Erik Riss: «Ich hoffe, dass ich in Scheeßel problemlos fahren kann»
Am Sonntag findet auf dem Eichenring in Scheeßel der erste von drei Grands Prix der Langbahn-WM 2026 statt. Erik Riss ist einer von fünf deutschen Startern im 20er-Feld. Am Samstag ist Flat-Track-WM.
Zum 75-jährigen Jubiläum des MSC Eichenring Scheeßel richtet der potente Club aus dem niedersächsischen Landkreis Rotenburg-Wümme, gelegen am Rande der Lüneburger Heide, am Wochenende wieder gleich zwei WM-Rennen auf seiner 1000 m langen Sandbahn aus. Am Samstag (22. August) wird der fünfte von insgesamt zehn Grands Prix der FIM Flat Track WM gefahren. Beginn ist um 14 Uhr. 24 Fahrer, darunter mit Thomas Albers, Sebastian Thalheim, Nikita Alyani und Marius Kircher vier Deutsche, bestreiten zwölf Vorläufe. Danach folgt das Last-Chance-Heat und das Finale.
Der Scheeßel-GP am Sonntag erstmals mit 20 Fahrern
Der Sonntag (23. August) steht ganz im Zeichen des ersten Grand Prix der diesjährigen Langbahn-Weltmeisterschaft. 20 Fahrer, darunter mit Lukas Fienhage, Erik Riss, Daniel Spiller, Timo Wachs und Keijo Busch fünf Deutsche plus Reservist Fabian Wachs, fahren ab 13.30 Uhr 20 Vorläufe. Nach zwei Semifinals folgt das entscheidende Finale.
Einer der deutschen Top-Piloten, der dreifache Langbahn-Weltmeister Martin Smolinski, fehlt in dieser Saison. Den Olchinger plagen nach wie vor Probleme mit seiner künstlichen Hüfte.
Dafür steht mit Erik Riss ein potentieller Titelanwärter wieder im Line-up für die WM, zumindest erstmal für Scheeßel. Der 30-Jährige, der schon zweimal Solo-Weltmeister und Anfang Juli in Mühldorf Deutscher Langbahnmeister wurde, hatte in den letzten Jahren Probleme mit verschiedenen Verletzungen. Vor allem machen ihm zeitweise die Augen einige Schwierigkeiten.
Erik Riss hat zeitweise noch Probleme mit den Augen
«Es geht mir wieder besser, aber immer noch nicht hundertprozentig», sagte Riss jetzt im persönlichen Gespräch mit SPEEDWEEK.com, «ich habe immer noch Symptome von verschwommener Sicht und Lichtempfindlichkeit. Das Ganze ist also noch nicht komplett überstanden und wahrscheinlich wird es nie ganz weggehen. Das ist tagesabhängig, ich muss es dann so gut es geht es managen. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich am Sonntag in Scheeßel problemlos fahren kann. Ich konnte mich die ganze letzte Woche ausruhen und auf den GP vorbereiten.»
Zu Beginn dieser Saison ist der Schwabe nur eine Handvoll Speedwayrennen gefahren, dann musste er eine Zeitlang pausieren, ehe er bei der Deutschen Langbahn-Meisterschaft in Mühldorf wieder an den Start fahren konnte. Riss: «Da ging es mir wieder besser, und da war ich ja auch mit dem Titelgewinn erfolgreich. Die Woche darauf bin ich in Landshut Speedway gefahren, und danach ging es mir dann wieder deutlich schlechter. Und zwar bis zur letzten Woche.»
Die Frage für das Aushängeschild der MSV Herxheim war nun, wie gut er auf die Langbahn-WM vorbereitet ist? «Maschinell bin ich wie immer top aufgestellt mit Material von Anton Nischler. Aber was die Fahrpraxis angeht, bin ich natürlich überhaupt nicht gut aufgestellt. Die Fahrpraxis fehlt mir doch sehr, denn ich habe ja seit Mühldorf pausiert.»
2026 nur drei Grands Prix auf der Langbahn
Dem Grand Prix in Scheeßel sieht Erik Riss mit gemischten Gefühlen entgegen. «Ich fahre auf jeden Fall gerne in Scheeßel. Das ist eine anspruchsvolle Bahn, weil sie sehr tief ist und Mensch und Maschine fordert. Da musst du jede Power kriegen, die du finden kannst. Aber in den vergangenen Jahren war die Bahn deutlich glatter als sonst. Mal sehen, wie es am Sonntag aussieht. Was meine Chancen angeht, da mach ich mir im Moment überhaupt keine Gedanken. Ich bin in erster Linie froh, wenn ich überhaupt fahren kann. Das ist zu Zeit meine Hauptsorge, ob ich mich gut genug fühle, dass ich fahren kann. Das Ist momentan vorrangig bei mir. Wenn ich mich dann gut fühle, werde ich mein Bestes geben und schauen was passiert.»
Die beiden weiteren Grands Prix finden in Frankreich statt und zwar am 5. September in Morizes und am 26. September in Marmande. Letzterer ist der Nachholtermin für den dort wegen der Hitzewelle abgesagten Auftakt am 13. Juli.
Zu den Bahnen hat Riss seine eigene Meinung: «Leider ist es in diesem Jahr nur eine kurze WM, was ich sehr schade finde. Die einzige richtige Langbahn in der Serie ist Scheeßel. Morizes ist eigentlich mehr eine große Speedwaybahn und Marmande ist Marmande. Eine Bahn mit drei Kurven, sehr ungewöhnlich, aber das war schon immer meine Lieblingsbahn. Doch ich fahre auch gerne in Morizes. Eigentlich fahre ich auf jeder Langbahn gerne. Wenn man ständig Speedway fährt und dann auf das Langbahn-Motorrad umsteigt, macht das immer wieder großen Spaß, weil du dich da so richtig austoben kannst. Das ist ein ganz anderes Fahrverhalten und im Vergleich zum Speedway etwas angenehmer.»
Fahrerfeld Langbahn-GP Scheeßel (D):
Lukas Fienhage (D)
Erik Riss (D)
Daniel Spiller (D)
Timo Wachs (D)
Keijo Busch (D)
Chris Harris (GB)
Andrew Appleton (GB)
Zach Wajtknecht (GB)
Jake Mulford (GB)
Tino Bouin (F)
Anthony Chauffour (F)
Jordan Dubernard (F)
Dave Meijerink (NL)
Mika Meijer (NL)
William Kruit (NL)
Kenneth Kruse Hansen (DK)
Patrick Kruse (DK)
Jesse Mustonen (SF)
Tero Aarnio (SF)
Glenn Moi (N)
Res. Fabian Wachs (D)
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