Hat Cadillac die richtige Entscheidung getroffen? Das sagt Marc Surer
Im exklusiven SPEEDWEEK.com-Gespräch geht der frühere GP-Pilot und SRF-Experte Marc Surer der Frage nach, ob Cadillac mit der Entscheidung richtig lag, mitten in der Saison den Teamchef auszuwechseln.
Das Cadillac-Team überraschte in der Sommerpause mit der Bestätigung eines neuen Teamchefs. An der Spitze des US-Rennstalls steht nun Marcin Budkowski, der damit die Nachfolge von Graeme Lowdon antritt. Letzterer hatte den Königsklasse-Neueinsteiger während der Vorbereitung auf das Formel-1-Debüt geführt und auch in der ersten Saisonhälfte das Zepter geschwungen.
Doch die vielen Ausfälle, die Valtteri Bottas und Sergio «Checo» Pérez hinnehmen mussten, veranlassten CEO Dan Towriss, den Briten abzusetzen und stattdessen auf die Fähigkeiten von Budkowski zu setzen. Der Wechsel macht Sinn, sagt Marc Surer im exklusiven SPEEDWEEK.com-Gespräch. Der ehemalige Formel-1-Pilot und heutige TV-Experte für den Schweizer Fernsehsender «SRF» erklärt: «Für mich erklärt sich der Wechsel damit, dass sie jemanden gebraucht haben, der den Ingenieuren auf die Finger schaut.»
Sinnvolle Teamchef-Wahl
«Sie hatten immer wieder dieselben Probleme, kämpften mit rauchenden und blockierten Bremsen und gebrochenen Aufhängungen. Das passierte nicht einmal, sondern war ein Problem, das sich über längere Zeit bemerkbar machte. Da muss man sich irgendwann einmal die Frage stellen, was ist mit den Ingenieuren los? Oder fehlt eine Führungsfigur, die das Problem löst? Ind Budkowski ist ein Ingenieur, sie vertrauen wohl darauf, dass er auf den Tisch haut und die Arbeit der Ingenieure genauer unter die Lupe nimmt. Deshalb gab des den Wechsel mitten in der Saison, was ja eher ungewöhnlich ist», fährt der Schweizer fort.
Dass Cadillac mit Problemen zu kämpfen habe, sei keine Überraschung, betont der Schweizer. «Ich kann mich daran erinnern, dass Pat Symonds beim Saisonauftakt in Melbourne gesagt hat, dass sie noch nie zwei Autos gleichzeitig auf der Strecke hatten. Die mussten sich schon sehr darauf konzentrieren, dass der Ablauf vor Ort funktioniert und alle Teile am richtigen Ort sind. Die Logistik ist ja wahnsinnig aufwändig, und ich glaube auch, dass sie nicht genug Teile vor Ort hatten. Es ist einfach wahnsinnig viel Arbeit, und wenn dann etwas bricht am Auto, schiebt man schnell dem Team zuhause die Schuld zu. Deshalb ist es wichtig, dass eine gute Verbindung zwischen dem Team an der Strecke und den Mitarbeitern im Werk besteht. Ein Ingenieur an der Spitze des Rennteams ist in dieser Hinsicht natürlich sehr hilfreich, das macht alles schon Sinn», ergänzt Surer.
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