Sprint Formel 1 Singapur: Regen-Chaos, Russell-Dreher und Verstappen-Sieg
Max Verstappen schaffte es in Singapur, seinen ersten Sprint-Sieg in diesem Jahr einzufahren. Das Mini-Rennen verlief chaotisch, zu den grossen Verlierern gehörte etwa Mercedes-Pilot George Russell.
Eine Viertelstunde vor dem geplanten Sprint-Start kam in Singapur der grosse Regen. Und natürlich bestimmte das schlechte Wetter das Programm. Die Rennleitung meldete schnell, dass sich der Start verschieben würde. Und es dauerte eine ganze Weile, bis ein neuer Starttermin für die Aufwärmrunde stand: Eine halbe Stunde war vergangen, bevor sich die GP-Stars aufmachten. Und die Rennleitung liess 11 Minuten vor dem Start der Formationsrunde wissen, dass man die Entscheidung getroffen hatte, gleich zwei Umläufe hinter dem Safety-Car von Bernd Mayländer einzulegen.
Max Verstappen und George Russell teilten sich die erste Startreihe, wobei der Red Bull Racing-Star von der Pole losfahren durfte. Charles Leclerc, Oscar Piastri, Lando Norris, Lewis Hamilton, Kimi Antonelli, Liam Lawson, Isack Hadjar und Pierre Gasly komplettierten die Top-10. Dahinter folgten Franco Colapinto, Nico Hülkenberg, Ollie Bearman, Gabriel Bortoleto, Fernando Alonso, Esteban Ocon, Arvid Lindblad, Lance Stroll, Alex Albon, Sergio Pérez und Valtteri Bottas folgten auf den weiteren Startpositionen. Aus der Boxengasse musste Carlos Sainz losfahren, denn am Williams des Spaniers wurde an der Aufhängung gearbeitet, womit die Parc-Fermé-Regeln verletzt wurden.
Wenig überraschend fuhren alle auf den Intermediate-Reifen los, die für Mischverhältnisse entwickelt wurden. Die 4,927 km lange Piste war denn auch an einigen Stellen noch richtig Nass, in anderen Bereichen aber wieder trocken, als sich die GP-Stars aufmachten. Und es dauerte nicht lange, bis die ersten Meldungen zu den Verhältnissen an die Box gefunkt wurden. «Die Gischt ist wirklich schlecht», lautete etwa das Urteil von Piastri, während Liam Lawson betonte: «Die Piste fühlt sich ab der 13. Kurve komplett trocken an.»
Bittere Pille für Mercedes-Star George Russell
Die Rennleitung entschied sich für einen stehenden Start, und Sainz erklärte seinem Team: «Auf den Intermediate-Reifen ist es okay.» Währenddessen äusserte sein Teamkollege Albon die Vermutung: «Die Chancen stehen gut, dass wir bald auf die Slicks wechseln.»
Russell übernahm gleich nach dem Start die Führung vor Verstappen, Hamilton, Leclerc, Piastri, Norris, Antonelli, Lawson, Gasly und Hadjar. Hülkenberg folgte auf Platz 11, allerdings musste er diese Position bald Bearman überlassen, der sich kurz danach auch den zehnten Platz von Hadjar schnappte. Hinter Hülkenberg komplettierten Colapinto, Ocon, Lindblad, Alonso, Bortoleto, Albon, Bottas, Sainz, Stroll und Pérez das Feld.
Lange währte die Freude von Russell nicht, er flog in der letzten Kurve der zweiten Runde ab, nachdem er sich gedreht hatte. Auch für Stroll war das Rennen vorbei, er stellte seinen Aston Martin am Streckenrand ab, nachdem er in der 16. Kurve mit Pérez kollidiert war. Das Feld wurde von Mayländer durch die Boxengasse geführt, damit der Mercedes des Briten schnell und sicher von der Piste geschafft werden konnte.
Singapur-Sprint: Chaos in den ersten Runden
Für Unterhaltung während der Gelbphase sorgte Hadjar, der seinen Red Bull Racing-Renner auch abstellen musste und in einer Auslaufzone einfach weiterfuhr, als ihm ein Tor zum öffentlichen Teil der Strasse geöffnet wurde. Als Grund für seinen Ausfall wurde ein Motorschaden vermutet.
Er war nicht das einzige Opfer in der Frühphase des Sprints. Colapinto stellte seinen Alpine auf der Strecke ab, weil er keinen Funk mehr hatte und aus Sicherheitsgründen nicht weiterfuhr, während Lindblad in der fünften Kurve einen Dreher hinlegte, der ihn ans Ende des Feldes zurückwarf. Er war deshalb kurz in der falschen Richtung unterwegs, wofür er die Aufmerksamkeit der Regelhüter auf sich zog.
Der Restart erfolgte in der siebten Runde und Bearman lieferte sich ein spannendes Rad-an-Rad-Duell mit Gasly, wobei der Haas-Pilot die Nase vorn behielt. Die Stewards teilten eine Untersuchung der Pérez-Stroll-Kollision und des Vergehens von Lindblad nach dem Sprint-Ende mit.
Bald hatte das Feld ein neues Schlusslicht, weil sich Albon und Bortoleto in die Quere kamen. Die Kollision sorgte dafür, dass der Williams-Fahrer auf Platz 15 zurückfiel und Bortoleto in die Box verschwand. Albon hatte zuvor schon ein unliebsames Treffen mit Bottas.Ganz andere Sorgen hatte Gasly. der von Hülkenberg geschnappt wurde und sich am Funk beklagte, dass der Deutsche ihn von der Piste gedrängt habe.
Teamkollegen-Kollision: McLaren-Duo verliert wichtige Punkte
In Runde 10 von 20 lautete die Reihenfolge: Verstappen vor Hamilton, Leclerc, Piastri, Norris, Antonelli, Lawson, Bearman, Hülkenberg, Ocon, Gasly, Alonso, Sainz, Lindblad und Albon. Die Regelhüter hatten alle Hände voll zu tun, denn auch die Szene zwischen Gasly und Hülkenberg erforderte ihre Aufmerksamkeit. Sie entschieden sich aber, von einer Strafe abzusehen.
Die Arbeit der Stewards war damit nicht getan, denn auch Hamilton geriet in ihr Visier, weil er unter Verdacht stand, die Gelbphase-Regeln missachtet zu haben. Eine bittere Pille gab es für die beiden McLaren-Fahrer, die auf den Positionen 4 und 5 unterwegs waren, als sie sich in die Quere kamen und sich synchron von der Strecke drehten. Während Piastri ausfiel, rette sich Norris als Achter über die Ziellinie und schnappte noch einen Punkt. Vor dem Weltmeister kreuzten Sieger Verstappen, Hamilton, Leclerc, Antonelli, Lawson, Bearman und Hülkenberg die Ziellinie. Hinter dem McLaren-Star sahen Gasly, Ocon, Alonso, Sainz und Lindblad die Zielflagge, gingen aber leer aus.
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