Euro Moto Supersport
Jonas Folger: Vom Euro Moto-Sprint in Most zur Langstrecken-WM nach Suzuka
Wie es genau mit seiner motorsportlichen Karriere weitergeht, lässt Patrick Hobelsberger noch offen. Doch für dieses Jahr hat der Honda-Pilot alle Renneinsätze gestrichen.
Als sich Patrick Hobelsberger im Rahmen der Euro Moto in Most nach dem wenig erbaulichen Training für die Rennen abmeldete, konnte man schon erahnen, wo die Reise des Bayer in Sachen Rennsport hingeht. Schon am Sachsenring und zuletzt in Brünn konnte der Bayer mit seinem eigenen Team nicht die Leistung abrufen, die er sich vorgenommen hatte. In Most landete er nach der Superpole am Ende des Feldes. Dann war es genug.
«Wir haben vor ein Paar Wochen unseren Hauptsponsor verloren, der gute 85%-90% unseres Budgets abdeckt», erklärte er jetzt. «Da alle Verträge bereits bestand hatten und ich überhaupt nicht der Typ von halben Sachen bin, hatten wir uns intern einen Plan gemacht und versucht, diesen so gut es geht durchzuziehen. In meiner neuen Motorrad Werkstatt (Workshop) habe ich ohne Ende Arbeit und mit meinen Coachings ebenso. Somit hatte ich versucht, soviel es geht anzunehmen, um irgendwie die Saison zu meistern.»
«Am Sachsenring wurde ich extrem krank, was sich über mehrere Wochen zog», so Hobelsberger. «Wenig Schlaf, extrem viel Arbeit in der Motorrad-Werkstatt, beim Coaching und enorm viele Stunden im Auto bis mitten in die Nacht. Dann kam das eigene Training noch dazu, die Tests und die Rennen, die Organisation dafür und viele weitere Dinge. Ebenso das Wissen, dass kein Fehler passieren darf, da jedes weitere Belastung am Budget kaum zu stemmen wäre.»
«In Most angekommen, bereit für die ersten Trainings, hatte ich meinen Kopf kaum noch beim Rennenfahren, sondern mehr überall anders, damit sich irgendwie die Saison 2026 absolvieren lässt. Das Motorradfahren war fast zur Nebensache geworden, weil ich viel mehr Energie und Aufmerksamkeit brauchte, um zu versuchen, dass alles irgendwie funktioniert. Irgendwie zu versuchen die Saison zu finanzieren und kaum noch Spaß an der Sache zu haben. Ich konnte bei weitem nicht meine Leistung zeigen, kaum das Potenzial von mir und dem Motorrad abrufen und zeigen, was Sachstand ist. Auch das hat mir halbwegs zu schaffen gemacht, dass bei Weitem nicht die Ergebnisse rauskamen, die die Arbeit von unseren Partnern, dem Team und mir widerspiegeln.»
«Am Samstag nach dem Quali habe ich mich dazu entschlossen, zur richtigen Zeit vernünftig und clever zu sein und einen Strich zu ziehen, bevor sich manch andere Sachen noch weiter zuspitzen», sagt er abschließend. «So funktioniert es offensichtlich nicht richtig und das ist nicht der Weg, den ich gehen möchte. Das ist auch nicht, wie ich zeigen möchte, welche Arbeit und welche Hingabe in diesen Sport fließt, wie sehr mich meine Unterstützer und Partner in meiner Werkstatt unterstützt haben. Ich würde gerne etwas zurückgeben, kann es aber unter diesen Umständen nicht. Das ist vermutlich der schwierigste Teil des Ganzen.»
Servus und bis hoffentlich bald.Patrick Hobelsberger
«Ein riesengroßes Dankeschön geht an all meine Unterstützer, mein ganzes Team, meine Sponsoren, die mich bis hierher und noch weiter begleitet haben und werden, an Honda und an Motul. Ich bin jedem für alles enorm dankbar, was für mich geleistet wurde», versichert er. «Für mich ist hier Endstation, in der Saison 2026 werde ich keine Rennen mehr fahren. Wie es in der Zukunft weitergeht, weiß ich noch nicht. Was ich aber weiß, ist, dass jede Mühe und all meine Energie weiterhin in den Motorsport gehen, in diesem Fall in meine Motorrad-Werkstatt, wo ich jeden Tag meinen Traum lebe und mit Weltklasse-Kunden zusammenarbeiten darf. Meine Coachings werden weiter ausgebaut und wer weiß, was in Zukunft sich für Türen öffnen. Vielen Dank an alle. Servus und bis hoffentlich bald!»
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