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Ausgemusterte MotoGP-Asse: BWC als Alternative zur Superbike-WM?

Nach ihrer MotoGP-Karriere wechseln die Fahrer oft in die Superbike-WM. Ist der Harley-Davidson Bagger World Cup eine reizvolle Alternative zur seriennahen Weltmeisterschaft? Die Vor- und Nachteile.

Harley Davidson Weltcup

Im Artikel erwähnt



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Nach derzeitigem Stand wird es für Brad Binder, Jack Miller, Alex Rins, Franco Morbidelli und Maverick Vinales 2027 keinen Job mehr geben in der MotoGP. Sie alle haben viele Jahre im GP-Paddock verbracht und Erfolge bis hin zu WM-Titeln (Vinales, Binder und Morbidelli) gefeiert. Doch angesichts der Leistungsdichte in der Königsklasse, wird nach dieser Saison kräftig aussortiert – Routiniers, die momentan aus den verschiedensten Gründen nicht mehr um Top-Positionen kämpfen, müssen gehen und junge Fahrer rücken aus der Moto2-WM nach.

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Athleten, die in der MotoGP kein Team mehr finden, sehen sich für gewöhnlich in der Superbike-WM um – wenn sie kein Interesse an einem Testfahrer-Job haben. In der seriennahen Weltmeisterschaft wollen sie ihre Karriere fortsetzen und um Siege und Titel kämpfen. Oft ist dieser Wechsel erfolgreich, wie prominente Beispiele aus der Vergangenheit zeigen. So konnte etwa der vierfache 250er-Weltmeister Max Biaggi nach seiner MotoGP-Karriere in der Superbike-WM zwei weitere Titel einfahren. Ein weiteres Beispiel: Carlos Checa.

Doch welche andere Alternative als die Superbike-WM würde sich den ausgemusterten MotoGP-Assen anbieten? Etwa der Harley-Davidson Bagger World Cup? Die neue Rennserie erlebt 2026 ihre Debüt-Saison. SPEEDWEEK.com listet die Vor- und Nachteile des Bagger World Cups auf.

Verbleib im MotoGP-Paddock, weniger Rennen und pures Racing

Der Harley-Davidson Bagger World Cup (BWC) wird im Rahmen der MotoGP-WM ausgetragen. Für ehemalige Fahrer der Königsklasse wäre es somit ein Vorteil, dass sie im GP-Paddock bleiben könnten. Sie würden ein vertrautes Umfeld vorfinden, zudem sind ihnen die Rennstrecken ohne Ausnahme bestens bekannt.

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Der MotoGP-Kalender ist mit 22 Events und 44 Rennen sehr gut gefühlt. Für die Fahrer und Teams bedeutet das viel Stress, zur Erholung bleibt kaum Zeit. Im Bagger World Cup werden derzeit an sechs Events zwölf Rennen ausgetragen, was deutlich weniger Stress bedeutet. Geplant ist für nächstes Jahr eine Ausweitung des Kalenders auf acht Events und 16 Rennen, was immer noch ein «entspanntes» Programm wäre. In der Superbike-WM finden derzeit zwölf Events mit allerdings 36 Rennen – drei Läufe pro Wochenende – statt.

Die Renn-Harleys basieren auf den Road-Glide-Motorrädern des Herstellers aus Milwaukee. Das V2-Triebwerk mit 2.152 ccm verfügt über 200 PS und über unglaubliche 220 Nm Drehmoment. Dazu kommen eine Auspuffanlage von Akrapovic, Fahrwerkskomponenten von Öhlins und Brembo-Bremsen, die auch in der Superbike-WM oder Moto2 zum Einsatz kommen. Besonders interessant: Die 280-kg-Bikes verfügen über keine Traktionskontrolle. Für die Fahrer bedeutet dies pures Racing, wo sie den Unterschied machen können. Fahrkönnen und Motorrad-Kontrolle spielen eine große Rolle. Hingegen sind die MotoGP-Raketen und auch die Superbikes vollgepackt mit Elektronik.

