Lewis Hamilton bei Ferrari in Schwierigkeiten: «Ich bin es ja gewohnt»
2025 haderte Formel-1-Superstar Lewis Hamilton wiederholt mit seinem Schicksal bei Ferrari. 2026 ist das eigentlich anders. In Baku jedoch fällt der Engländer in alte Verhaltensmuster zurück.
Vor einem Jahr erlebten wir einen anderen Lewis Hamilton: Einen Rennfahrer, der mit sich und der Welt unzufrieden ist. Im ersten Jahr mit Ferrari sparte der Engländer nicht mit Kritik, auch nicht an sich selber. Er zweifelte daran, ob er es noch drauf hat, er zweifelte daran, ob Ferrari wirklich zuhört, was seine ganzen Verbesserungs-Vorschläge angeht, er zweifelte am Vorgehen der Ferrari-Strategen, wiederholt und schmerzhaft öffentlich.
Zwischen Hamilton und seinem Renningenieur Riccardo Adami stimmte die Chemie nicht, bisweilen klangen die beiden wie ein zankendes Ehepaar: Sie reden, aber sie verstehen einander nicht.
2026 ist grundlegend Vieles anders: Der inzwischen 41-jährige Brite kommt mit der neuen Rennwagen-Generation viel besser zurecht als mit den Flügelautos zuvor, er hat seinen alten Schmiss wiedergefunden, sein Speed ist bisweilen atemberaubend, er gewann den Grand Prix bei Barcelona. Und mit Carlo Santi hat er einen Renningenieur gefunden, dessen ruhige Art prächtig harmoniert mit dem Feuer des siebenfachen Weltmeisters.
Wenn jedoch zwischendurch mal was schiefläuft, dann fällt Lewis Hamilton in alte Verhaltensmuster zurück, so wie nun in Baku. Als das Abschlusstraining zum Grossen Preis von Aserbaidschan zu Ende war, sprang nur Startplatz 6 heraus für den erfolgverwöhnten Rekord-Champion – während es sich ausgerechnet sein Ferrari-Stallrivale Charles Lerclerc auf P2 gemütlich macht. Mamma mia!
Daraufhin nölte der 106-fache GP-Sieger Hamilton: «Aber als wir in Q3 gingen, haben sie den Plan geändert. Statt dass wir zwei Versuche gefahren haben, haben wir gewartet, und da ich vor Charles lag, hatte ich niemanden vor mir für einen Windschatten. Schon alleine das hat viel Zeit gekostet.»
«Wir tun uns sehr schwer, die Reifen zum Arbeiten zu bringen. In Q1 war das noch ganz okay, aber schon in Q2 gab es Schwierigkeiten mit den Hinterreifen.»
«Es passiert ständig, dass etwas nicht stimmt, ich bin es ja gewohnt. Wir haben hier das zweit- oder drittschnellste Auto. Und dann weiss ich auch nicht, was mit der Energieversorgung schiefgelaufen ist.»
«Zum Schluss habe ich Leclerc einen feinen Windschatten gegeben, fast die ganze Vollgaspassage hinunter zurück zu Start und Ziel. Diesen Windschatten hatte ich im dritten freien Training auch, daher weiss ich – das war sechs Zehntelsekunden wert. Leider bekam ich selber in der Quali dann keinen.»
«Ich habe verzweifelt versucht, die doofen Walzen mit Zickzack-Fahren ins beste Arbeitsfenster zu bringen, um mich noch halbwegs anständig aus der Affäre zu ziehen. Das ist wirklich lästig. Ich sage es seit Jahren: Wir brauchen bessere Reifen.»
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