Charles Leclerc (Ferrari/8.): «Es geht von einem Extrem ins andere»
Samstag hui, Sonntag pfui! Ferrari erlebte von Barelona zu Spielberg und vom Österreich-Samstag zum -Sonntag ein Wechselbad der Gefühle. Ein Erklärungsversuch von Charles Leclerc, der Achter wurde.
Ferrari-Pilot Charles Leclerc ging von Startplatz 2 ins Österreich-Rennen – und wurde nur enttäuschender Achter im Grand Prix auf dem Red Bull Ring. Was war da los? Nach dem Rennen wirkte der Monegasse ratlos, war selbst auf der Suche nach Erklärungen für den Performance-Abfall.
Leclerc: «Es war einfach ein unglaublich schwieriges Rennen. Insgesamt hatte ich sehr, sehr wenig Grip. Ich hatte große Mühe, das Auto und die Reifen in den richtigen Bereich zu bringen, besonders die Hinterreifen. Es gibt noch viel zu tun. Es gibt im Moment immer einen Grund, warum es schwierig ist, und das bedeutet wahrscheinlich, dass ich noch kein klares Bild davon habe, was ich von diesem Auto brauche. Das muss ich erst noch herausfinden.»
Der richtige Weg vom Samstag war am Sonntag nicht mehr richtig
Am Samstag gab die Scuderia ein richtig gutes Bild ab: Leclerc fuhr im Qualifying die zweitschnellste Zeit hinter Russells Fabelrunde. Lewis Hamilton wurde Dritter. Doch am Sonntag im GP war dann alles anders. Leclerc: «Ich dachte, ich wäre am Samstag auf dem richtigen Weg gewesen, ich war ziemlich zufrieden mit dem Auto, aber im Rennen lief es gar nicht in die richtige Richtung.»
Schwankungen am Auto
Der Monegasse mit einem Erklärungsversuch: «Vieles hängt mit dem Untersteuern zusammen. Ich glaube auch, dass die Eigenschaften des Autos in diesem Jahr stark schwanken, denn an diesem Wochenende waren wir deutlich mehr in der Defensive, vor allem im Rennen. Im Qualifying waren wir zwar nicht allzu schlecht, aber insgesamt waren wir weniger konkurrenzfähig. Es ist ein bisschen von allem, aber wahrscheinlich liegt es an der Fahrzeugbalance.»
Er wirkt ein bisschen ratlos: «Es ist auch für uns schwer zu verstehen. Ich meine, am Samstag war das Auto mit wenig Sprit meiner Meinung nach ganz gut, die Front war ziemlich stark, und das gefällt mir, aber im Rennen blieb die Front zwar stark, aber das Heck hatte keinen Halt – es ist also eine Balance, die man finden muss, was bei diesem Auto besonders schwierig ist.»
Schwankungen in der Hackordnung
Leclerc: «Insgesamt finde ich es schwierig, die Reihenfolge in der Gesamtwertung in diesem Jahr nachzuvollziehen. Es geht von einem Extrem ins andere, und wenn ein Team an einem Wochenende massive Schwierigkeiten zu haben scheint, wirkt es am Wochenende danach wieder sehr stark. Das war in letzter Zeit der Fall – in den letzten Jahren mehr als früher, als die Hierarchie noch leichter zu verstehen war. Jetzt ist es sehr knifflig. Wenn man Barcelona mit hier vergleicht, gab es für uns eine große Leistungsschwankung.»
Ferrari brachte unter anderem einen geupgradeten Motor mir nach Spielberg. Leclerc sagte aber, dass das mit den Schwankungen nichts zu tun haben dürfte: «Die Upgrades, die wir mitgebracht haben, waren recht unkompliziert, und wir wussten, was wir damit tun mussten. Es sind nicht die Art von Upgrades, bei denen man die Philosophie der Fahrzeugabstimmung ändern muss, daher glaube ich das nicht.» Am Wochenende geht's nach Silverstone – und ins nächste Extrem?
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