Brünn-Sieger Ivan Ortola begehrt: «Viele Teams sind an mir interessiert!»
Trotz Long-lap-Strafe holte Ivan Ortola in Brünn seinen ersten Moto2-Sieg. Das Manöver in der letzten Kurve gegen David Alonso war gut überlegt. Der Spanier hat für 2027 einige Angebote auf dem Tisch.
Mit Gesamtrang 4 in der Moto3-WM 2024 sicherte sich Ivan Ortola für 2025 den Aufstieg in die Moto2-Klasse. Dort tat sich der Spanier anfangs noch schwer, sich auf das 765-ccm-Bike umzustellen. Es folgten einige Top-10-Platzierungen, im letzten Saisonrennen in Valencia erzielte Ortola seinen ersten Podestplatz in der mittleren Kategorie.
2026 startete Ortola mit Platz 4 beim Auftakt in Thailand deutlich besser in die Saison. Die Ränge 3 und 4 in Le Mans beziehungsweise Barcelona bestätigten, dass er dieses Jahr in einer guten Form ist. Es folgten zwei Ausfälle – in Mugello und auf dem Balaton Park Circuit sah Ortola nicht das Ziel. Nun holte er sich am Wochenende in Brünn seinen ersten Moto2-Sieg.
Doch alles der Reihe nach. Aus der zweiten Reihe erwischte Ortola einen perfekten Start. Er setzte sich noch vor der ersten Kurve an die zweite Stelle hinter Pole-Setter David Alonso. Die beiden konnten sich vom Rest des Feldes leicht absetzen. In Runde 4 absolvierte Ortola seine Long-lap, er verlor dabei aber nur gut eine Sekunde und behauptete die zweite Position. Alonso hatte dadurch einen Puffer von rund 1,3 Sekunden, doch Ortola holte den Rückstand rasch wieder auf.
Vier Runden vor Rennende startete Ortola in Kurve 1 eine Attacke, doch Alonso konterte. Ortola versuchte es in Kurve 3 erneut – Alonso hatte wieder eine Antwort parat. Alonso ging mit 0,059 Sekunden Vorsprung auf Ortola in die letzte Runde. Mit einem beherzten Manöver in der letzten Kurve setzte sich Ortola an die Spitze und fuhr mit 0,096 Sekunden Vorsprung über den Zielstrich.
«Es war ein unglaublicher Move, aber zugleich auch die einzige Möglichkeit, um David zu überholen, denn auf der Bremse war es sehr schwierig», meinte Ortola. «Ich sagte zu mir, dass ich es versuchen werde, wenn er mir den Platz dazu lässt. Ich sah dann eine Lücke und habe es gemacht. Es war perfekt, um das Rennen zu gewinnen.»
Im Rennen musste Ortola eine Long-lap absolvieren. Ist die Strecke in Brünn dafür die beste im Kalender? «Ich denke ja», schmunzelte der 21-Jährige. «Ich habe an diesem Wochenende die Long-lap sehr viel geübt – etwa sieben oder acht Mal. Von allen Strecken im Kalender verliert man hier am wenigsten Zeit. Nur circa 1,2 Sekunden, was nicht sehr viel ist. Also perfekt.»
Umstieg von Boscoscuro auf Kalex
In der WM-Tabelle liegt Ivan Ortola nach seinem Sieg in Brünn mit 77,5 Punkten auf Rang 7. «Meine Saison verlief bislang sehr positiv. Es ist für das Team und mich das erste Jahr mit der Kalex», erklärte er. Letztes Jahr waren er und das MSi-Team noch auf Boscoscuro unterwegs. «Wir haben die ersten Rennen gebraucht, um zu verstehen, wie man mit diesem Motorrad fahren muss. Und auch, um das Setup zu erarbeiten, damit ich mich besser fühle. Von Jerez bis jetzt war das Gefühl unglaublich. Ich war in den Rennen konstant – das ist das, was ich wollte. Ich möchte so weitermachen.»
Ortola holte seinen ersten Moto2-Sieg zum richtigen Zeitpunkt. Es geht um die Verträge für das nächste Jahr. «Ja, das ist der Moment der Vertragsverhandlungen», schmunzelte der aus Valencia stammende Fahrer. «Hier zu gewinnen war perfekt – nicht nur für mich, sondern auch für meinen Manager. Ich habe ihm etwas Arbeit mitgegeben.» Einige Moto2-Teams haben bereits angeklopft. «Ja, das stimmt. Viele Teams sind an mir interessiert. Das kümmert mich aber nicht, ich lege den Fokus auf mich selbst. Ich will mein Bestes geben – so wie hier», betonte Ortola. Wird ihm die Wahl für nächstes Jahr schwer fallen? «Es gibt viele gute Moto2-Teams und es ist schwer, die richtige Wahl zu treffen. Es ist jetzt aber nicht die richtige Zeit, um zu entscheiden. Ich mache in den Rennen einfach meine Arbeit.»
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