Nach Verstappen-Hammer: Die letzten Fragezeichen für das Startfeld 2027
Im Transfer-Schach 2026/2027 hat der König entschieden: Max Verstappen bleibt bis Ende 2030 bei Red Bull Racing. Das hat zahlreiche Auswirkungen auf das Startfeld 2027 und darüber hinaus.
Die «silly season» der Formel 1, wenn über die Königsklasse die albernsten Wechselgerüchte gestreut werden, ist gerade ein Stück weniger töricht geworden: Am 20. August hat Red Bull Racing bestätigt – Max Verstappen bleibt der Mannschaft aus Milton Keynes bis Ende 2030 treu.
Das hat zahlreiche Auswirkungen auf das Formel-1-Startfeld von 2027 und darüber hinaus. Letztlich wird sich von 2026 auf 2027 erheblich weniger ändern, als uns in den vergangenen Monaten aufgetischt worden ist. Begleiten Sie uns beim virtuellen Rundgang durchs Startfeld (in Reihenfolge des heutigen Stands in der Konstrukteurs-WM).
Mercedes – Teamchef Toto Wolff beteuerte wiederholt, dass Kimi Antonelli und George Russell auch 2027 fahren. Und genau so kommt es.
Ferrari – Lewis Hamilton und Charles Leclerc sind gesetzt. Bei Ferrari wird sich nichts ändern.
McLaren – Firmen-CEO Zak Brown hat erklärt, er sehe keinen Grund, an der Fahrerpaarung Norris/Piastri etwas zu ändern. Die Variante Verstappen statt Piastri zu McLaren hat sich in Luft aufgelöst.
Red Bull Racing – Vorzeitige Vertragsverlängerung von Max Verstappen bei Red Bull Racing. Und Teamchef Laurent Mekies hat schon am Hungaroring angedeutet, wer 2027 sein Teamgefährte sein wird: der Pariser Isack Hadjar.
Racing Bulls – Das zweite Red Bull-Team hat noch immer ein Luxusproblem. In der Formel 2 drängt sich der Bulgare Nikola Tsolov mit starken Leistungen für die Beförderung in die Königsklasse auf. Doch der 19-jährige Arvid Lindblad fährt in der ersten GP-Saison auf Augenhöhe mit dem Neuseeländer Liam Lawson. Und der ist bei acht Rennen 2026 in die Top-Ten gefahren. Ihn gegen Tsolov auszuwechseln, das würde sich nicht richtig anfühlen.
Alpine – Pierre Gasly ist bis Ende 2028 unter Vertrag. Eine Rückkehr von Fernando Alonso zum Rennstall aus Enstone kommt nicht in Frage, der Spanier hat diesem Gerede einen Riegel geschoben. Franco Colapinto fährt unter Bewährung. Er hat sich 2026 gemessen an Gasly verbessert, macht aber immer noch zu viele Fehler. Alpine wird aber keine bessere Alternative finden aus Speed und Mitgift.
Haas – Die Abkommen mit Esteban Ocon und Oliver Bearman laufen beide aus. Die Zeichen stehen auf Abschied von Ocon, während Ferrari den jungen Bearman weiter bei Haas ausbilden will. Möglicher Ocon-Nachfolger: ein weiterer Ferrari-Junior, Formel-2-Fahrer Rafael Camara aus Brasilien. Aber es ist auch denkbar, dass McLaren-Reservist Leonardo Fornaroli bei Haas andockt. Aussenseiter ist Haas-Reservist Jack Doohan.
Audi – Kein Wechsel bei den Silbernen, Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto fahren auch 2027.
Williams – Das britische Traditions-Team hat kurz vor dem Niederlande-GP bestätigt, dass Carlos Sainz und Alex Albon bleiben.
Aston Martin – Vor der Sommerpause hat Fernando Alonso festgehalten, dass er seine Zukunft bei den Grünen sehe und er mit dem Team aus Silverstone einen Mehrjahres-Vertrag besitze. «Ich werde auch 2027 hier sein.» Das bedeutet aber nicht gezwungenermassen, dass er Grands Prix fährt. Alonso will Fortschritte sehen und hat Zweifel am Weitermachen, weil er die heutige Rennwagen-Generation wenig prickelnd findet. Das Problem von Aston Martin: Kein Fahrer von annährend dem Kaliber Alonsos ist erhältlich. Lance Stroll gehört gewissermassen zum Mobiliar und wird bleiben.
Cadillac – Die GP-Oldtimer Valtteri Bottas und Sergio Pérez sind über Mehrjahres-Verträge verpflichtet. In dieser Lernphase des Rennstalls macht es für 2027 wenig Sinn, einen jungen Piloten ins Auto zu setzen. Ex-IndyCar-Star Colton Herta macht in der Formel 2 zu wenig Eindruck, um sich für eine Beförderung aufzudrängen. Gerüchten zufolge hat der neue Cadillac-Chef Marcin Budkowski die Fühler nach F2-Talent Rafael Camara ausgefahren.
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