Neue Supersport-KTM: Defekt beim Renndebüt der 990 RC R in Most
Das sächsische Team Freudenberg bereitet mit Jonas Folger die neue Supersport-KTM 990 RC R für den Renneinsatz vor. Welche Erkenntnisse der erste Wildcard-Einsatz im Rahmen der Euro Moto einbrachte.
Seit der Abschaffung der Supersport-WM 300 ist KTM als Hersteller in der seriennahen Weltmeisterschaft verschwunden. Das sächsische Team Freudenberg arbeitet jedoch an einer Rückkehr, nämlich mit der 990RC-R im Rahmen der Supersport-WM. Derzeit entwickelt Teamchef Carsten Freudenberg in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Hersteller einen Racing-Kit.
Nach mehreren Testfahrten debütierte die Supersport-KTM mit Testfahrer Jonas Folger am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Gaststarts in der EuroMoto in Most. Mit Startplatz 7 in 1:36,535 min setzte der frühere MotoGP-Pilot eine erste Messlatte. In der Weltmeisterschaft hätte das nur zu Position 25 gereicht, jedoch kann man das aufgrund der Unterschiede im Reglement nicht miteinander vergleichen.
Das erste Rennen verlief bei sehr heißen Bedingungen nicht ideal. «Wir haben gewusst und damit gerechnet, dass wir auch mal vom Material her an unsere Grenzen stoßen. Natürlich war das heute mit 40 Grad Lufttemperatur der absolute Härtetest fürs Motorrad, aber auch für mich als Fahrer. Da ist am Start leider die Kupplung leicht verbrannt», berichtete der 32-Jährige SPEEDWEEK.com-Mitarbeiter Thorsten Horn.
Nach einer Justierung der Kupplung in der Box nahm Folger das Rennen wieder für einige Runden auf. Nach neun Runden stellte der KTM-Pilot das Motorrad mit einer persönlich schnellsten Runde von 1:37,248 min ab. «Ich wollte wenigstens ein paar Runden mitfahren, um einen direkten Vergleich zu haben und brauchbare Daten sammeln zu können. So konnte ich Unterschiede sehen, wo es uns noch etwas fehlt, wo unsere Stärken sind und wie sich das Motorrad bei einem Rennverlauf verhält. Von daher war das ziemlich aufschlussreich», erzählte Folger. «Trotzdem war der erste Rennstart mit der KTM ein tolles Gefühl. Ich bin schon bald zwei Jahre in das Projekt eingebunden und lange mit dem Test-Team unterwegs. Insofern ist das schon etwas Schönes, wenn man sagen kann, dass wir nun erstmals ein Rennen bestritten haben.»
Übrigens: Die 990RC-R kam mit der WM-Spezifikation für 2027 zum Einsatz, die weniger Motorleistung vorsieht. «Das hat uns zwar von der Position her geschadet, aber viel wichtiger war, dass wir von der Bremsstabilität bis zum Kurvenspeed einen Vergleich hatten. Diese Informationen können wir definitiv für uns nutzen. Das Resultat ist ein bisschen verfälscht, durch die mangelnde Leistung. Aber das haben wir gewusst. Beim nächsten Einsatz kommen wir vielleicht mit etwas mehr Leistung, damit wir ein bisschen weiter vorn mitmischen können.»
Weil der zweite Lauf nach zwei Abbrüchen schlussendlich abgesagt wurde, endete das erste Rennwochenende früher als geplant. Folger abschließend: «Das große Fazit von dem Wochenende ist, dass wir so viele Daten gesammelt haben wie nie vorher – wichtige Daten und sehr viele Erkenntnisse. Wir haben auch einen technischen Defekt gehabt, das kann man nicht bestreiten. Wir haben gesehen, warum das passiert ist.»
Freudenberg plant weitere Gaststarts in diesem Jahr.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach