Speedway-World-Cup: Australier legten furios los und holen sich den Titel
Australien hat nach dem Triumph beim Speedway der Nationen im Vorjahr nun auch im World-Cup zugeschlagen und Dänemark, Polen und Großbritannien in einem dramatischen Rennen in Warschau vorgeführt.
Im Speedwaysport ist der Start oftmals die halbe Miete, entsprechend legten die Australier im World-Cup-Finale in Warschau los: Die ersten vier Läufe gewannen die Mannen vom fünften Kontinent in überzeugender Manier und kamen damit ungeschlagen ins Rennen. Mit zwölf Punkten hatten die Aussies nach dem ersten Durchgang gleich doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie Gastgeber Polen. Im zweiten Durchgang gaben die Australier zwar erstmals Punkte ab und lediglich Ryan Douglas, der sich für den verletzten Jack Holder nahtlos ins Team einfügte, gewann für die Aussies einen Lauf. Dennoch schafften sie es, ihren Vorsprung auf acht Punkte auszubauen.
Dänemarks und Polens «Drei-Mann-Teams» kamen heran
In den verbleibenden Vorläufen gestaltete sich der Rennabend im PGE Narodowy Stadion ausgeglichener und vor allen die Dänen, die wie schon in der Qualifikation in Riga den ersten Durchgang vermasselten, arbeiteten sich an die Spitze heran. Die Polen nahmen nach dem zweiten Durchgang Maciej Janowski und Dominik Kubera aus dem Rennen und brachten stattdessen Bartosz Zmarzlik als taktische Reserve und Kacper Woryna von der Reservistenposition zum Einsatz, sodass die Hausherren in den letzten 12 Heats nur noch mit drei Fahrern agierten. Nach Abschluss der ersten vier Durchgänge waren die Dänen bis auf vier Punkte an den Aussies dran und nach dem 17. Lauf des Abends, den Kacper Woryna vor Leon Madsen und Ryan Douglas gewann, war das Feld noch mal enger zusammengerückt. Dänemark kam bis auf drei Punkte an Australien heran und auch Polens Rückstand auf die Spitze betrug nur noch fünf Punkte.
Hitziger Lauf 18: Pfiffe für Mikkel Michelsen
Der 18. Lauf brachte eine Vorentscheidung: Max Fricke hatte den Heat angeführt, während Zmarzlik als Dritter versuchte am Dänen Mikkel Michelsen vorbeizugehen. Eingangs der dritten Runde ließ Michelsen dem Polen eine Lücke, Zmarzlik zog innen an ihm vorbei und der Däne ging ohne Berührung zu Boden. Michelsen reagierte emotional und versuchte sogar ins Fahrerlager zu stürmen, was ihm die Pfiffe der Zuschauer einbrachte – zurecht wurde er als Abbruchverursacher für den Wiederholungslauf ausgeschlossen. Für die Dänen waren die Titelchancen damit dahin und für Zmarzlik bot sich erneut die Chance, den Abstand zu den Australiern zu verkürzen. Fricke bewies jedoch Nervenstärke, setzte sich auch im Re-Run an die Spitze des Feldes und sorgte somit für eine Vorentscheidung zugunsten der Australier. Den Titel machte Brady Kurtz im 19. Lauf klar, als er zwei weitere Punkte schrieb und die Australier uneinholbar in Front brachte. Im letzten Heat des Tages eroberten die Dänen trotz eines Nullers von Michael Jepsen Jensen die Silbermedaille vor Polen, da Kacper Woryna auch nur einen Zähler holte.
Bei den Briten konnte lediglich der sechsmal eingesetzte Robert Lambert konstant in die Punkte fahren, sodass sie die Podestplätze um sechs Punkte verpassten.
Ergebnisse Speedway-World-Cup Warschau/PL:
1. Australien, 38 Punkte: Ryan Douglas 10, Brady Kurtz 11, Jason Doyle 10, Max Fricke 7, Rohan Tungate N
2. Dänemark, 30 Punkte: Mikkel Michelsen 12, Leon Madsen 5, Michael Jepsen Jensen 5, Anders Thomsen 8, Frederik Jakobsen 0
3. Polen, 29 Punkte: Bartosz Zmarzlik 11, Maciej Janowski 2, Dominik Kubera 2, Patryk Dudek 5, Kacper Woryna 9
4. Großbritannien, 23 Punkte: Robert Lambert 14, Charles Wright 5, Adam Ellis 3, Leon Flint 1, Tom Brennan N
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