Ex-Trackhouse-Manager Wilco Zeelenberg: «Das Ende war nicht so schön …»
Der ehemalige Grand-Prix-Sieger und MotoGP-Teammanager Wilco Zeelenberg hat beim Fernsehen einen neuen Job. SPEEDWEEK.com berichtete der Niederländer von den Herausforderungen.
Wilco Zeelenberg ist Grand-Prix-Sieger. Der 60-Jährige aus den Niederlanden gewann im Jahr 1990 den 250er-GP auf dem Hockenheimring – bis heute ist es der letzte Triumph eines Holländers in der mittleren WM-Kategorie. Sein letztes Rennen fuhr er im Jahr 2000 in der Supersport-WM. Dort war er dann auch für Yamaha Europa tätig. Ab der Saison 2010 war Zeelenberg Teammanager bei der Yamaha-MotoGP-Werkstruppe im Lager von Jorge Lorenzo, später arbeitete er dann auch mit Maverick Vinales. Die letzte Station waren die Satelliten-Teams von Petronas-Yamaha und zuletzt das jüngste Team im Fahrerlager, Trackhouse Racing.
Im Juni musste sich Wilco Zeelenberg wie berichtet einer Herzoperation unterziehen. Mittlerweile ist Zeelenberg wieder im Job als TV-Experte beim niederländischen Pay-TV-Kanal Ziggo Sports im Einsatz, teilt sich dort die Arbeit mit Landsleuten wie Barry Veneman. Die Lust auf einen Job bei einem Team hält sich mittlerweile in Grenzen. «Ich habe da keine echten Ambitionen. Das Leben bestand bei mir lange Zeit über das ganze Jahr nur aus der MotoGP», erklärte der Experte mit einem Augenzwinkern und gab zu bedenken: «Ich bin seit 1985 im Fahrerlager.»
Bei den kommenden Asien-Rennen der MotoGP-WM ist die Ziggo-TV-Crew nicht mit den Experten vor Ort. Zeelenberg: «Wir kommentieren die Rennen da aus dem Studio – es liegt in Hilversum –, das liegt für mich wiederum sehr günstig. Ich bin in 30 Minuten im Studio.» Zum Aufwand als TV-Mitarbeiter: «Im Jahr sind wir bei zehn bis zwölf Rennen vor Ort.» Zu seinem Ausstieg als Teammanager beim Team von Trackhouse Ende 2023 nach der Ankunft von Davide Brivio sagt Zeelenberg nachdenklich: «Das Ende hier war nicht wirklich schön.»
Mittlerweile ist Zeelenberg neben dem Job beim Privatfernsehen auch in einem anderen Bereich tätig. «Ich helfe jungen Fahrern in ihrem Umfeld bei ihrer Karriereplanung, wenn sie Ratschläge benötigen und den nächsten Schritt machen müssen. Meine Kontakte nach Spanien und Italien und zu Leuten wie Emilio Alzamora helfen da. Ich kann ihn dann fragen, ob er Plätze für Talente frei hat.»
Während Zeelenberg keine Comeback-Pläne verfolgt, ist ein anderer Ex-Teammanager und Interims-TV-Experte wieder in seiner ursprünglichen Rolle aktiv. Francesco Guidotti kehrte nach der TV-Schleife als Teammanager zurück – zu Trackhouse Racing.
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