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Wendlinger über Schumacher: «Kann nur spekulieren»

Karl Wendlinger erinnert sich an seinen schweren Unfall von 1994 zurück, der seine GP-Karriere beendet hat und erklärt, warum er nach dem Unfall von Michael Schumacher nicht mehr ans Telefon ging.

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Als Ersatzmann für ORF-Experte Alex Wurz durfte Karl Wendlinger im vergangenen Jahr drei Formel-1-Läufe live mitkommentieren. Der frühere GP-Pilot, der während seiner aktiven Zeit nicht gerade als Mann der vielen Worte bekannt war, unterstützte TV-Kommentator Ernst Hausleitner, weil Wurz im Rahmen seiner Langstrecken-WM anderweitig beschäftigt war.

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Im Interview mit f1-insider.com erklärt Wendlinger: "Mit dem Urteilen über andere Fahrer halte ich mich zurück. Gerade weil ich ja selber mal gefahren bin. Man weiss ja nie, warum irgendetwas passiert, ausser es ist ganz was Offensichtliches. Aber sonst versuche ich meine Meinung über gewisse Dinge als sogenannter Experte wiederzugeben."

Der 41-fache GP-Pilot ergänzt: "Für die Unterhaltung ist Ernst da. Ich mehr für das Fachmännische." Und er betont: "Es ist auch beim TV so, dass man erst was sagen soll, wenn es Sinn macht." Diesen Leitsatz hat sich Wendlinger, dessen GP-Karriere 1994 durch einen schweren Trainingsunfall in Monaco beendet wurde, auch mit Blick auf die verletzte Formel-1-Legende Michael Schumacher zu Herzen genommen.

Zum unglücklichen Skiunfall des Rekordweltmeisters, der wie Wendlinger auch als Mercedes-Junior in die Formel 1 aufstieg, will sich der heutige Markenbotschafter von AMG-Mercedes nicht äussern: "Kurz nachdem er den Skiunfall hatte, hat das Telefon viel geläutet. Aber ich habe nicht abgehoben."

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Wendlinger präzisiert auf Nachfrage: "Weil ich wusste, um was es geht. Und weil es nichts zu sagen gegeben hat. Ich hab nur ein Interview gegeben, fürs österreichische Fernsehen. Im Interview ist mir erst richtig bewusst geworden, dass er schwer verletzt ist. Hätte ich vorher die Schwere seiner Verletzungen abwägen können, hätte ich das Interview gar nicht gegeben. Weil man nichts sagen kann ausser zu spekulieren."

Mitteilsamer wird der ehemalige Formel-1-Star, wenn es um seine Zeit im Krankenhaus nach dem Trainingsunfall 1994 geht, bei dem er sich schwere Kopfverletzungen zugezogen und daraufhin fast drei Wochen im Koma verbracht hatte: "Meine Erinnerung ist begrenzt. Ich muss mich hauptsächlich auf das verlassen, was man mir berichtet hat. Zunächst war ich zwar wach, aber nicht richtig anwesend. Irgendwann habe ich mal mitbekommen, dass ich in einem Krankenhaus bin. Da war ich aber schon zehn Tage wieder wach."

Der Kufsteiner verrät: "Am Anfang war mein Erinnerungsvermögen eingeschränkt, meine Konzentration war schlecht. Mit der guten Arbeit in Innsbruck ist das täglich besser geworden. Die Ärzte sagte damals, ich sei ein medizinisches Wunder, so schwer waren meine Verletzungen. Aber, klar, so ein Ereignis, das verfolgt dich ewig. Das ist jetzt 20 Jahre her und ich rede immer noch drüber."

Schritt für Schritt habe er zurück ins Leben gefunden, erzählt Wendlinger: " Ich weiss noch, wie man mir das Frühstück reichte und mich später fragte, was ich gegessen habe. Von fünf Sachen konnte ich mich nur an zwei erinnern. Später bekam ich spezielle Reha um meine Konzentration zu verbessern. Damit hatte ich bei meiner Rückkehr ins Formel-1-Auto extreme Probleme. Ich war in Gedanken meist woanders, aber nicht im Cockpit."

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