Riccardo Patrese zu George Russell: Falsche Einstellung, zu viele Ausreden
Er gehört zu den grossen Verlierern des GP-Wochenendes, selbst wenn er nach dem Grand Prix auf dem Treppchen stand: Mercedes-Fahrer George Russell. GP-Sieger Riccardo Patrese schätzt die Lage ein.
Alle schwärmen vom Barcelona-GP-Sieger Lewis Hamilton, völlig zu Recht. Aber es gibt auch einige Fahrer, die nach dem spannenden Barcelona-GP nicht gut geschlafen haben, auch George Russell nicht, der als Zweiter ins Ziel kam. Denn Russell wurde im Rennen von Kimi Antonelli entzaubert. Schon wieder.
Der sechsfache GP-Sieger Riccardo Patrese (72) hat sich die Action von Katalonien in Ruhe angeschaut und kommt zu einem vielschichten Urteil über das Sorgenkind Russell, wie er im Portal BetBrothers darlegt.
Der italienische F1-WM-Zweite von 1992 findet: «Ausreden bringen einen Rennfahrer nicht weiter. Wenn das Auto eine bestimmte Charakteristik hat, muss man das ergründen und sich anpassen. Wenn George Russell kein gutes Gefühl mit dem Auto hat, bedeutet das für mich, dass er vom Talent her nicht ganz oben steht. Ein herausragender Fahrer ist einer, der jede Situation optimieren kann.»
«In Kanada sagte Russell: ‘Das ist nicht meine Art von Rennen, ich mag diese Strecke nicht.’ So etwas kann man als WM-Favorit nicht sagen. Es gibt 24 Rennen in einer Saison und sechs Sprints. Man muss auf jeder Strecke mit der gleichen Aggressivität fahren. Und wenn man sie nicht mag, muss man eben härter an sich arbeiten, damit die Strecke einem liegt. Er sollte eigentlich nicht zu viel über solche Dinge reden, denn das zeugt von Schwäche.»
«Kimi hat letztes Wochenende den Motor geschrottet – wer weiss, vielleicht schrottet er beim nächsten Rennen wieder einen. Und dann könnte George Russell in der Meisterschaft wieder aufholen. Russell muss konzentriert bleiben und sich immer wieder sagen, dass die Saison noch nicht vorbei ist.»
«Aber die Tatsache, dass er nach Ausreden sucht, die Tatsache, dass er nach Monaco erklärt hat, die Meisterschaft sei für ihn gelaufen, das alles deutet für mich darauf hin, dass seine Einstellung nicht stimmt. Es stehen noch viele Rennen an. Er darf doch nicht aufgeben!»
«Ich habe in keiner Situation aufgegeben, niemals. Ein echter Racer gibt nie auf – bis zum letzten Meter eines Rennens. Also schlage ich vor, dass George sich vornimmt, etwas härter zu kämpfen und nicht nach Ausreden zu suchen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach




