George Russell gegen Kimi Antonelli in Baku: Das Rennen der letzten Chance?
Ist der Grosse Preis von Aserbaidschan für George Russell die letzte Chance, den WM-Express namens Kimi Antonelli aufzuhalten? Wie der 28-jährige Mercedes-Fahrer aus England seine Chancen einschätzt.
Ein Blick auf dem WM-Stand sagt fast alles: Kimi Antonelli liegt in der Fahrer-WM mit 292 Punkten vorne, Verfolger George Russell steht bei 211. Wenn der Engländer noch an den Titel denken will, dann muss er anfangen, am Vorsprung des Italieners zu knabbern.
In Monza erhielt Russell dazu die erste Gelegenheit: George auf Startplatz 2, Antonelli hingegen nur auf P19, weil in den Rennwagen von Kimi eine neue Antriebseinheit verbaut werden musste.
Doch im Grand Prix drehte Antonelli den Spiess um: Der 19-Jährige fuhr zum achten Saisonsieg und hat damit in seiner zweiten F1-Saison mehr Siege vorzuweisen als Russell, der im fünften Jahr mit Mercedes steht. Der Brite musste sich in Monza mit dem zweiten Platz begnügen.
Jetzt eine neue Steilvorlage für George Russell: Nach einer bärenstarken Leistung in Baku hat er seine 12. Formel-1-Pole erobert, während Kimi Antonelli eine Mauer küsste und schon in Q1 aufgeben musste. Damit wird der WM-Leader in aller Wahrscheinlichkeit von Startplatz 16 ins Rennen gehen müssen.
Ist die vielleicht die letzte Möglichkeit für Russell, den WM-Express namens Kimi Antonelli ein wenig ins Stocken zu bringen? Wenn nicht hier in Baku, mit einer so tollen Leistung, wann und wo dann?
Der 166-fache GP-Teilnehmer Russell sagt am Baku City Circuit: «Ich würde jetzt nicht von einem Durchbruch sprechen. Es läuft einfach sehr gut, schon das ganze Wochenende. Seit der Sommerpause haben meine Mannschaft und ich Fortschritte erzielt beim Umgang mit diesem Auto, leider hat sich das nicht immer bei den Ergebnissen gezeigt.»
«Ich gehe nicht davon aus, dass wir hier im Rennen einen so grossen Vorsprung haben werden. McLaren war wie aus dem Nichts auf einmal sauschnell, ich konnte es nicht glauben, dass die zwischendurch mit beiden Autos vorne lagen. Mit Max Verstappen muss man immer rechnen. Und natürlich schreibe ich auch Kimi nicht ab. Ich habe nicht vergessen, dass er in Monza von P19 losgefahren ist.»
Hand aufs Herz: Glaubt George Russell, dass Kimi Antonelli – gewissermassen mit einer Hand am WM-Pokal – jetzt die Nerven flattern? Russell: «Nein, das glaube ich nicht. Er war in dieser Saison in den meisten Situationen makellos, auch unter hohem Druck.»
«Aber wenn wir uns die vergangenen Jahre betrachten, dann haben sich auch WM-Anwärter ab und an mal einen Fehler erlaubt, auch Piloten, die Weltmeister geworden sind. Das passiert im Laufe einer Saison nun mal. Ich für meinen Teil verkaufe meine Haut so teuer als möglich und gebe nicht auf, so lange noch eine Chance besteht, egal wie klein die ist.»
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