Pechvogel George Russell: Verdient der Mercedes-Routinier den WM-Titel?
Sein GP-Debüt bestritt George Russell in den Farben des Williams-Teams. Dessen damalige stellvertretende Teamchefin Claire Williams weiß, was der Mercedes-Star kann. Und sie sagt, was sie ihm zutraut.
Vor dem Start der Saison war George Russell der grosse Favorit für den WM-Titel, zumindest dachten dies die Buchmacher, die dem Briten aus dem Mercedes-Werksteam die grössten Chancen auf die Formel-1-Krone einräumten. Und beim Saisonstart im Albert Park erfüllte er auch alle Erwartungen, indem er das Rennen für sich entschied.
Doch seither läuft es nicht nach Plan für den Briten, der vom Pech verfolgt wird. Bereits beim zweiten Kräftemessen in China bekundete er während des Qualifyings Probleme mit seinem Dienstwagen, die Technik bremste ihm später auch in Kanada aus, als er in Führung liegend ausfiel. Beim dritten Rennen in Japan war es das Safety-Car-Timing, das seine Chancen auf ein besseres Abschneiden als Platz 4 zunichte machte. Und in Monaco ging er wegen einer auf einen Messfehler beruhenden Strafe und dem Fehler seiner Boxencrew beim zweiten Stopp sowie der dafür kassierten Durchfahrtsstrafe als Zwölfter leer aus.
Immerhin, in Spanien war ihm Fortuna hold, während sein Teamkollege Kimi Antonelli, der zuvor fünf GP-Siege in Folge einfahren und seinen WM-Vorsprung ausbauen konnte, der grosse Pechvogel war. Das Rennen gewann aber Russells früherer Teamkollege Lewis Hamilton im Ferrari. Der Mercedes-Star musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.
Claire Williams: Sorge um George Russell
Das Schicksal des 28-Jährigen bewegt Claire Williams, die als stellvertretende Teamchefin des Williams-Teams die ersten GP-Einsätze von Russell aus nächster Nähe mitbekommen hat. Im «High Performance»-Podcast sagt die Engländerin, die zum Start der Saison noch angekündigt hatte, dass 2026 das Jahr von George Russell sei: «Ich denke, ich habe Kimi unterschätzt, aber ich glaube, das haben ziemlich viele andere Leute auch.»
Und die 49-Jährige beteuerte: «Ich dachte wirklich, dass dies Georges Jahr werden würde. Und wir haben zuvor über Glück gesprochen. Ich glaube wirklich, dass einige Leute in der Formel 1 mehr Glück haben als andere. Das habe ich bei Williams jahrelang miterlebt. Jedes Mal, wenn der Zufall eine Rolle spielte, wegen des Wetters oder eines Safety-Cars, hat Williams nicht profitiert. Andere hatten in diesen Momenten mehr Glück.»
Das habe nichts mit einer falschen Strategie oder einem anderen Fehler zu tun gehabt, betonte Williams. «Es hat uns einfach nie in die Hände gespielt. Und ich befürchte, dass es George gleich geht. Ich denke nicht, dass er nicht über das nötige Talent verfügt, er hatte einfach etwas Pech. Und manchmal mache ich mir Sorgen, dass dieses an den Leuten klebt. Ich will das wirklich nicht, denn ich denke, er verdient den Titel.»
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