bortoleto mit 1:17,581 min eine neue Messlatte, die sich allerdings nicht lange hielt.
Champion Lando Norris, der tags zuvor die schnellste Runde des Tages gedreht hatte, umrundete die spanische Strecke in 1:16,609 min und war damit deutlich schneller als der Brasilianer aus dem Audi-Team. Auch Leclerc kam vorerst nicht an Norris' Zeit heran, er blieb bei seinem ersten schnellen Versuch 76 Tausendstel langsamer und reihte sich auf dem zweiten Platz ein.
Wenige Minuten vor Halbzeit verliessen auch die Red Bull Racing-Stars Max Verstappen und Isack Hadjar sowie George Russell und Kimi Antonelli ihre Boxen. Verstappen reihte sich auf dem dritten Platz ein, kurz darauf rutschte er auf die vierte Position, weil sich Russell mit 1:16,258 min an die Spitze setzte. WM-Leader Kimi Antonelli blieb knapp zweieinhalb Zehntel langsamer und war damit der Zweitschnellste.
Die Reihenfolge zur Halbzeit lautete Russell vor Antonelli, Norris, Leclerc, Verstappen, Piastri, Arvid Lindblad, Hadjar, Bortoleto und Liam Lawson, Sainz, Hülkenberg, BEarman, Colapinto, Esteban Ocon, Albon, Bottas, Alonso, Pérez, Lance Stroll, Lewis Hamilton und Pierre Gasly.
Valtteri Bottas mit Glück im Unglück
Hamilton drehte kurz darauf seine erste schnelle Runde und reihte sich auf Platz 6 ein. Vier Minuten nach Halbzeit wurde die Session dann unterbrochen, weil sich Bottas in der zehnten Kurve im Kiesbett wiederfand. Der Finne musste seinen Cadillac-Renner stehen lassen und es dauerte nur fünf Minuten, bis dieser weggeschafft war.
Bottas berichtete über Funk: «Mein Bremspedal hat versagt, ich hatte da wirklich Glück.» Kaum ging es wieder los, fragte Pérez nach, was bei seinem Teamkollegen los war, und sein Renningenieur beruhigte ihn: «Wir schauen das an, es ist nichts, was dich tangieren sollte.»
Die meisten Piloten waren auf den weichen Reifen unterwegs, nur Hülkenberg und Pérez hatten die mittelharten Slicks am Auto, als sie ihre Runden drehten. Der Audi-Star lag 15 Minuten vor dem Ende der Trainingsstunde auf Platz 13, während Pérez die zweitletzte Position belegte.
Das Duo gehörte zu den wenigen Piloten, die zum Start der letzten Viertelstunde auf der Bahn waren, die meisten holten sich frische Walzen, und auch Hülkenberg wechselte vor Anbruch der letzten 10 Minuten auf die schnellste Mischung. Damit verbesserte er sich auf die siebte Position, doch noch hatte die Konkurrenz keine letzten schnellen Versuche unternommen.
Ärger für WM-Leader Kimi Antonelli
Russell verbesserte die Bestmarke auf 1:15,679 und war damit mehr als acht Zehntel schneller als Antonelli und mehr als neun Zehntel schneller als Norris. Das sorgte für einige hochgezogene Augenbrauen, hatte die FIA-Einschätzung doch ergeben, dass Mercedes beim Verbrenner nachlegen darf, weil die Kennzahlen implizierten, dass Red Bull Racing das stärkste Triebwerk im Feld hat.
Piastri gab auch gas und schaffte es auf 0,214 sec an die Zeit von Russell heran. Auch Norris gab Gas, blieb aber mit 0,246 sec Rückstand auf die Russell-Bestmarke nur Drittschnellster. Verstappen verbesserte sich auf Platz 5, sein Rückstand auf Russels Bestzeit betrug bereits siebeneinhalb Zehntel. Antonellis schnelle Runde wurde von Stroll beeinträchtigt, worüber sich der WM-Leader am Funk ärgerte.
Hamilton blieb etwas schneller als Verstappen und war mit sieben Zehnteln Rückstand auf die Spitzenzeit der Viertschnellste. Antonelli ärgerte sich so sehr über den Verkehr, dass er die Zeitenjagd abbrach und die Box ansteuerte. Sein Teamkollege Leclerc war etwas schneller und schaffte es, sich zwischen die McLaren-Stars auf Platz 3 zu schieben.
An der Spitze änderte sich nichts mehr, Russell blieb der Schnellste, dahinter belegten Piastri, Leclerc, Norris, Hamilton, Verstappen, Antonelli, Hadjar, Hülkenberg, Lindblad, Bortoleto, Lawson, Gasly, Colapinto, Sainz, Ocon, Bearman, Albon, Pérez, Alonso, Bottas und Stroll die weiteren Positionen.
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