Hartes Urteil von Villeneuve: Russell-Auftritt trotz Platz 2 «enttäuschend»
Jacques Villeneuve kommentiert das Formel-1-Geschehen für den TV-Sender «Sky Sports F1», und geht dabei hart mit den Fahrern ins Gericht. Auch George Russell bekommt keine guten Noten – trotz Platz 2.
Im Formel-1-Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya hatte George Russell am Rennsonntag die beste Ausgangslage, denn er hatte sich tags zuvor im Qualifying die Pole-Position für den siebten Saisonlauf gesichert. Der Brite wollte alles daran setzen, um seinen Mercedes-Teamkollegen davon abzuhalten, den sechsten GP-Sieg in Folge einzufahren und damit nicht nur seine WM-Führung auszubauen, sondern auch um in der ewigen GP-Sieger-Liste mit ihm gleichzuziehen.
Tatsächlich endete die Sieg-Strähne des WM-Leaders, der im Teenager-Alter in seiner zweiten GP-Saison eine beachtliche Leistung an den Tag legt. Das lag aber nicht zuletzt daran, dass er kurz vor dem Ende des Rennens ein Opfer der Technik wurde, weil seine Batterie versagte. Der junge Italiener hatte kurz zuvor noch seinen deutlich erfahreneren Teamkollegen überholt und sich damit in die zweite Position gebracht.
WM-Kampf schon verloren?
Den zweiten Platz erbte Russell, der das Geschenk dankend annahm. Denn damit verkürzte sich sein Rückstand auf den eigenen Nebenmann auf 50 WM-Zähler. Der Auftritt des 28-Jährigen, der in der bisherigen Saison viel Pech hatte, wurde aber nicht von allen geschätzt. So erklärte Jacques Villeneuve, der das Rennen für «Sky Sports F1» mitverfolgte: «Russell hat sich nicht sehr gut verteidigt. Er liess die Tür zu weit offen.»
Und der Weltmeister von 1997, der kein Blatt vor den Mund nimmt, legte nach: «Er wirkte nicht wie ein Fahrer, der um den Titel kämpft. Vielmehr sah es aus, als hätte er den Kampf gegen seinen Teamkollegen bereits verloren. Tatsächlich war das ein enttäuschender Auftritt von Russell. Er hatte kein Tempo. Im Qualifying war das noch anders, da hatte er seinen Stallgefährten im Griff. Aber im Rennen fehlte ihm der Speed, es ging für ihn in die falsche Richtung. Wahrscheinlich hat er den Druck gespürt, das war sehr enttäuschend.»
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