Harley-Davidson steckt einen enormen Aufwand in den Bagger World Cup. Das Ziel des US-amerikanischen Herstellers ist es, die Serie in den nächsten Jahren wachsen zu lassen. Das Ansehen soll Schritt für Schritt gesteigert werden, weltweit sollen neue Fans gewonnen werden – der Bagger World Cup steckt somit in einer spannenden Phase des Wachstums.

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Superbike-WM: Prestigeträchtige Meisterschaft, höheres Niveau

Neben den genannten Vorteilen, über die der Bagger World Cup verfügt, gibt es derzeit aber noch einige kritische Punkte anzumerken, welche Einfluss auf die Attraktivität der Rennserie haben und wo die Superbike-WM aktuell klare Vorteile hat.

Die Serie bestreitet 2026 ihre erste Saison und verfügt deshalb natürlich nicht über eine lange und glorreiche Geschichte, wie sie die prestigeträchtige Superbike-WM vorzuweisen hat. Dazu kommt bei der seriennahen Weltmeisterschaft eine solide Fanbasis, die sich der Bagger World Cup zuerst noch erarbeiten muss. Und ob die Harley-Enthusiasten weltweit auch Rennfans sind, muss sich erst noch zeigen.

Der Harley-Davidson Bagger World Cup ist ein Marken-Cup. In der Startaufstellung stehen somit nur Motorräder eines Herstellers. Dass alle auf demselben Bike antreten, ist für die Fahrer durchaus attraktiv, jedoch fehlt auch der Wettbewerb zwischen den Herstellern – so wie in der MotoGP oder der Superbike-WM.

Beim ersten Rennwochenende des Bagger World Cups in Austin standen nur neun Piloten in der Startaufstellung. Zwar sind in dieser Saison nach und nach neue Namen dazugekommen, doch das Feld bleibt vorerst sehr überschaubar. Dazu kommt, dass dieses derzeit vorranging aus Fahrern besteht, die relativ wenig bekannt sind. Ehemalige GP- und MotoE-Piloten wie Eric Granado und Oscar Gutierrez sind einigen Fans zwar ein Begriff, aber sie verfügen nicht über einen großen Bekanntheitsstatus. Auch den jungen Australier Archie McDonald – derzeit Zweiter in der Meisterschaft – kennen die wenigsten. Dazu kommen die in Europa und dem Rest der Welt wenig bekannten US-amerikanischen Fahrer wie Jake Lewis oder Travis Wyman.

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Im Gegensatz dazu ist der ehemalige MotoGP- und Superbike-Fahrer Andrea Iannone bestens bekannt. Der Italiener ist seit seinem Heim-Event in Mugello dabei. Und in Silverstone trat der ehemalige MotoGP-Pilot Bradley Smith mit einer Wildcard an – der Brite konnte Rennen 1 für sich entscheiden.

Fakt ist: Momentan befindet sich das Niveau der Fahrer im Bagger World Cup gesamthaft betrachtet nicht auf jenem der Superbike-WM. Das Ziel ist es laut Harley, das Level zukünftig zu steigern. Auch in Sachen Gehalt ist die neue Rennserie für ehemalige MotoGP-Piloten derzeit nicht so attraktiv wie die Superbike-WM – zumindest was die Werksteams in der seriennahen Weltmeisterschaft anbelangt.

Die Rennen im Harley-Davidson Bagger World Cup sind spannend und umkämpft. Der Sound der großen V2-Bikes ist spektakulär. Die Rennserie bietet einem potenziellen Fahrer fast alles, um in Betracht gezogen zu werden. Vielleicht wird es aber noch ein paar Jahre brauchen, um auf Augenhöhe mit der Superbike-WM zu sein – falls man den Baggern diese Zeit lässt. Der Vertrag mit der MotoGP Sports Entertainment Group (ehemals Dorna) ist auf drei Jahre abgeschlossen, ob dieser verlängert wird, wird die Zukunft zeigen.

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Voller Stand
  1. Fahrer

2026

Pos

Fahrer

Punkte

1

Eric Granado

147

2

Archie McDonald

142

3

Oscar Gutierrez

128

4

Andrea Iannone

97

5

Jake Lewis

88

6

Filippo Rovelli

79

7

Cory West

56

8

Travis Wyman

54

9

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51

10

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37

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