George Russell: «So einen Zweikampf habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt»
George Russell lieferte sich vor seinem Aus in Kanada ein hartes Duell mit seinem Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli. Den Kampf gegen den eigenen Nebenmann habe er genossen, beteuerte er hinterher.
George Russell machte im Kanada-GP schnell klar: Er würde sich den Sieg nicht einfach wegschnappen lassen. Der Mercedes-Star hatte sich die Pole geschnappt und war auf dem besten Weg, sich den Sieg zu sichern, als die Batterie seiner Antriebseinheit nicht mehr mitspielte – nach 29 Runden war der fünfte GP der Saison deshalb für ihn gelaufen.
Zuvor hatte er einen engen Zweikampf mit seinen Teamkollegen und ärgsten Widersacher im WM-Spitzenkampf ausgetragen. Der Brite nahm dabei keine Rücksicht auf WM-Leader Kimi Antonelli, und auch dieser kämpfte mit dem Messer zwischen den Zähnen. Fast 30 Runden lang schenkten sich die beiden Stallgefährten nichts – sehr zur Freude der Zuschauer, die so in den Genuss eines starken Rad-an-Rad-Duells kamen.
Über den Fight gegen den eigenen Teamkollegen sagte Russell nach seinem Ausfall: «Das war einfach super, ich habe es geliebt. So einen Zweikampf habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt. Ich habe auch schon lange kein solches Duell gesehen, wahrscheinlich seit dem Duell von Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Bahrain 2015.»
Unverständnis für die Kritik der Gegner: George Russell happy mit den F1-Regeln
Der 28-Jährige schwärmte: «Diese neuen Autos lassen ein solches Duell zu, es sind die neuen Antriebseinheiten, die das ermöglichen.» Und mit Blick auf die Kritik vieler Kollegen an der aktuellen Motoren-Formel und ihrer Auswirkung auf die Arbeit am Steuer fügte er an: «Ich weiss nicht, warum irgendjemand etwas daran ändern will, denn wir hatten in Melbourne grossartige Duelle, wir haben in China super Zweikämpfe gesehen und Kimi und ich hatten heute im GP und gestern im Sprint ein tolles Duell. Und das ist nur dank der neuen Motoren möglich.»
Der sechsfache GP-Sieger verzichtete auch auf Kritik an der harten Vorgehensweise seines Gegners aus den eigenen Reihen: «Wir weissen beide, wie wir gegeneinander fahren müssen, und ich denke, wir beide hatten es auch unter Kontrolle, das war super. Mir persönlich hat es wirklich Spass gemacht.» Es sei zwar angesichts der Streckencharakteristik nicht einfach gewesen, in Schlagdistanz zu kommen. «Aber der Überholmodus hat funktioniert. Und das ist super.»
«Es war einfach eine Herausforderung. Bei diesen kalten Bedingungen kann man nur dann Grip finden, wenn man die Reifen auf Temperatur bringt. Man muss also genau abwägen, wie stark man die Reifen beanspruchen darf, wohl wissend, dass die Konsequenzen ziemlich gravierend sein können. Aber unser Tempo war stark», fügte der 26-fache GP-Podeststürmer an.
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