Wie viel ist der GP-Sieg von Lewis Hamilton wert? Das sagt Fred Vasseur
Lewis Hamilton schaffte es in Barcelona erstmals seit seinem Wechsel zu den Roten aufs höchste GP-Podesttreppchen. Die Fans träumen bereits vom WM-Titel. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur bleibt nüchtern.
Mit dem Sieg in Barcelona hat Lewis Hamilton die meisten Berichterstatter und Experten überrascht. Denn vor dem Rennen waren die Augen der GP-Beobachter vor allem auf das Mercedes-Duo gerichtet. Schliesslich hatte sich George Russell mit der Eroberung der Pole die beste Startposition gesichert. Und in seinem Rücken lauerte sein Teamkollege Kimi Antonelli auf seine Chance, seine Sieg-Strähne auf sechs Rennen auszubauen.
Am Ende war es aber Altmeister Hamilton, der die Ziellinie als Erster kreuzte. Antonelli wurde vom Technik-Pech verfolgt und fiel kurz vor dem Fallen der Zielflagge aus. Russell, der kurz vor dem Ausfall des Teenagers noch von seinem Stallgefährten überholt worden war, musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.
Für die Tifosi war der erste GP-Sieg des siebenfachen Champions für die Scuderia aus Maranello ein ganz besonderer Triumph. Und die Leidenschaft stieg so manchem zu Kopf, denn kaum waren die Fahrer im Ziel, wurde bereits über die Chancen von Hamilton auf die achte WM-Krone diskutiert, mit der er der alleinige Titel-Rekordhalter sein würde.
Kein Gedanke an WM-Titelkampf
Doch Teamchef Fred Vasseur war trotz aller Feierlaune nicht bereit, über die Titelchancen des 41-Jährigen zu sprechen. Er winkte ab: «Ich weiss nicht, ob ich diese Frage beantworten will. Vor zwei Wochen wurden wahrscheinlich noch darüber gesprochen, dass alles ein Desaster ist, und nun wird schon über die WM diskutiert. Das wäre das Schlechteste, was ich jetzt tun könnte.»
Und der Ingenieur aus Frankreich stellte klar: «Wir werden mit der genau gleichen Einstellung nach Österreich reisen, mit der wir auch in Barcelona ans Werk gegangen sind. Wir werden nicht an de Titel denken, das tun wir nie. Ich werde versuchen, weiterhin alle Kleinigkeiten richtig hinzubekommen, überall noch mehr Leistung herauszuholen und einen kleinen Schritt nach dem anderen zu machen. Lasst uns diesen Sieg feiern und ihn geniessen, und wenn wir dann nach Spielberg reisen, werden wir wie immer vorgehen.»
Und Vasseur ergänzte zufrieden: «Wir konnten mit beiden Autos um die Pole kämpfen, und ich denke, das ist ein guter Fortschritt. Aber ich denke, in dieser Saison kommt es nicht so darauf an, wie gut das Auto in Barcelona ist, das war in den vergangenen 25 Jahren jeweils ein guter Gradmesser. Diesmal wird es aber darauf ankommen, die Weiterentwicklung besser als die Gegner voranzutreiben. Das ist der Erfolgsfaktor, der bei der WM entscheidend sein wird.»
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