Zeittraining, Silverstone: Valentin Perrone vor dem Briten Scott Ogden
Lange hielten die spanischen Moto3-Assen Uriarte, Almansa und Quiles das Tempo hoch. Doch im Finale des Zeittrainings in Silverstone wurde das Ergebnis durchgemischt. Stark die Fahrer von der Insel.
Die Piloten der Moto3 eröffneten den ersten Nachmittag der wichtigen Zeittrainings nach der gut dreiwöchigen Sommerpause. Nur 14 der 26 Piloten würden nach 35 Minuten direkt in das zweite Qualifying am Samstagmittag einsteigen. Große taktische Spiele waren nicht angesagt, denn allein die Rundenlänge von knapp sechs Kilometern (mit einer Rundenzeit von rund 2:10 min) verbietet jede verschwendete Runde.
Gepatzt hatte im FP1 der souveräne Moto3-Spitzenreiter Maximo Quiles. Zwar gelang dem Spanier die siebte Zeit, doch Quiles warf sein Motorrad auch einmal neben die Strecke. Besser hatte es David Almansa bei seiner Rückkehr auf die Intact-GP-KTM gemacht. Mit einer 2:10,553 min war der Spanier klar der schnellste Youngster.
Das Zeittraining war gerade fünf Minuten, da hatte Almansa bereits eine halbe Sekunde von seiner Bestzeit Stunden zuvor abgesäbelt. Sachsenring-Sieger Brian Uriarte gelang bei idealen äußeren Bedingungen die zweitbeste Zeit vor dem unbeeindruckten Quiles. Wieder gut zwei Minuten wechselte die Spitze – nun lag Uriarte in Front, wobei auch Almansa erstmals unter die Marke von 2:10 min gefahren war.
Bemerkenswert: Die drei schnellsten Moto3-Piloten zu diesem Zeitpunkt kämpften auch auf der Strecke Rad an Rad, mit David Almansa als Lokomotive. Bissig unterwegs war auch Casey O’Gorman – Position 4 nach der ersten Viertelstunde. Teamkollege Leo Rammerstorfer, wie alle anderen Neulinge der Klasse erstmals auf der legendären GP-Piste, verlor auf P25 gut 3,8 Sekunden auf die Marke von Uriarte.
Als noch 15 Minuten auf der Anzeige standen, wurde das Tempo weiter angezogen. WM-Leader Quiles und dessen WM-Verfolger Alvaro Carpe lagen auf Bestzeitkurs, drehten dann aber in die Box ab. Nur knapp fünf Minuten vor der Flagge formierten sich die Fahrer zur letzten Attacke. Während sich Adrian Cruces auf Platz 5 verbesserte, gelang den anderen Piloten in den Top 10 zunächst keine Verbesserung. Doch mit vollem Risiko änderte sich das Bild in den letzten Minuten. Casey O’Gorman sprang auf Platz 2, doch auch Bertelle, Morelli und Ogden legten mit Sektor-Bestzeiten nach.
Als Scott Ogden auf Platz 1 auftauchte, jubelten die bereits zahlreich auf dem riesigen Areal verteilten Fans. Doch Valentin Perrone vereitelte eine noch größere Überraschung. Der Argentinier verdrängte den Local Hero im Finale mit einer 2:09,569 min auf Platz 2. Platz 3 schnappte sich mit einer sehr guten Schlussrunde Rookie Veda Pratama. Urirate, der lange geführt hatte, rutschte auf 4 ab, David Almansa wurde guter Sechster, direkt vor Tabellenführer Maximo Quiles.
Die drei Ersatzfahrer taten sich auch im Zeittraining schwer, das Tempo der Moto3-Elite mitzufahren. Gonzalez (für David Munoz), Singhapong (für Mitani) und Abruzzo (für Moodley) schafften es nicht ins Q2. Zufrieden applaudierten die Fans in England dagegen für Eddie O’Shea und Casey O’Gorman, die es ebenfalls unter die besten 14 schafften. Niedergeschlagen dagegen der Österreicher Leo Rammerstorfer aus der Mannschaft von Paolo Simoncelli, Platz 26.
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