David Alonso: «Man kann die Fehler aus der Vergangenheit nicht korrigieren»
David Alonso fuhr in Assen auf der für ihn schwierigsten Strecke im Moto2-Kalender spektakulär zum Sieg. Was der Aspar-Pilot zum Überholmanöver gegen Gonzalez und zu seinen Titelchancen sagte.
Dass die Moto2 die am härtesten umkämpfte Klasse in der Motorrad-WM ist, wurde in Assen erneut unter Beweis gestellt. Im Qualifying sicherte sich Aspar-Pilot David Alonso seine zweite Pole-Position in Folge. Im Rennen am Sonntag war es beim Start zunächst Rookie Alberto Ferrandez, der für staunende Gesichter sorgte. Der Teamkollege von Izan Guevara preschte von Startplatz 2 an die Spitze, Alonso fiel auf Position 3 zurück. In der zweiten Runde stellte Guevara die Rangordnung im Pramac-Yamaha-Team wieder her, und er übernahm die Führung. Alonso setzte sich auf Position 2.
Nachdem Teamkollege Daniel Holgado ihn überholen konnte und Alonso auf Rang 3 zurückfiel, holte sich der Kolumbianer mit der bis dahin schnellsten Rennrunde in der sechsten Runde die Führung zurück. Danach konnte Alonso eine kleine Lücke herausfahren – zur Hälfte des Rennens betrug sein Vorsprung rund eine Sekunde.
Doch von hinten stürmte Intact-Pilot Manuel Gonzalez heran. In der 17. Runde ging der WM-Führende das erste Mal am Moto3-Weltmeister von 2024 vorbei. Hinter den beiden kam Senna Agius (Intact GP) immer näher. Fünf Runden vor Schluss hatte der Australier aufgeschlossen – es lief auf einen Dreikampf um den Sieg zwischen Gonzalez, Alonso und Agius hinaus. Die letzten vier Runden waren unglaublich spannend. In der vorletzten Runde attackierte Alonso mit einem riskanten Manöver in der Timmer-Schikane den Führenden Gonzalez, dicht dahinter ging Agius fast der Platz aus beim Versuch, an die Spitze zu stürmen. Gonzalez behielt die Führung.
In der letzten Runde machte sich Gonzalez breit wie ein Bus. Alonso wartete dahinter auf seine Chance und setzte erneut zu einer Attacke in der Timmer-Schikane an – dieses Mal mit Erfolg. Alonso überquerte die Ziellinie 0,024 sec vor Gonzalez und mit 0,234 sec Vorsprung auf Agius.
David Alonso holte sin in Assen seinen ersten Saisonsieg – den zweiten in der Moto2-WM. «Das ist der speziellste Sieg meines Lebens; ich kann es immer noch nicht glauben. Wer hätte gedacht, dass ich mir nach einer ganzen Saison voller harter Kämpfe hier in Assen meinen ersten Saisonsieg sichern würde», war der 20-Jährige überglücklich. «Jedes Mal, wenn ich donnerstags den Streckenrundgang gemacht habe – und das ist nun schon mein viertes Jahr hier –, habe ich mir gedacht: ‚Das wäre großartig.‘ Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir vorstellen können, dass ich das ausgerechnet auf der für mich schwierigsten Strecke des gesamten Kalenders schaffen würde. Ich habe hart gekämpft, und wenn man vorne liegt, hat man immer bessere Chancen, aber ich wollte mich einfach darauf konzentrieren, alles richtig zu machen und mein Bestes zu geben.»
Zum Überholmanöver gegen Manuel Gonzalez in der letzten Runde meinte Alonso: «Als mir klar wurde, dass ich nicht noch mehr Gas geben konnte, habe ich meine Position gehalten und auf eine Gelegenheit gewartet. Ich weiß nicht, wie ich dieses Überholmanöver in der letzten Schikane geschafft habe. Es hat Spaß gemacht und war verrückt», betonte Alonso. Nach dem missglückten Überholmanöver in der vorletzten Runde, änderte er seinen Plan. «Ich dachte mir: ‘Okay, ich versuche es außen und ich probiere etwas.’ Ich war dort sehr schnell und ich denke, dass dies der Schlüssel war, um meinen Plan zu ändern. Ich habe dann das Motorrad mit allem, was ich hatte, abgebremst – mit den Händen, mit den Zähnen, einfach mit allem. Ich bin zwar klein, aber bei der Ausfahrt aus der Schikane versuchte ich mich dann so groß als möglich zu machen – damit ich am Kurvenausgang nicht wieder überholt werde.»
WM-Titel so gut wie abgeschrieben
In der Gesamtwertung konnte sich David Alonso auf Rang 4 verbessern. Auf WM-Leader Gonzalez hat er 69,5 Punkte Rückstand. Zu viel, um noch eine reelle Titel-Chance zu haben? «Du kannst die Fehler, die du in der Vergangenheit gemacht hast, nicht korrigieren. Ich muss die Situation, in der wir momentan sind, akzeptieren – nämlich, dass ich die Meisterschaft im ersten Teil der Saison verloren habe», haderte Alonso. «Es geht jetzt darum, gute Rennen zu fahren, und dann sehen wir, was passieren wird. Manuel ist sehr konstant und bei allen Bedingungen schnell. Wenn man so einen Fahrer hat und vom ersten Rennen an dabei ist, kann man ihn schlagen. Wir gehen es Rennen für Rennen an.»
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